Anna in Südafrika

Gesundheitswesen

13:21, 9.09.2011 .. 0 Kommentare .. Link

 

Es gibt hier keine Krankenversicherung wie wir sie in Deutschland kennen.

Ich bin über eine Gruppenversicherung in Deutschland - Weltwärts/meine Organisation versichert. Bei dieser läuft es so, dass wir im Voraus die Ärzterechnung zahlen müssen und dies dann rückerstattet bekommen.

Südafrikaner können eine Teilversicherung abschließen oder auch eine Vollversicherung. Trotzdem muss man in Vorkasse treten und bekommt es dann zurück erstattet.

Auch gibt es hier sehr viel niedergelassene Deutsche Ärzte, so dass es kein Problem ist seine ganzen Beschwerden in Deutsch zu erklären. Ich hab auch einmal einen Arzt aufgesucht. Dies war ganz unkompliziert, ohne Termin und kam sofort dran. Alles kein Problem.

 

Es ist aber leider so, dass die Armut doch so groß ist, dass sich nicht jeder einen Arzt leisten kann und somit man doch auf die Ärzte in der Umgebung, quasi die Wunderheiler zurück greifen. Von diesen werden oft Wurzeln und Gräser verkauft. Wie viel wirklich davon helfen weiß ich nicht, aber die Menschen die diese aufsuchen glauben viel daran und somit werden diese bestimmt irgendwas bewirken.

Wenn man auf dem Markt geht oder auch nur die Straße entlang läuft sieht man immer zwischen den Ständen oder an Ecken Rastafarimenschen stehen, die irgendwelche Wurzeln verkaufen. Da diese teilweise sehr suspekt aussehen hab ich mich damit noch nicht näher befasst.

 

In Südafrika gibt es aber auch viele Kliniken die nichts kosten und wo man sich behandeln lassen kann. Aber für viele Menschen ist die Anfahrt schon sehr teuer deshalb kommen sie oft gar nicht oder viel zu spät in die Kliniken

 

In Kapstadt gibt es das einzige kostenlose Kinderkrankenhaus ‚Red Cross, War Memorial Hospital’ in ganz Südafrika. Leider ist hierfür auch für die meisten Menschen die Anreise zu teuer und somit müssen auch kleine Kinder schon oft mit schweren Krankheiten umgehen.

Dadurch das viele der Kinder in den Townships wohnen und auch in Shacks leben, wo es sehr zugig ist, bekommen einige Tuberkulose, eine Atemwegserkrankung die ansteckend ist. Die Hälfte der Kinder mit denen ich arbeite, hatten als 2 oder 3 jährige TB.

 

Auch erkranken viele Kinder an HIV. Viele der Kinder werden ohne HIV geboren, dann aber von HIV kranken Müttern gestillt und somit schließt sich der Kreis des HIV Virus. Für diese Kinder gibt es auch eine spezielle Klinik in Tygerberg, die auch umsonst ist.

Allerdings werden viele Kinder erst sehr spät in die Klinik gebracht, so dass sie schon total schwach sind und jegliche Hilfe fast oder ganz zu spät kommt. Somit ist es fast ein Kinderhospiz wo aber noch jede Hoffnung auf Leben vorhanden ist.

Oft wird bei Autounfällen, mit Menschen, Fahrerflucht begangen. Ich habe ein paar Tage im Groote Schuur Krankenhaus hospitiert und war auch mit auf der Intensivstation. Hier lag ein 17jähriger Junge mit einer Querschnittlähmung. Er hatte im Township auf der Straße Fußball gespielt und wurde von einem Auto überfahren, dieser ist einfach weiter gefahren und hat den Jungen liegen gelassen.

In den Townships gibt es sehr viel Gewalt, nicht nur unter Männern auch Männern zu Frauen. Ich habe leider schon mit erlebt, dass ein Kampf auf der Straße/Autobahn statt gefunden hat. Ich bin auf der Gegenspur gefahren und zwei Männer haben sich einen Ringkampf geliefert und sind tatsächlich mitten auf die Fahrbahn um dort weiter zukämpfen. Ich weiß nicht was aus ihnen geworden ist, ich hoffe sie haben es beide überlebt.

Auch werden oft Frauen von ihren Männern verprügelt, dass auch vor ihren Kindern. Wenn diese dann eine Anzeige erstatten bei der Polizei wird häufig nichts gemacht. Oftmals wird der Mann verwarnt aber das war es auch schon wieder.

 


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