Meine Argentinienreise 2007/2008 | |
El Subte “A” – Die U-Bahn in Buenos Aires
08:04, 24 July 2007
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Wer sich ein klein bisschen für Eisenbahn und städtischem Nahverkehr interessiert, dem werden die Augen übergehen in Buenos Aires, denn hier findet man ein wahrhaft nostalgisches U-Bahnnetz, aus dem vor allen Dingen die Linie A herausragt. Am 1.Dezember 1913 als erste Untergrundbahn Südamerikas eröffnet, fährt man heute noch mit dem damals in Betrieb genommenen Rollmaterial: hölzerne Wagenkästen, schon ein klein wenig in sich verwunden, geschwungene Rahmen für Fenster, die sich öffnen lassen, Haltstangen mit wunderbaren Rosetten als Zierelemente, offene Lampenschirme an der Decke, die ein schummriges Licht im Inneren des Wagens verbreiten, Haltegriffe – oder besser Halteringe – an Leinenbändern, Holzbänke, die durchaus den heutigen Anforderungen an Ergonomie und Sitzkomfort genügen würden, genietete Drehgestellrahmen und Untergestelle…ich könnte noch vieles aufzählen. Jeden Tag rumpeln diese Fahrzeuge, in 5er-Einheiten gekoppelt und mit 1100 V Gleichstrom über Fahrleitung angetrieben, die Linie rauf und runter. Gebaut und geliefert wurden diese Fahrzeuge zwischen 1913 und 1920 von den Firmen United Electric (England) sowie La Brugeoise (Belgien) – insgesamt 120 Wagen, die von je 2 Motoren und einer Leistung von 115 PS angetrieben werden. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 50 km/h.
![]() Zu jedem Zug gehört ein Triebfahrzeugführer und ein Zugbegleiter, dessen Aufgabe es ist, die Türen über einen Zentralschalter zu öffnen und zu schließen. Dies geschieht in der Regel so, dass bei Einfahrt des Zuges in eine Station die Türen bereits lange vor Stillstand freigegeben werden, die Leute öffnen sie und springen raus. Dann heißt es schnell einsteigen, denn schon schrillt die Pfeife, die Türen knallen zu (hat hier jemand was von „Reversieren“ gesagt?) und der Zug setzt sich in Bewegung. Erstaunlicherweise geschieht das alles ohne große Aufregung. Gerade in der Rush-hour sind die Züge knüppeldicke voll, aber alles läuft wie ein von Geisterhand gelenktes großes Uhrwerk. Auch sind die Züge erstaunlich gut erhalten. Zwar hat sich das Scheiben-Scrachting nun auch bis nach Argentinien herumgesprochen, aber man findet sonst kaum Vandalismus im Inneren. Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Lampenschirme in einer U-Bahn einer deutschen Großstadt keine zwei Tage halten würden. Eine Fahrt mit der „Subte“ kostet übrigens 0,70 Pesos, also umgerechnet nicht mal 20 Cent. Man kann solange fahren und in andere Linien umsteigen, wie man will. Dies soll nur eine kleine Einführung gewesen sein – bald folgt mehr zum öffentlichen Nahverkehr in Buenos Aires und vor allen Dingen über die anderen Linien der Subte (auf denen man noch mit Fahrzeugen made by Siemens in der 1930er Jahren fährt) und vor allen Dingen über die Renaissance der Straßenbahn in Buenos Aires. Hier habe ich schon Kontakte geknüpft zu Leuten, die sowohl mit der historischen Straßenbahn, als auch mit der von ALSTOM errichteten Teststrecke in Puerto Madero zu tun haben. Weitere Informationen zur Geschichte der Subte in Buenos Aires: www.metrovia.com.ar
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