Meine Argentinienreise 2007/2008 | |
Der erste Tag...
11:27, 21 July 2007
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Ich behaupte ja, dass ich mich immer an den jeweils ersten Tag einer Reise auch Jahre später noch ganz genau erinnern kann. Das kommt sicherlich davon, dass man diesen mit noch ungläubigen Blicken erlebt; man kann nicht so richtig fassen, dass man nun tatsächlich von einer Hemisphäre in die andere gehopst ist. Der Abschied von meiner Familie und meinen Freunden in Dresden fiel mir sehr schwer. So sehr ich mich auf meine Reise freute, so schwer wog aber auch die Aussicht, viele für ein Jahr aus den Augen zu verlieren. Die Fahrt mit dem ICE von Dresden nach Frankfurt war schnell überstanden. In Frankfurt traf ich noch meinen Kumpel Helmut aus Mainz, wir zischten noch ein letztes Bier, ehe ich eincheckte und es mir dann im Flugzeug bequem machte, wenn man es bei den engen Sitzabständen so nennen darf. Zumindest war mein rechter Platz frei, so dass ich zur Seite expandieren konnte. Nach dem Zwischenstopp in Madrid, wo wir den Flieger verlassen und dann erneut einchecken mussten, war mein rechter Platz allerdings nicht mehr frei. Dort saß Hernan, der auffällig oft mit den Stewardessen schäkerte und mir dann – als wir ins Gespräch kamen – sagte, dass er ebenfalls Steward und gerade auf dem Heimflug nach Santiago de Chile ist. Ich flog mit LAN Chile, denn ich hatte im März d.J. erst meine Tickets geordert, bekam leider keinen Direktflug nach Buenos Aires mehr und musste mit einem Umweg über Santiago vorlieb nehmen. LAN Chile ist vom Service her wirklich eine gute Empfehlung, und Hernan tat sein Übriges, mir dies durch ständige Extrabestellungen aus dem Fundus der Business Class zu unterstreichen. So schwebten wir also nach 12 Stunden Flugzeit ab Madrid an einem diesigen Morgen des 19. Juli 2007, über die Gipfel der Anden kommend, in Santiago ein. Dort startete nach 2 Stunden mein Anschlussflug nach Buenos Aires, und dann stand ich also wieder vor der Halle des Flughafens Ezeiza, wie vor dreieinhalb Jahren mit meiner Freundin Eva, der Abenteuer harrend, die vor uns lagen. Zuerst musste ich in die Stadt (ca. 35 km). Da gibt es drei Möglichkeiten: 1.) Taxi zu 60-80 Pesos, 2.) spezielle Zubringerbusse zu 30 Pesos die Fahrt, und 3.) der gute, alte collectivo zu 1,35 Peso (der Umtauschkurs Peso zu EUR steht bei ca. 3:1). Mit dem rumpelt man zwar erst mal durch alle Vorstädte, die nicht gerade einladend aussehen, aber man kommt unschlagbar günstig ins Zentrum. Kurz nach 15 Uhr Ortszeit kam ich in meiner kleinen Wohnung an. Die Zeitverschiebung beträgt übrigens minus 5 Stunden bei Sommerzeit in Deutschland (wenn in DD 12 Uhr mittags, dann hier in Bs.As 8 Uhr morgens), verringert sich aber mit argentinischer Sommerzeit und deutscher Winterzeit ab Ende Oktober auf minus 3 Stunden. Nach 30 Stunden Zug, Flug und Bus war ich erst mal kaputt. Ich bin hier noch ein bisschen durchs Viertel geeiert, habe aber nicht mehr viel mitbekommen. Am darauffolgenden Tag (20. Juli) führte mich mein erster Weg nach San Telmo, wo wir auf unserer ersten Reise unsere Unterkunft hatten. Ich wollte noch mal die alten Plätze ablaufen und schauen, was geblieben ist und was sich alles verändert hat. Und es ist alles noch so, als ob es einfach eingemottet wurde: unser Café Aconcagua, wo immer noch der Patron hinter dem Tresen herrscht und dieselben Kellner aufmerksam und geräuschlos ihren Dienst verrichten. Da bestellte ich mir traditionell einen cafe con leche y tres medialunas (Milchkaffee und drei Croissants). Dann die Bar La Coruña mitsamt dem einäugigem Hund, der Mercado San Telmo mit seinen Trödelständen, die Confiteria Artesanal mit dem besten Streusel de Manzana (Apfelstreuselkuchen) der Welt, Lina und ihr Tango Guesthouse, das holprige Pflaster mit den Überresten der alten Straßenbahnschienen, all die kleinen Bars, Kioske und Läden – als ob die Zeit stehengeblieben schien. Es war herrliches Wetter, Sonne, klarer Himmel, 10-15 Grad, ein erfrischender Wind – und ich wusste, dass ich angekommen bin! Meine ersten Eindrücke sind also nicht die der großen, pulsierenden, nie schlafen gehenden Metropole, auch nicht die meiner jetzigen Umgebung, sondern die der Erinnerung. Jetzt habe ich noch das ganze Wochenende vor mir, mir meine nähere Umgebung anzuschauen. Ich werde euch demnächst davon berichten. Fotos im Album 2007-07-20-Buenos Aires-Tag 1 Kommentar hinterlassen { Vorherige Seite } { Seite 174 von 180 } { Nächste Seite } |
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