Meine Argentinienreise 2007/2008 | |
Mí barrio Caballito
18:05, 12 August 2007
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Jetzt wohne ich schon fast 4 Wochen in Caballito und habe mein Viertel noch gar nicht vorgestellt. Vielleicht habe ich mich an Vieles hier um mich herum schon so gewöhnt, dass ich es nicht mehr für besonders mitteilenswert halte.Also: Caballito ist ein Stadtteil, der ein wenig außerhalb des Zentrums liegt (ca. 4 km). Mit der U-Bahn braucht man etwa eine Viertelstunde bis dahin. Mitten durch Caballito führt die Avenida Rivadavia, die eine der dichtbefahrensten Hauptstraßen in Richtung Westen ist. Die von dort abzweigenden Straßen, so auch die Avenida La Plata, wo ich wohne, sind ebenfalls rund um die Uhr mit lautem Verkehr gesegnet. Auch hier pulsiert das Leben. Es gibt massenhaft Geschäfte und Passagen, die sich hauptsächlich an den Kreuzungen der Avenidas konzentrieren. Geht man in die Nebenstraßen, so findet man hier viele kleinere Geschäfte, Bars und Restaurants. Die Architektur ist uneinheitlich. Schöne alte Gebäude wechseln sich abrupt mit abgrundtief hässlichen Wohnblöcken ab. Da steht schon mal ein 4-etagiges Haus neben einem 25-stöckigen Betonklotz. Aber so ist das hier nun mal, und ich störe mich nicht dran. Nicht weit von meinem Haus liegt der Parque Rivadavia, die grüne Lunge meines Viertels. Sobald die Sonne scheint und besonders an den Wochenenden treffen sich hier die Leute aller Generationen zum Schwatzen, Lesen, Spielen und Sonnen. Hinter dem Park schließt sich ein Trödelmarkt an, wo man allerlei alte Bücher, Zeitschriften und Plakate, aber auch schwarz gebrannte CD oder DVD der neuesten Veröffentlichungen kaufen kann. Vor dem Park sind immer junge Leute, die Kunsthandwerkliches anbieten. Caballito ist keine touristische Sehenswürdigkeit, aber dafür ist man hier näher am Leben dran. Ich laufe gern durchs Viertel und schaue mir das bunte Treiben an. Und die einen oder anderen Leute aus der Nachbarschaft kenne ich schon. Wir grüßen uns und quatschen kurz miteinander, ehe wir weiter unseres Weges ziehen. Caballito im Internet (mit Fotogalerie): http://www.buenosaires.gov.ar/areas/barrios/buscador/ficha.php?id=9 PS: Kurze stadtentwicklungsgeschichtliche Einweisung Buenos Aires ist wie die meisten Städte in Lateinamerika schachbrettmusterartig angelegt ist. Es gibt in der Regel eine zentrale Plaza, von der ausgehend eine Hauptmagistrale die Stadt von Nord nach Süd und eine andere von West nach Ost durchschneidet. Sie bilden die Null-Linie für die Hausnummerierung. Alle Straßen verlaufen (mehr oder weniger) senkrecht zueinander. Die von ihnen umschlossene Fläche nennt man „cuadros“ (Viereck oder Block). Ein cuadro umfasst in der Regel 100 x 100 Meter. Die Hausnummern werden nach dem Prinzip der Entfernung zur Hauptmagistrale vergeben, nicht in numerischer Reihenfolge wie in Deutschland. Im ersten Block vergibt man die Hausnummern 0-99, im zweiten 100-199 usw. usf. Mein Haus in der Av. La Plata 212 liegt also im 3. Block, 212 Meter von der Hauptmagistrale entfernt. Das nächste Haus hat die Haus-Nr. 228. Nach ungeraden und geraden Hausnummer für linke bzw. rechte Straßenseite wird aber unterschieden.
Dieses Schachbrettmuster mag zwar langweilig sein, aber es ist genial zur Ortsbestimmung. Man weiß immer, wie weit man es bis zur nächsten Hauptmagistrale oder bis zum gesuchten Haus hat. Ich steige aus der U-Bahn in der Avenida Rivadavia 4300, weiß also, es sind 4,3 km bis ins Zentrum, und laufe dann in die Avenida La Plata zwei Blöcke und 212 Meter hinein und stehe vor dem Eingang meines Hauses. Kommentar hinterlassen { Vorherige Seite } { Seite 151 von 180 } { Nächste Seite } |
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