Meine Argentinienreise 2007/2008 | |
Un Techo para mi País
11:41, 5 September 2007
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In dieser Woche begann meine Arbeit für Un Techo para mi País Argentina (UTPMP). Ich hatte bis zu Beginn meines Engagements keine weiteren Informationen als die der Website (http://www.untechoparamipais.org.ar/) und war dementsprechend gespannt auf das, was mich erwartet. Und ich kann nach nicht mal drei Tagen sagen: es ist ungemein spannend! Ich hatte vor einiger Zeit bereits geschrieben, das UTPMP eine Organisation junger Freiwilliger ist, die Häuser für Familien baut, die in extremer Armut leben. Un Techo para mi País wurde 1997 in Chile gegründet, und nach nicht einmal 10 Jahren ist sie in insgesamt 10 Ländern Lateinamerikas tätig (in Argentinien seit 2002). Mehr als 60.000 Freiwillige haben seither fast 40.000 Häuser errichtet, und die Organisation wächst weiter. Für mich ist es äußerst interessant zu beobachten, mit welchen Enthusiasmus und Idealismus die Leute hier an die Arbeit gehen. Ich muss mich auch erst mal einfinden und habe deswegen als erste Aufgabe die Übersetzung der sehr informativen Website ins Deutsche (später vielleicht auch in Englisch) übernommen. Auf dieses Weise verbessere ich mein Spanisch und lerne die Organisation und deren Philosophie kennen. Meine zweite Aufgabe wird die Teilnahme an den kommenden Bauaktivitäten sein (Mitte September die nächste Kampagne), wobei ich auch die Qualität der Konstruktionen und mögliche technische Verbesserungen evaluieren soll. Die dritte Aufgabe wird sein, Verbindungen zu gleichgesinnten Organisationen in Deutschland herzustellen und eventuelle Möglichkeiten zur Spendengenerierung zu erkunden. Momentan sind viele Freiwillige von UTPMP in Peru in den Orten, die von dem schlimmen Erdbeben betroffen sind. Hierzu gibt es ein eindrucksvolles Video bei YouTube: http://www.youtube.com/watch?v=jHPgjlWDsWw Kommenden Samstag werde ich das erste Mal auf die Leute treffen, die Hilfe nötig habe. Das Problem Armut ist in Argentinien allgegenwärtig. Schon in Buenos Aires sieht man überall Obdachlose, Bettler, junge Frauen mit ihren Babys, die in irgendwelchen Einfahrten hocken, kleine Kinder, die versuchen, irgendwelchen billigen Krimskrams zu verkaufen – man kommt nicht daran vorbei, ich habe auch das eine oder andere Mal vorsichtig versucht, mit ihnen ins Gespräch zu kommen, aber meistens tat ich es wie die anderen auch: Blick stur geradeaus und nicht zur Kenntnis nehmen. Was die Philosophie von UTPMP betrifft, so bin ich sehr angenehm überrascht, welch klare Vorstellungen und feste Prinzipien sie bei der Auswahl der Familien haben. Diese Häuser werden nicht einfach übergeben oder verschenkt, sondern die Begünstigten müssen sich aktiv am Projekt beteiligen. Sie bezahlen einen bestimmten Mindestbetrag für das Haus, dass bewusst nur in einer sehr einfachen Ausführung gehalten ist. Es ist dann die Aufgabe der neuen Hausherren, dies schrittweise weiter auszubauen. Dies wird des Weiteren von Sozialprogrammen flankiert, die dazu dienen sollen, Verantwortungsbewusstsein, Pflichtgefühl und Gemeinschaftssinn unter den Leuten in der Siedlung zu entwickeln und zu fördern. Die Menschen sollen ermutigt und befähigt werden, sich eine Arbeit zu suchen, ihre Kinder regelmäßig zur Schule zu schicken, eigenständig Behördengänge zu erledigen, Mikrokredite zu beantragen und anderes mehr. Diese Menschen werden also nicht alimentiert (wie ich ein bisschen befürchtet hatte), sondern werden in die Pflicht genommen. Ich werde in den kommenden Tagen mit Sicherheit noch tiefere Einblicke in die Arbeit von Un Techo para mi País erhalten, und ich werde gern darüber berichten. Jetzt muss ich mich wieder der Übersetzung der Website widmen. Bis bald!
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