Meine Argentinienreise 2007/2008

Novidades

16:49, 5 November 2007 .. 1 Kommentare .. Link
Die Zeit, die eilt in Riesenschritten… Jetzt sind es nur noch drei Wochen, bis ich meine Zelte in Córdoba abbreche und zurück nach Buenos Aires fahre. So schnell vergeht ein Vierteljahr. Eigentlich wollte ich heute schon unterwegs in den Bergen sein, für ein paar Tage wandern gehen, aber da ich heute Abend zum Essen eingeladen wurde, habe ich die Tour auf morgen verschoben.

Meine Arbeit für Un Techo Para Mi Pais ist im Grunde beendet. Einziger Punkt ist ein Arbeitseinsatz für einen Tag (nächstes oder übernächstes Wochenende), wo wir den Häusern, die wir vor einigen Wochen in den „villas“ von Córdoba montiert hatten, eine zusätzliche Isolierung verpassen. Im Grunde hätte ich jetzt genügend Zeit für andere Dinge, aber es kommt immer anders als man denkt. Es hat sich ein weiterer Arbeitgeber gemeldet, der Interesse an einer (kostenfreien) Mitarbeit meinerseits hat. Es ist eine Stiftung, die ein Heim für „personas en dificultades“ betreibt – umgangssprachlich: behinderte Kinder und Jugendliche – und die schon mal vor 2 Monaten angefragt hatten, aber dann nichts mehr von sich hören ließen. Da ich mit meiner Arbeit bei Un Techo ausgelastet war, habe ich mich auch nicht weiter gekümmert. Jetzt aber erreichte mich eine E-Mail mit der Bitte nach einem Treffen, das ich nicht ausschlagen wollte. Auch bei dieser Arbeit geht es darum, Möglichkeiten für die Generierung von Spendengeldern zu erkunden. Das ist keine Aufgabe, die ich in den drei restlichen Wochen absolvieren kann, zumal ich mich noch in die Materie der Psychologie, Psycho- und Sozialpädagogik und anderes mehr einarbeiten müsste – alles Themen, zu denen ich beruflicherseits und interessenhalber kaum einen Bezug habe. Das einzige, was ich anbieten konnte, war, die Basis dafür zu schaffen, dass die Stiftung ihr Anliegen nach außen tragen kann: über eine mehrsprachige Website. Diese habe ich in Grundzügen entworfen, jetzt müssen mir die Texte zugearbeitet werden, damit diese übersetzt und die Website veröffentlicht werden kann. Das will ich noch bis zum Ende meines Aufenthaltes in Córdoba hinbekommen.

Trotz aller Arbeit (oder gerade deswegen) musste ich in der vergangenen Woche mal raus aus der Stadt. Bin nach La Falda gefahren, eine Stadt ca. 70 km nördlich am Fuße der Sierras gelegen, und dort ein bisschen durch die Berglandschaft gestiefelt. Das Wetter hat sich ein mittlerweile geändert. Stöhnten wir in den vergangenen Wochen unter der Hitze, so zogen vergangene Woche ab und zu Regenwolken vorbei. Am Mittwochabend hatten wir sogar astreines Novemberschmuddelwetter, so wie man es in Deutschland kennt. Das war so deprimierend!

Ansonsten spielt sich alles Interessante sowieso nur des Nachts ab. Vor Mitternacht beginnt hier kaum eine Veranstaltung. Ich war Samstagnacht zur „Fiesta Bubamara - Balkan Sound“, die für 24 Uhr annonciert war und tatsächlich erst gegen 2 Uhr morgens begann. Da ich die Nacht zuvor auf einer Milonga war, also beim Tango, war ich am Sonntag entsprechend knülle.

Heute packe ich meinen Rucksack für die morgen beginnende Tour. Ich will mit dem Bus nach Santa Rosa de Calamuchita fahren, etwa 2 Stunden Fahrt nach Süden, und von dort in Richtung Westen die Sierras de Comechingones durchqueren. Dort befindet sich der Cerro Champaqui (2.790 m), den ich zu erklimmen hoffe. Ich bin gespannt auf die Landschaft und die Stimmung, die mich dort erwarten. Zum Ende der Woche bin ich wieder zurück. Keine Sorge, ich passe auf mich auf. Nos vemos!

Die Kunst, richtig zu reisen

Entwirf deinen Reiseplan im Großen - und lass dich im Einzelnen von der bunten Stunde treiben. Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt - sieh sie dir an. Niemand hat heute ein so vollkommenes Weltbild, dass er alles verstehen und würdigen kann: hab den Mut, zu sagen, dass du von einer Sache nichts verstehst. Nimm die kleinen Schwierigkeiten der Reise nicht so wichtig; bleibst du einmal auf einer Zwischenstation sitzen, dann freu dich, dass du am Leben bist, sieh dir die Hühner an und die ernsthaften Ziegen, und mach einen kleinen Schwatz mit dem Mann im Zigarettenladen. Entspanne dich. Lass das Steuer los. Trudele durch die Welt. Sie ist so schön: gib dich ihr hin, und sie wird dich dir geben.

Kurt Tucholsky


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Reisen wie Tucholsky

10:07, 6 November 2007 .. Geschrieben von mequegua88
Eine schöne Anweisung zum reisen. Zu viele Leute schmücken ihre Reisebeschreibungen nur mit den Schwierikeiten. Aber deswegen sind sie doch garnicht irgendwo hingefahren. Mir gings auch oft so:
Mittelamerika. Nach dem Flug für Mann und Motorrad von Bogotá/Kolumbien nach Panama geht’s durch die Länder : Panama, Costa Rica, Nicaragua, Honduras und Guatemala (Mexiko gehört geographisch zu Nordamerika). An jeder Grenze gibt’s Helfer „Tramidores", die einem „helfen" die Formalitäten zu erledigen, und die sind vielfältig. Man nimmt sich am besten einen Älteren als Führer, der einen zu den Schaltern für Pass-, Fahrzeug- und Versicherungsbescheinigungen bringt (5$), und einen Buben, der auf Moped aufpasst (1$).
Natürlich ärgert man sich im Moment über das Geld, aber nach 20 km denkt man, siehs in der Gesamtperspektive, und dann ists nur ein unbedeutendes Detail.


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