Meine Argentinienreise 2007/2008 | |
Argentinien innenpolitisch
13:56, 18 September 2007
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Natürlich interessiere ich mich sehr für das aktuelle politische Tagesgeschehen in Argentinien. Ich hätte euch gern schon viel eher an den hiesigen Geschehnissen teilhaben lassen wollen, hatte aber zu wenig Zeit, als dass ich wie ein profunder Kenner der Szene darüber berichten könnte. Eine ganze Menge Ereignisse stürzte in letzter Zeit auf mich ein – teilweise unglaubliche, denn die Politik in Argentinien ist nicht mir der Politik zu vergleichen, die wir aus Deutschland gewohnt sind. Findet man in Deutschland eine Art Politikmüdigkeit vor („Man kann’s eh’ nicht ändern!“), so ist die Politik in Argentinien durch eine Mischung aus Populismus, Radikalismus, Demagogie, Hemmungslosigkeit, Korruption und Klientelwirtschaft geprägt. Gerade in diesem Jahr, wo in vielen Provinzen und Städten Gouverneure und Bügemeister gewählt werden und im Oktober die Präsidentschaftswahlen stattfinden, geht es richtig hoch her. Da wird großflächig plakatiert, die gegnerischen Plakate abgerissen, meterhohe Parolen an Mauern und Brückenpfeilern gepinselt und keine Gelegenheit ausgelassen, sich gegenüber dem Wahlvolk als generös zu zeigen. Oftmals ist es einfach nur schamlos. ![]() ![]() Wer mehr Informationen zu den Präsidentschaftswahlen möchte, dem empfehle ich das überaus interessante Weblog „Argentinien – Politik und Gesellschaft“ von Camilla Landboe, einer Journalistin und Redakteurin, u.a. beim „Argentinischen Tageblatt“: http://camillalandboe.blogspot.com/2007/09/wer-wird-prsident.html Aber auch in Córdoba geht’s hoch her. Vor 14 Tagen fanden hier die Gouverneurswahlen statt, und seitdem ist die Stadt in zwei Lager gespalten, denn es gibt keinen eindeutigen Wahlsieger - nur knapp 1% Differenz zwischen den beiden Kontrahenten Schiaretti und Juez. Schiaretti rekalmiert den Sieg für sich, Juez schreit „Wahlbetrug!“. Man muss wissen, dass beide frühere politische Weggefährten waren, die sich nach langer Zeit trennten (was einem Hochverrat gleichkommt) und sich heute spinnefeind sind. Schiaretti, der der peronistischen Partei angehört (offizieller Name ist „Jusitizialistische Partei“, aber kaum jemand nennt sie so), ist für viele Menschen hier ein „Dieb“, ein korrupter Politiker der alten Schule. Ihm traut man alles zu – auch Wahlbetrug. Ob allerdings Juez die bessere Alternative darstellt, wage ich zu bezweifeln, denn oftmals erscheinen die politischen Gegner nur deswegen „sauberer“, weil die anderen eben noch mehr Dreck am Stecken haben. Mehr dazu hier: http://camillalandboe.blogspot.com/2007/09/war-es-doch-betrug.html Fortsetzung folgt…
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