Anna in Südafrika

kein leichtes Thema: Beerdigung

15:35, 27.05.2011 .. 0 Kommentare .. Link

Man hört immer, es sterben Mütter, Väter oder Geschwister von Kindern die in meinen Projekten sind. Letzte Woche ist die Mutter eines meiner Kinder gestorben. Dieses Kind ist HIV positiv. Ich fragte eine meiner Kollegen an was die Mutter gestorben sei, Antwort: ‚She was sick’ (Sie war krank). Aber das Wort Aids oder HIV wird immer noch tot geschwiegen. Erst auf meine Frage, ob sie an der Krankheit Aids gestorben sei, bejahte sie dies.

Es ist eigentlich sehr traurig, dass in einem Land wie Südafrika, das doch zu einem der Länder zählt, mit einer sehr hohen Aidsrate, dies noch immer eine Krankheit ist, die lieber nicht ausgesprochen wird. Die Familienmitglieder die den Virus in sich tragen, verhalten sich ganz normal und sprechen aber auch nicht darüber. Wenn die Krankheit ausbricht wird jeglicher Kontakt zu Freunden, Bekannten, Nachbarn abgebrochen und sie sterben in ihrem Haus ohne medizinische Behandlung. Weil hierfür kein Geld da ist um ins Krankenhaus zu gehen.

Es gibt mittlerweile auch ein Krankenhaus, in Tygerberg (Kapstadt), das eine Station eingerichtet hat für Kinder die an dem Virus leiden. Oft kommen die Eltern mit ihrem tot kranken Kind viel zu spät und es kann ihm nicht mehr geholfen werden. Ich möchte hier drauf aber nicht weiter eingehen. Wer sich jedoch für dieses Thema mehr interessiert ist das Buche:

Gott-Aids-Afrika von Bartholomäus Grill und Stefan Hippler sehr interessant. Es geht um die Tygerberg Kinderkrankenstation und wie diese entstanden ist.


Ich persönlich habe noch keine Beerdigung mit bekommen, aber ich habe mit meiner Kollegin darüber geredet.  Sie hat mir dann ein bisschen was erzählt.

Die meisten Menschen sterben in dem eigenen Haus. Da sie sich kein Krankenhaus leisten können, um sich behandeln zu lassen. Deshalb wird auch erstmal abgewartet und zuhause geblieben und dort versorgt.


Die meisten Verstorbenen bleiben in dem Haus, wo sie gestorben sind. Hier werden dieser auch einbalsamiert.  Vor dem Haus werden Karten und Blumen abgelegt.

Der Körper bleibt für ca. 6 Tage in dem Haus liegen. In dieser Zeit  kommen Verwandte und Bekannte und verabschieden sich von dem Toten. Sie beten und trauern.


Zur Beerdigung findet ein Gottesdienst statt. Je nach Religion darf während der Zeremonie geweint/nicht geweint werden. Danach wird in einem Trauerzug der Körper beigesetzt. Die Familie des Verstorbenen muss für alle Gäste kochen, im  eigenen Haus.

Eine Beerdigung kostet ca. 1000 Euro.

 

 


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