3.10.2009
Über Feiertage und Krach...

Feiertag.
Tag der deutschen Einheit um genau zu sein.
Ruhe - bis vor kurzem.
Auf einmal erfüllt ein durchgehendes, lautes Geräusch die Luft.
Es hört sich an als würde jemand versuchen sich mit dem Glascontainer zu paaren.
Woher?
Ich guck vom Balkon raus - Aha daher also.
Oben in den Mehr-viel-zuviel-Familienhäusern findet eine Hochzeit statt.
Soweit ich das beurteilen kann, türkischstämmig.
Das erklärt die Trommeln, die Ansammlung und die Musik.
Ich gucke noch eine Weile zu bis mir die Nachbarn auffallen

die genau das gleiche wie ich tun.
Zusehen.
Nur mit einem Unterschied.
Sie nörglen und schütteln den Kopf.
Wahrscheinlich lassen sie sich wieder über das Verhalten aus.
"Wie kann man nur an einem Feiertag so einen Krach machen"
oder
"Unverschämtheit das die Türken am Tag der deutschen Einheit heiraten"
-- Ich höre es sie schon sagen.
Ich schüttle im Gegensatz zu ihnen den Kopf über ihr eigenes Verhalten.
Hauptsache nörgeln. Egal worüber. 
Hauptsache man hat einen Sündenbock über den man sich aufregen kann.
Dabei kann ich sie nicht verstehen.
Es sind Menschen. Mit anderen Sitten. 
Und vor allem mit anderen Feiertagen.
Ganz ehrlich?
Ich finde die Trommeln und Pfeifen um einiges angenehmer für mein Gehör,
als 28 dauer-hupende Combis die mit 5km/h durch die Siedlung fahren,
während ich ohnehin vergeben versuche Exponentialrechnung in mein Hirn zu stopfen.
Ich verstehe die Menschen einfach nicht.
Es geht einfach nur darum etwas zu finden worüber man sich aufregen kann.
Um von sich selbst abzulenken.
Es ist scheinbar menschlich.
Sich über anderer Leuts Verhalten aufzuregen,
und dabei nicht zu merken das es auch das eigene ist.
Es muss menschlich sein.
Jeder tut es.
Ich, Du, der Jurist von nebenan, seine polnische Geliebte, der Hartz4 Empfänger im Hochhaus,
genauso wie der hart arbeitende Iraner und seine arme kleine Tochter.
Menschlich.
Aber wo bleibt die Menschlichkeit?


 

Geschrieben von Kalmiya um 16:10 | in:
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