Meine Argentinienreise 2007/2008

Mí Casa

21:54, 22 July 2007 .. 0 Kommentare .. Link

Mein derzeitiges Zuhause befindet sich in der Avenida La Plata 212 im Stadtteil Caballito. Das ist etwas außerhalb des Stadtzentrums, aber ich habe die U-Bahn vor der Haustür und bin in 20 Minuten im Zentrum. Die Wohnung gehört einer älteren Dame, die aber nicht hier lebt, sondern die beiden Zimmer ständig vermietet. Meine Mitbewohnerin, eine Studentin aus Peru, habe ich bisher noch nicht getroffen.




Alles ist etwas altmodisch eingerichtet hier, aber irgendwie nett – so wie bei meiner Oma, Gott hab sie selig. Dunkles Parkett, Biedermeiermöbel, ein Klavier, viel Nippes, die eine oder andere Türklinke hängt schief, der Wasserhahn lässt sich nicht ganz zudrehen, aber alles, was man braucht, ist vorhanden. Mein kleines Zimmer ist ca. 12 qm groß, darinnen Bett, Kleiderschrank, Schreibtisch, Nachtkommode und sogar ein Fernseher. Meine Miete beträgt 60 EUR pro Woche.



Heizungen gibt es keine, denn selbst im Winter ist hier üblicherweise nicht so kalt, dass man heizen muss. Dieser Winter soll ja besonders hart sein, was ich aber nicht recht nachvollziehen kann. Ich laufe im langärmligen Pullover durch die Straßen, die meisten anderen sind dick verpackt mit Jacke, Schal und Mütze.


Noch habe ich bzw. mein Körper die Zeitumstellung nicht richtig verarbeitet. Wir hängen hier 5 Stunden der mitteleuropäischen Sommerzeit hinterher. In der ersten Nacht wachte ich um 2 Uhr auf, was genau meiner Aufstehzeit in Deutschland (ca. 7 Uhr) entspricht. Heute habe ich es geschafft, bis kurz nach 6 Uhr hiesiger Zeit durchzuschlafen (trotzdem viel zu früh für echte Porteños). An den Abend beginnt das Leben hier erst gegen 20 oder 21 Uhr, also 2-3 Uhr morgens in Deutschland. Ich habe es gestern Abend bis gegen 23 Uhr geschafft, mich draußen herumzutreiben, aber dann war ich platt.


Heute, zum Sonntag, will ich noch mal nach San Telmo zu den Flohmärkten. Vielleicht gibt’s noch Tango auf der Straße zu sehen. Ich könnte aber auch zum Zoo oder die historische Straßenbahn besuchen – mal schauen, was sich ergibt.


Morgen allerdings – und das steht fest – ist mein erster Schultag. Ich bin gespannt; vor allen Dingen auf meine Zuckertüte…


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