Meine Argentinienreise 2007/2008 | |
In der Kondorschlucht
09:10, 22 November 2007
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Der Kondor (Betonung auf dem ersten „o“), genauer gesagt: der Andenkondor, wird in Südamerika als der König der Lüfte verehrt. In Kolumbien, Ecuador, Bolivien und Chile ziert er das Staatswappen. Für die Ureinwohner des Kontinents gilt er als Symbol für die Unsterblichkeit, convirtiéndose und als der Geist, der die Welt von der Unreinheit befreit. Ein ausgewachsener Kondor kann eine Körperlänge von bis zu 110 cm, ein Gewicht von bis zu 12 kg und eine Flügelspannweite jenseits der 3 m vorweisen. Er kann Flughöhen von 7.000 m erreichen. Charakteristisch ist seine weiße Halskrause, die ihn von den anderen Greifvögeln auffallend unterscheidet. Der Andenkondor gehört zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten. In Argentinien gibt es mittlerweile mehrere Initiativen, die sich dem Schutz und der Aufzucht von Kondoren widmen. Besonders die Aufzucht ist ein schwieriges Unterfangen, weil man Kondore nur schwer in Gefangenschaft halten kann. Deswegen wurden verschiedene Nationalparks eingerichtet, in denen die Kondore einen Lebensraum finden können, wie zum Beispiel in der Quebrada del Condorito, der Kondorschlucht, etwa 2 Stunden westlich von Córdoba in der Valle de Punilla gelegen. Dies ist eine gigantische Schlucht, die jäh in eine Tiefe von bis zu 800 m abfällt. Wenn man vom Bus an der richtigen Stelle abgesetzt wurde, meldet man sich beim Wildhüter an und läuft dann ca. 6 km durch die Steppe, bis man den „balcón norte“ erreicht, einen fantastischen Aussichtspunkt an der Schlucht. Hier muss man die Augen scharf stellen, denn die Kondore schweben teilweise unterhalb des Aussichtspunktes in der Schlucht, wo sie sich kaum von der Farbe des Gesteins unterscheiden. Deswegen gibt es wahrscheinlich einen Touristen-Kondor, den ich ungefähr einen Kilometer vor der Schlucht im Gras hatte sitzen sehen, nur 50 m von mir entfernt. Er erhob sich zwei, drei Mal und flog eine kurze Runde, ehe er davonschwebte, und so habe ich diesen legendären Vogel einmal ganz aus der Nähe bestaunen dürfen.
Für diejenigen, die es nicht so populärwissenschaftlich mögen, seien folgende Informationen nachgereicht: - Die Arten der Neuweltgeier besitzen weder Greifklauen noch einen Stimmapparat - Bei der Paarung zeigt sich ein Schnäbelverhalten - Bei Neuweltgeiern lässt sich ein Kotbespritzen der Füße beobachten - Die chemische Zusammensetzung des Bürzelsekrets ist dem von Schreitvögeln sehr ähnlich Es kommt aber noch besser: „Oftmals legt der Kondor auch kurze Strecken zu Fuß zurück.“ Also bitte nicht wundern, wenn euch irgendwo in den Bergen ein Kondor zu Fuß entgegenkommt. Einfach grüßen und weitergehen.
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