Meine Argentinienreise 2007/2008 | |
Buenos Aires – Impressionen (I): Hauptpostamt
08:46, 28 July 2007
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Man kann ziellos durch Buenos Aires stromern und findet immer etwas Sehenswertes. Wer sich für Architektur, Plätze, die hiesige Kioskkultur, Cafés & Bars und was weiß ich noch alles interessiert, wird nie Langeweile haben. In loser Folge möchte ich euch kurz und bündig über verschiedene kleine und große Sehens- und Merkwürdigkeiten dieser Stadt berichten – heute: das Hauptpostamt.
Dieses steuerte ich eigentlich nur an, um nach Sonderbriefmarken zu schauen. Das Hauptpostamt befindet sich in der Nähe der Plaza de Mayo und des Präsidentenpalastes – also sehr zentral – und ist ein wahrer Klotz von Gebäude. Eben noch federnden Schrittes und voller Stolz die Treppen hinangestiegen, tritt man durch das mächtige Eingangsportal in die Vorhalle ein und kommt man sich mit einem Male unendlich klein und unbedeutend vor. Über eine winzige Drehtür gelangt man dann in die Schalterhalle, die eigentlich Schalterkathedrale genannt werden müsste.
Vielleicht war das ja auch im Sinne des Architekten und dessen Auftraggeber: hier gibt man nicht einfach einen Brief auf, sondern steht andachtsvoll in einer Schlange an, ehe man vorgelassen wird, um die Absolution erteilt zu bekommen. Alle Geräusche verhallen sofort; es ist, also ob man in Watte gebettet wäre. Man würde es auch gar nicht so ohne Weiteres wagen, hier laut zu sprechen, nur eine ältere Frau in der Schlange vor mir hält sich nicht dran und staucht den Schalterangestellten relativ lautstark mit irgendeiner Reklamation zusammen. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass sich auch diese Töne recht schnell in der Weite des Raumes verlieren. Und erst das Interieur: hohe Wände mit Torbögen, an der Decke hängen schwere Kandelaber, die Schalter und Tische aus kunstvoll verziertem Holz mit Marmorplatten, Oberlichter aus Buntglas, die nur schummriges Licht ins Innere lassen. Es ist wie in einem Film um 1900. By the way: im Nebengelass gibt es eine Abteilung „Philatelie“, wo es alle argentinischen Sondermarkenn seit 1995 zu kaufen gibt. Wer Interesse an kunstvoll mit Briefmarken verzierten Briefen hat, kann sich gerne bei mir melden. Es gibt alle möglichen Motive.
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