1. Kapitel, Teil 8

Von Mayla

Leicht angetrunken traten wir um kurz nach ein Uhr unseren Heimweg an. Ich hatte mich bei Connor und Kevin eingeharkt, weil mir das Laufen gar nicht mal mehr so einfach war. Bedingt durch den Sekt, den ich geleert hatte, bevor wir losgegangen waren, fand ich nun alles unglaublich lustig, vor allem aber die Dinge, die Drake da erzählte. Wenn ich nichts getrunken hatte, dann lachte ich zwar auch über seine Witze und Kommentare, aber jetzt war scheinbar alles vorbei. Alle paar Meter mussten wir stehen bleiben, weil ich mich fast schon kugelte.
„Huch!“, gab er erstaunt von mir, als ich Connor in einem meiner vielfachen Lachanfälle den Ellbogen in die Seite stieß. „Verzeihung, das war nicht eingeplant.“ Jedoch kicherte ich bei dieser Aussage so, dass man mich wohl gar nicht so wirklich ernst nehmen konnte. Auch Connor belächelte mich nur und tätschelte mir zu allem Überfluss noch den Kopf.
„Kein Problem.“, sagte er zu mir, während er sich ein bisschen hinter mich lehnte und Kevin mit der Hand berührte. „Wie gut, dass wir bald zu Hause sind.“
Ich schaute zwischen den beiden hin und her, betrachtete ihre grinsenden Gesichter und schüttelte ein wenig den Kopf. Irgendwas hatte ich wohl verpasst, auch wenn ich nicht genau  wusste, was es war. „Egal was es ist… Es ist mir egal. Ich kann auch gut alleine laufen.“ Ich laberte nur Mist. Vielleicht wäre es besser, wenn ich alleine lief und mich ein wenig abkühlte, damit ich nicht die ganze Zeit lachen musste. So ließ ich die Arme von den beiden Jungs los, und ging ein paar Schritte voraus. Ganz gerade konnte ich jedoch nicht mehr gehen, doch so schlimm, dass ich von einer Seite des Bürgersteiges auf die andere wankte, war es dann doch noch nicht.
„Wenn das mal gut geht…“, sagte Connor zu Kev, doch bekam ich davon gar nichts mit, da ich mich darauf konzentrierte, auf einer Linie zu laufen, die man auf dem Bordstein erkennen konnte. Ich musste zugeben, dass es wirklich gut klappte, je mehr ich mich darauf konzentrierte. Ich warf einen Blick zurück und grinste.
„Ich kann noch auf einer Linie gehen, seht ihr?“, rief ich den anderen zu, hatte nur leider nicht die Laterne einkalkuliert, die auf einmal vor mir auftauchte und lief so erstmal dagegen. „Oh verdammt!“ Ich hatte die Laterne umarmt und warf ihr einen bösen Blick zu, ehe ich mich dann von ihr abstieß und einfach daran vorbei ging. Wie nicht anders zu erwarten, war das Gelächter hinter mir groß, und auch ich hatte – trotz dem Crash – auch ein Grinsen im Gesicht. Alkohol war eben ein Gebräu, was man nur in Maßen zu sich nehmen sollte. Man sah ja, was dabei rumkam. Wie gut, dass ich hier heute das Paradebeispiel war, irgendwer musste es ja sein.
Con kam auf mich zu und hielt mich am Arm. „Alles okay, Aud?“
„Ja ja, was soll schon sein?“, erwiderte ich, schaute ihn an und lächelte. „Wir sind sofort da. Da wartet mein Bett auf mich.“
„In Ordnung.“ Scheinbar war er wegen meinem Verhalten ein wenig besorgt, aber das war doch gar nicht nötig. Es ging mir wie immer gut, ich hatte mir weder wehgetan noch war sonst irgendwas passiert.
So bogen wir auch schon um die Ecke, wo sich die Wohnheime befanden. Umarmungen und Küsschen wurden ausgetauscht und dann verschwanden wir auch schon mit Gute-Nacht-Wünschen in unsere Wohnungen. Drake war vorgegangen und hatte schon aufgeschlossen – was ich allerdings nicht so ganz mitbekommen hatte – und so wunderte ich mich über die offene Tür und blieb erstmal davor stehen. „Haben wir Säcke vor den Türen oder was ist los?“, wollte ich wissen, kaum dass ich die Wohnung betreten hatte und Connor hinter mir herein kam und die Tür wieder schloss.
„Nein Aud, Drake hat sie für uns aufgelassen, als er eben rein gegangen ist.“, erwiderte Connor und zog mir die Jacke aus, die ich anhatte, hängte sie an den Harken und schaute mich dann ein wenig fragend an. „Kann ich dir noch was helfen?“
Ich schüttelte den Kopf. „Ausziehen und schlafen bekomm ich so grad noch alleine hin.“ Mit diesen Worten verschwand ich dann auch schon im Bad und wusch mir erstmal die Schminke aus dem Gesicht. Anschließend zog ich mich aus, schmiss die Klamotten einfach auf den Boden und schlurfte dann nur in Unterwäsche in mein Zimmer.
„Gute Nacht.“, sagte ich zu den Jungs im Vorbeigehen, hörte jedoch keine Antwort, weil ich augenblicklich eingeschlafen war, als ich mich auf mein Bett geworfen hatte.

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