Meine Argentinienreise 2007/2008 | |
Che
11:38, 11 October 2007
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Am 9. Oktober, auf der Rückfahrt von Villa General Belgrano, besuchte ich Silvia. Ich hatte sie vor etwa 2 Wochen im Theater kennen gelernt. Silvia ist eine New Yorker Fotografin, die sich in Alta Gracía, ca. 30 km südlich von Còrdoba, ein Haus gekauft hat. Dies baut sie jetzt zu einem Bed & Breakfast um (Das geschmackvollst eingerichtete B&B, das ich kenne: www.279byb.com/; hier noch Silvias Website mit einigen ihrer Fotografien). Und wie es der Zufall will, steht in Alta Gracía das Museo de Casa de Ernesto Guevara, genannt Che Guevara, über dessen Leben und Wirken ich euch ganz bestimmt nichts erzählen muss (hier ein Link zu seiner ausführlichen Biographie). Und um das alles noch zu toppen: am 09.10.2007 war sein 40. Todestag. Wir beide sind also ins Museum, einem Haus aus der Kindheit Che Guevaras, und platzten mitten in die Feierlichkeiten mit Ansprache durch den Bürgermeister, Musik und Treffen ehemaliger Jugendfreunde und Weggefährten Che’s. Als das Museum im vergangenen Jahr eröffnet wurde, waren auch Fidel Castro und der venezolanische Präsident Hugo Chavez anwesend.
![]() Che ist natürlich auch ein Idol in Argentinien. Er verkörpert viele typisch argentinische Eigenschaften in seiner Person: Romantik, Revolution, aber auch Tragik. Zu Letzterer gehört für mich dazu, dass Che mittlerweile eine „Marke“ ist, die weltweit vertrieben wird. Che’s Konterfei schaut von T-Shirts, Button und wirbt für Produkte jedweder Art. Für die meisten, die sich dessen bedienen, spielen Che’s Ideale keine Rolle.
![]() Was mich und meinen revolutionären Geist betrifft, so kann ich nur auf ein Sprichwort verweisen, dessen Urheber mir nicht bekannt ist: „Wer mit zwanzig kein Kommunist ist, hat kein Herz! Und wer mit dreißig immer noch Kommunist ist, hat keinen Verstand!“ Mich interessiert wirklich, was aus Che geworden wäre, hätte man ihn nicht vor 40 Jahren füsiliert. Auch so ein alter starrsinniger Sack wie Fidel?
![]() PS: Was bedeutet eigentlich „Che“? Ganz einfach: hey! „Che“ ist umgangssprachlich in Argentinien, eigentlich typisch Cordobeser Dialekt. Ständig wird man mit „che“ angesprochen, auf das man sich allerdings nix einbilden braucht. „Che, escucha!“ – „Ey, hör mal!“ Und weil Ernesto Guevara auf Kuba ständig dieses „che“ benutzte, hatte er bald seinen Spitznamen weg. Hier einige lesenswerte Artikel über Che: Obwohl er Hunderte Menschen auf dem Gewissen hat: Che ist Chic. 40 Jahre nach dem Tod des Commandante hat Reinhard Mohr Che überall gefunden: in der Zelle von Andreas Baader, auf der Brust von Johnny Depp, im Dekolleté von Gisèle Bündchen. Was ist Ihr Bild von Che? Lateinamerikas Superstar Che und meinen Bruder konnte ich nie in Einklang bringen Che Guevara – Mythos mit politischer Sprengkraft Kommentar hinterlassen { Vorherige Seite } { Seite 102 von 180 } { Nächste Seite } |
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