Ente Kross à la Bazooka
... Hinter mir hörte ich ein leises, echoerfülltes "WARUM VEGAS!!" - als ich mit Ponyhöchstgeschwindigkeit davonbrauste. Das Adrenalin meiner zuvor begangenen Tat vibrierte in jeder Fiber meines Körpers - JA.. man könnte sagen der Wahnsinn spiegelte sich noch in meinen weit augerissenen Augen!
Ich war in Höchstform! Doch mein Pony verhielt sich sonderbar, sodass es meiner soeben gewonnene Freude einen jähen Dämpfer bereitete. Es schien etwas verwirrt und drehte den Kopf hinundher. Sein Schweif peitschte auf meine nackten Waden, die das Pony an beiden Seiten umschlangen.
Es trat aus und buckelte - ich griff nach der Mähne und spührte einen Aussetzer in meinem Kopf, geleitet von der Angst herunterzufallen. Der Adrenalinrausch wandelte sich vom berauschten Zustand zu Panik!

In dem Moment, als ich ein Stück zur linken Seite hinunterrutschte sah ich am Bauch des Ponys etwas blinken...
... etwas.. blinken?
Ich nahm das blinkende Etwas an mich. Eine rote Iode leuchtete mich im sekundentakt an.
Gerade als mir bewusst wurde WAS dieses Ding darstellte, blinkte der Peilsender immer schneller!
Ich zügelte mein nun ruhiger gewordenes Pony, blickte umher. Das konnte nichts gutes bedeuten!
Als ich es wendete, sah ich weit entfernt noch den kleinen Garten des Monsieur Rizzo - ein leises Quaken bestätigte meine Vermutung.
Ich sah wie ein nackter Kerl mit Locken etwas hervorholte und schulterte.
Ein grellendes Rachelüstiges Lachen (ja fast ein Bellen) kam mir verzögert entgegen!
Wie meine Adleraugen feststellten war es eine Bazooka (Kaliber: 89 mm)
Mit einer Mündungsgeschwindigkeit von 100 metern pro Sekunde schoss die Ladung aus dem schwarzen Rohr - Genau auf mich zu.

Ich sah zum Sender.
Dann auf den lachenden nackten Mann.
Wieder zum Sender.
Unter mir: ein Kindergarten - ich konnte den Sender nicht fallen lassen.
Ob der tückische Italiener das geplant hatte? oder war es mal wieder unverschämtes Glück?
Ich fackelte nicht lang - zog das Pony herum und peste los. Im Fliege-Jagdgalopp trieb ich das Pony an die äußerste Grenze. Hinter mir kam das Geschoss mit beängstigender Geschwindigkeit immer näher. Und als ob es nicht schlimmer werden konnte: unter mir ein Waisenhaus - eine Behindertenwerkstatt - ein Kätzchen - eine Pizzabäckerei - eine ..
MOMENT!
Mein diabolisches Grinsen kehrte zurück!
Wer einem eine Grube gräbt.. hat ein Grubengrabgerät! Ja - das hatte meine Mutter schon immer zu mir gesagt. Und wer einem eine Bazookaladung auf den Arsch zielt, kann nur Italiener sein!
Ich ließ den Sender fallen, direkt in den Schornstein der Pizzabäckerei
"Viva Italia"
- schon gespannt auf die weiss,rot, grünen Rauchwolken die empor steigen werden und das jammernde "Perché??" zu hören... gefolgt von einem hasserfülltem "...puttana"Doch diese Worte waren mir nicht vergönnt. Denn was ich bis dato nich ahnte, war die durchgearbeitete Kriegs-Strategie, die Daniele noch nie offenbarte - von der ich nichtmal im Traum ahnte! Es spiegelt sich halt nicht alles von einem unaufgeräumten Arbeitsplatz wider - dachte ich ironischerweise.
Denn was nun folgte, lies mich wie gesagt aus allen Wolken fallen.
Die Rakete folgte nicht geplant dem blinkenden Sender - sie steuerte immernoch auf mich zu!
Ich konnte nichtmal meine Gedanken ordnen, als ich das Pony einfach in Richtung der Ladung fliegen ließ. Kurz vor dem Sprengsatz zog ich das Pony gen Himmel. Geradeaus flog ich weiter - wieder in Richtung Daniele's Garten. Ich konnte den Vorsprung um 5 Cm erweitern, als über dem Grundstück das passierte, was ich noch heute als "glücksfall" bezeichne.
Meine Pony musste, naturbedingt, auch eine Ladung ablassen und kackte genau in Danieles Garten. - Die Rakete hinterher.
Wie der Herr Rizzo den zweiten (richtigen) Peilsender in den Po meines Ponys bekam, lasse ich hier offen.
Der nackte Italiener starrte auf die hinunterkommenden Pferdeäppel und schwang sich beherzt ins innere seiner Wohnung. Ich zügelte das Pony und beobachtete die Situation!
Eine Explosion erschütterte die Nachbarschaft.
Als der Rauch sich langsam lichtete - sah ich die übrig gebliebenen Reste meiner Enternarmee.. im Garten verteilt..
Im Endeffekt war es kein Sieg. Kein Verlust. Kein Gewinn. Keine Niederlage.
Was übrig blieb, war ein zerbombter Garten und ein leichter Geruch nach Ente Kross.
Ich zog mich zurück auf meine Neverlandranch um die nächsten Schritte zu planen.
So leicht kommt er mir nicht davon !!!!
Leprabärchens Bild dazu:
