31.07.2009 - Anton die Zweite
Heute war der zweite TA-Termin mit Anton.
Mein Wort der Woche: Schlimm! Sehr schlimm!
Der Abzess ist äusserlich etwas zurückgegangen, aber füllt immer noch grosse Bereiche im Maul aus und ist voller Eiter.
Die Suppe läuft ihm immer noch aus dem Maul.
Meine TÄ musste den Wundkanal aufschneiden und hat dort, neben Eiter, auch noch Gewebeklumpen rausgeholt.
Er bekommt weiterhin Antibiotika oral und einmal nun auch direkt in den Abzess gespritzt, dazu weiterhin das Ausspülen mit der Nekrolytsalbe.
Sie hat gesagt, dass sie noch niemals im Leben ein so vernachlässigtes Kaninchen gesehen hat und überhaupt noch nie so einen Abzess.
Die unteren Zähne wachsen nicht nach oben, sondern nach hinten und werden nächsten Freitag operativ entfernt. Vorher muss allerdings der Abzess deutlich zurückgehen.
Diese Op wird vermutlich nicht die Einzigste bleiben und so wirklich weiss sie nicht, ob Anton es schaffen wird, aber er ist munterer geworden.
Er frisst nun von alleine und muss nicht mehr Zwangsernährt werden und überhaupt haben wir den Eindruck das er leben will.
Er hat es sich doch auch verdient.
Es war schlimm für mich beim TA.
Ich konnte meine Tränen gerade so zurückhalten und mir ist der Gedanke gekommen, wie es wohl sein wird von meinen eigenen Kaninchen irgendwann mal Abschied zu nehmen. Es wird schlimm. Es ist ja schon bei Anton schlimm.
Ständig mache ich mir Sorgen um ihn. Liege nachts wach und frage mich wie es weitergeht.
Wie sollen wir die TA-Rechnung bezahlen?
Wenn wir meiner Schwiegermutter erzählen, dass Anton operiert wird, wird sie bestimmt sagen, dass es besser wäre ihn einzuschläfern.
Ist doch nur ein doofes Kaninchen, dass eh nicht mehr gewollt ist.
Wenn er es schafft, wie kriege ich ihn vermittelt?
Wer will schon ein Kaninchen mit Zahnproblemen, die übrigens sein Leben lang nun bleiben?
Ich kann mir Anton nicht leisten. Es sind nicht die Futterkosten. Es sind die Impfungen zweimal jährlich und die zusätzlichen TA Kosten, zum Zähne kontrollieren und nachknipsen.
Wenn.
Es soll ein Wenn für ihn geben.
Er hat es so nötig.
Verdammt.
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