Meine Argentinienreise 2007/2008 | |
Buenos Aires – die Stadt ein einzig’ Kaffeehaus
16:29, 12 August 2007
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Zu den schönsten Örtlichkeiten der Stadt gehören die Kaffeehäuser, die heimlichen Wohnzimmer der Porteños, wie sich die Bewohner von Buenos Aires nennen. Es gibt sie praktisch in jeder Straße, oft liegen mehrere Cafés nebeneinander und gegenüber, so dass man immer die Qual der Wahl hat.Da die Argentinier so gut wie nichts zum Frühstück essen, gehen sie am Morgen auf dem Weg zur Arbeit erst mal ins Café, um auf die Schnelle einen „café con leche“ (Milchkaffee), einen „corto“ (einen „Kurzen“ = Espresso) oder „doble“ (doppelter Espresso) sowie einige „medialunas“ (Croissants) zu sich zu nehmen. Zeit genug, um noch mal schnell den Sportteil der aktuellen Tageszeitung durchzublättern. Wer aber keine Eile hat, kann sich was zu lesen oder – Gott bewahre – zu arbeiten mitnehmen und stundenlang im Kaffeehaus sitzen. Niemand drängt einem zur Eile, schnell zu konsumieren und zu verschwinden, man muss nicht mal nachbestellen, um seine Anwesenheit zu legitimieren. Manche sitzen stundenlang vor ihrem Kaffee und lesen Zeitung. Es gibt eine Menge Vorzeige-Cafés in der Stadt, die man unbedingt gesehen haben sollte, z.B. das Café „Tortoni“, ein wunderbares Jugendstilcafé. Eine sehenswerte Mulitmediashow ueber die Cafés in Buenos Aires gibt es hier: http://www.dgpatrimonio.buenosaires.gov.ar/avancafes/homecafes.htm (Clip A oder B abspielen).
Die einfachen Cafés haben aber auch ihr Flair. Es gibt immer einen mehr oder minder imposanten Tresen mit Vitrinen, wo sich Sandwich, Gebäck und Torten stapeln. An der Wand Regale mit den Weinflaschen und Spirituosen. Und ständig zischt die Espressomaschine. Hinter dem Tresen steht immer der „patrone“ des Hauses, der nie bedient, aber immer mit irgendetwas beschäftigt ist. Dann gibt es einen Mann, der hinter dem Tresen die Kaffeemaschine bedient und die bestellten Speisen zusammenstellt sowie den oder die Kellner (kommt auf die Größe des Hauses an), die mit ihren Tabletts durch den Raum schweben und auch sonst sehr aufmerksam sind und recht schnell reagieren, wenn der Kunde einen Wunsch hat oder bezahlen will. Und in der Küche schuftet und schwitzt der Koch. Die Cafés haben von früh bis spät in die Nacht geöffnet. Das Angebot reicht von Kaffee und Gebäck bis hin zu warmen, mehrgängigen Mahlzeiten. An den Abenden, wenn die Leute essen gehen (in der Regel nicht vor 22 Uhr), wird ein Teil der rustikalen Tische mit Decken überzogen und eingedeckt. Die Kaffeehäuser fungieren aber auch als Informationsbörse. Hier trifft man sich und tauscht Neuigkeiten aus. Was die Gäste betrifft, so sind in vielen Cafés die älteren Männer klar in der Überzahl. Das scheint sich noch aus alten Zeiten hinüber gerettet zu haben. Bei der Unmenge von Kaffeehäusern in der Stadt findet aber jeder ganz schnell seinen liebsten Platz, wo man am Morgen gemütlich seinen Kaffee schlürfen, seine Zeitung lesen und mit den Leuten quatschen kann.
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