Anna in Südafrika

Meine Arbeit - Special Care Center

08:24, 30.01.2011 .. 0 Kommentare .. Link

 Special Care Center von Cape Mental Health Society

So heißen die Schulen, in der die Betreuung behinderter Kinder angeboten wird. Es gibt 4 davon in den Kapstädter Townships: Athlon, Gugulethu, Mitchells Plain und Kayelithsha. Alle vier sind von derselben Hauptorganisation: Cape Mental Health Society. Eigentlich haben alle vier Center denselben Ablauf:

Das ist der normale Ablauf in den Centern. In allen Centern gibt es auch einen Snozzelraum - ein Raum für die Wahrnehmung, der in den meisten Fällen abgedunkelt ist und mit einer Farbigen Lampe oder einer Discokugel ausgestattet ist. Auch befinden sich oft in den Snozzelräumen für alle 5 Sinne etwas. Normalerweise wir er in den meisten Centern regelmäßig genutzt.

 

Leider funktioniert der Ablauf und das Benutzten des Snozzelraums nicht in allen Centern. Oft kommt es vor, dass die Lehrer einfach nur ihre Zeit absitzen. Trinken Tee, essen Toastbrot und unterhalten sich. Die Kinder sind in der Zeit sich selbst überlassen und machen was sie wollen. Dadurch haben die Kinder oft auch kein Benehmen, sind rücksichtslos, unaufmerksam, können sich nicht konzentrieren, nicht lesen geschweige den ihren Namen schreiben oder rechnen.

So sieht der Alltag in zwei der Center leider immer aus.

Wir Volunteers werden in die ‚nicht laufenden’ Center gesteckt, um diese einigermaßen zum laufen zu bringen.

Also wir müssen in den Centern unser Bestes geben, was andere schon vor uns probiert haben und nicht gelungen ist.

Meine Aufgaben sind:


Ich habe keine Möglichkeit mich in eine ruhige Ecke zurück zu ziehen oder generell nur mit einem Kind zu arbeiten. Die anderen Kinder kommen immer dazu und springen um mich herum oder schreien. Da die Betreuer das nicht zu interessieren scheint konnte ich bis jetzt noch nicht sehr viel mit Physiotherapie erreichen.

Zwar habe ich einige Kinder die mehr Physio benötigen als andere, die z.B. Lauftherapie und Essenstherapie benötigen. Dies kann ich gut mit in den Tagesablauf mit einbauen, allerdings wird dies von den Betreuern auch nicht unterstützt. Wenn ich mal nicht in der Schule bin, oder nur in einer anderen Gruppe, werden meine Therapieansätze nicht weiter geführt und auch nicht für notwendig gesehen. Ist doch überflüssig das ein Kind Essen lernt oder frei gehen lern… alles unnötig in den Augen der Betreuer.


Dies wurde ganz deutlich als wir ein großes Meeting hatten mit allen Betreuern von allen Schulen. Es wurde das Warten vom Busfahrer, auf das Kind, angesprochen. Als Beispiel wurde eins meiner betreuten Kinder genommen.

Es ging darum, dass der Busfahrer nicht aus dem Bus steigen darf, um ein Kind von der Haustür abzuholen, wenn es von der Mutter oder einem Familienmitglied nicht zum Bus getragen werden kann. Ich mischte mich in das Gespräch mit ein und erzählte, dass ich mit dem Kind jeden Tag Laufen trainiere und es auch laufen kann, wenn es an der Hand oder unter den Armen unterstützt wird. Und die Betreuer aus meiner Schule sagten gleich ‚NEIN, das kann das Kind nicht’ und ich wieder ‚doch ich trainiere das jeden Tag in der Schule mit ihm, es KANN laufen mit ein wenig Hilfe’ die Betreuer ‚NEIN es kann nicht laufen und muss getragen werden’ BASTA und ich durfte nichts mehr dazu sagen.


Dieses besagte Kind, wurde in meiner Anfangszeit, wo ich noch mehr beobachtete als mich mit einzubringen, aus dem Bus getragen. Auf den Boden gelegt bis zur Lunchzeit, dann auf den Stuhl getragen und dort voll gestopft mit essen und wieder zurück auf den Boden gelegt. Das war der ganze Schultag für das Kind.


Die Betreuer sehen auch nicht das Kind das noch in der Entwicklung steht oder noch am Anfang von seinem Leben ist. Nein, diese Kinder müssen nicht was fürs Leben lernen, spielen den ganzen Tag, schreien oder wie wild durch die Gegend rennen das ist der Schultag für die Betreuer in meiner Schule.



 


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