Meine Argentinienreise 2007/2008

Schlussgerade

11:06, 22 November 2007 .. 0 Kommentare .. Link
Dies ist meine letzte Woche in Córdoba. So schnell vergeht ein Vierteljahr. Ich bin momentan ziemlich damit beschäftigt, meine Arbeiten zu Ende zu bringen und bei meiner Abschiedstour niemanden zu vergessen. Meine Arbeit für Un Techo Para Mi País habe ich ja schon beschrieben. Mein „Zweitjob“ für die Fundación Mannoni ist soweit gediehen, dass die Inhalte für die Website bis Ende der Woche stehen sollen. Ich hoffe, dass ich in Kürze die Zugangsdaten für die neue Domain erhalte, um die Seite ins Netz stellen zu können. Wie es halt so ist, hat sich eine Menge Text abgesammelt, der strukturiert und verlinkt werden will. Für eine deutsche Übersetzung war leider keine mehr Zeit gewesen. Hier muss jemand anderes den Staffelstab übernehmen.

Abgesehen von diesen Restarbeiten nutzte ich auch die Zeit für andere Dinge. Letztens war ich im Kino und schaute mir „Das Leben der anderen“ an. Ich hatte diesen Film noch nicht gesehen, wurde aber hier in Argentinien immer wieder darauf angesprochen. Es war schon seltsam für mich, mit einem zeitlich und örtlich großen Abstand einen Film über das Land zu sehen, in dem ich aufgewachsen war. Es gab ein paar Szenen, wo ich heftig auf meinem Stuhl hin und her rutschte; einerseits, weil sie unangenehme Erinnerungen freisetzten, manchmal aber auch, weil mir einiges zu plakativ oder zu dick aufgetragen erschien. Aber egal, es war höchst interessant, in einem argentinischen Kino einen deutschen Film in deutscher Sprache (und spanischen Untertiteln) mit von mir bewunderten Schauspielern (Ulrich Mühe und Martina Gedeck) über mein ehemaliges Land zu sehen, das mir bei vorbildlichem Betragen („…der Staat hat soviel für dich getan…“) sicherlich ein kommodes Auskommen, aber niemals die Möglichkeit eingeräumt hätte, das andere Ende der Welt kennen zu lernen.

Den Tagesablauf konnte ich mir in letzter Zeit gar nicht mehr so frei einteilen. Die Temperaturen steigen gegen Mittag dermaßen an, dass jeder, der einigermaßen bei Verstand ist, sich dann ein schattiges Plätzchen für eine Siesta sucht. Bis gegen 11 Uhr hält man es draußen aus, danach hat man das Gefühl, als ob jemand mit einem Heißluftfön direkt ins Gesicht bläst. Am Nachmittag erlahmt die Stadt und wird erst wieder gegen 18 Uhr lebendig. Viele Geschäfte schließen während der Nachmittagszeit. Ich nutze diese Mittagsstunden zum Schreiben, Zeitunglesen oder Spanischlernen.

Mit meinem Spanisch komme ich mittlerweile ganz gut über die Runden. Selbst das Telefonieren, was mir immer ein Horror war, weil ich die Person nicht sehen kann, klappt gut. Ich lese viel und komme oft mit Leuten ins Gespräch. Es gibt welche, bei denen ich alles verstehe, andere, bei denen ich immer mal nachfragen muss, aber keine mehr wie zu Beginn meiner Zeit in Córdoba, die ich auf Grund ihres starken Akzentes überhaupt nicht verstehe. Ich glaube, ich habe mir selber schon ein wenig „córdobes“ angewöhnt.

Wie gesagt: diese Woche bin ich ein bisschen am Rotieren, am Wochenende läuft die nächste Bauaktion mit Un Techo Para Mi Pais (zudem auch das 1. Tango-Festival in Córdoba), und dann heißt es schon Abschied nehmen. So ganz und gar verlasse ich die Stadt noch nicht. Ich habe mir überlegt, dass ich meine Tasche irgendwo unterstelle und für eine Woche auf Reisen gehe. Ich will noch mal durch die Sierras und in Richtung La Rioja und San Juan. Wahrscheinlich mache ich mich am 5. Dezember auf den Weg nach Buenos Aires.


Kommentar hinterlassen

{ Vorherige Seite } { Seite 78 von 180 } { Nächste Seite }

Über mich

Home
Profil
Archiv
Freunde
Fotoalbum

Links

Argentina Online
CouchSurfing
Zackenbahn
Jean Béliveau
Un Techo Para Mi Pais Argentina
VCDB
Henryk Wolski
Weltenbummler2003
Tango in Córdoba
Projekt AYNI
Argentinien - Politik & Gesellschaft
Blog de Mujer
RausVonZuHaus-Argentinien
Silvia Lareo-Vázquez
Karpatenwilli
Rennkuckuck
Dorit auf Reisen
Meiner Brueder Tischlerei

Kategorien

Argentinien
Reisen

Letzte Einträge

The end? This is not the end, my friend!
¡Adios Argentina!
Ein neues Zeitalter ist angebrochen!
Chau Córdoba (zum Zweiten!)
Wieder in Córdoba
Construcción mit Un Techo Para Mi País – meine Dritte
La ciudad de mis sueños...
Jack Kerouac hat mir den Arsch gerettet...
Wieder in Cochabamba
Von Huancayo nach La Paz
Un Techo Para Mi País - construcción vom 23.-25. Mai
Von Lima nach Huancayo auf der hoechsten Gebirgsstrecke der Welt
Von Quito nach Lima
Mitad del Mundo
Calvin & Hobbes en castellano
Der Panamahut...
El Tren de la Libertad
Im ecuadorianisch-kolumbianischen Grenzgebiet
Mitten durch Ecuador - von Sued nach Nord
Peru - eine Abrechnung

Freunde

semiperfectus
mequegua88
Dorit
datha