Meine Argentinienreise 2007/2008 | |
Quarktorten-Business
16:50, 27 October 2007
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Was die Bestreitung meines Lebensunterhaltes angeht, so habe ich kein Problem damit, solange genügend Geld da ist. Da ich aber nicht so enden will wie George Best (Nordire und wahrscheinlich der beste europäische Fußballer der 60er Jahre – R.I.P.), der von sich sagte: „Ich habe eine Menge Geld für Frauen, schnelle Autos und Alkohol ausgegen; den Rest habe ich einfach verprasst.“, muss ich mir langsam Gedanken machen, wie ich hier in Argentinien zu Geld kommen kann. Und es sieht so aus, als ob es bereits eine Idee gäbe: ich mache in Quarktorten-Business (ich liebe diese Phrase „ich mache in …“ – so als ob sich jemand „erleichtern“ würde). Ich kann weder gut kochen, noch backen, aber eines kann ich: eine Quarktorte ohne Boden zurechtrühren. Und ausgerechnet dieses Rezept aus einem Backbuch aus der Ulbricht-Ära (das wahrscheinlich auf Stalins Großmutter zurückzuführen ist), aus einer Zeit, als man noch Lehm und Sägemehl untermischen musste, um den Teig zu strecken (so mache ich es heute auch noch), wo man sich nicht einmal einen Tortenboden leisten konnte, also ausgerechnet mit diese Quarktorte mache ich hier die Leute glücklich. Essgewohnheiten sind immer ein Gesprächsthema zwischen den Leuten, und da man mit der deutschen Küche schwerlich die argentinische beeindrucken kann, muss man eben auf andere Felder ausweichen, und das sind die Backwaren. Die hiesigen Backwaren sind in der Regel weich, klebrig-süß und trocken, und irgendwann sagte ich mal so daher, dass ich eine echte tarta de queso alemana backen werde. Das Versprechen musste ich einlösen, was schwierig war angesichts der Tatsache, dass es hier keinen Quark (sondern nur Ricotta) gibt und ich das Rezept mehr schlecht als recht im Kopf hatte. Der erste Versuch war nicht so gut gelungen (Ricotta war zu grobkörnig), aber der zweite Treffer saß (ich fand eine cremigere Version von Ricotta im Supermarkt). Jetzt gehe ich damit hausieren. Selbst mein Bäcker um die Ecke hat eine Kostprobe abbekommen. Die erste Lizenz ist schon so gut wie verkauft, und wenn es weiter so gut läuft, werde ich mir eine Estancia und eine Bodega (ein Weingut) kaufen.
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