Meine Argentinienreise 2007/2008 | |
Las Malvinas
09:10, 22 November 2007
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Wer nach Argentinien kommt, der lernt seine erste Lektion Geschichte schon am Flughafen oder am Grenzübergang. „Las Malvinas son argentinas“ steht dort mit Sicherheit auf einem Banner oder einem Plakat. Vor 25 Jahren kam es zu den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Argentinien, damals noch von den Militärs regiert, und Großbritannien. Ich war damals 14 Jahre alt und kann mich noch gut daran erinnern, besonders weil ich nicht so recht glauben konnte, dass sich ausgerechnet diese beiden Staaten um ein paar Felsen im Südatlantik schlagen.Der Krieg endete mit der vollständigen Niederlage der argentinischen Armee und wird im Allgemeinen als das Ereignis betrachtet, das letztendlich auch die Militärdiktatur unter sich begrub und die Rückkehr der Demokratie im Jahre 1983 ermöglichte. Die tatsächliche Lage ist allerdings komplexer. Ich bin auf das Thema gekommen, weil ich seit meiner Ankunft in Argentinien verschiedentlich Malvinenkriegsveteranen gesehen oder getroffen habe. Zum Zeitpunkt des Krieges 1982 waren viele der an der Invasion beteiligten argentinischen Soldaten junge Rekruten im Alter von 20 Jahren, die teilweise noch nicht mal eine militärische Grundausbildung hatten. Heute sind sie um die 45 Jahre alt, also nur ein paar wenige Jahre älter als ich, aber sie sehen aus und bewegen sich wie müde alte Männer.
Der Krieg hat knapp 900 Menschenleben gefordert, davon 650 auf der argentinischen Seite. In jeder größeren Stadt steht ein Monument oder ein Gedenkstein für die „Helden des Vaterlandes“ (in Córdoba erinnert dieses Denkmal an die Kriegsteilnehmer und mehr als 100 Gefallen aus der Provinz), aber in Wirklichkeit möchte man nicht an diesen Krieg erinnert werden, weil er zwei Dinge aufzeigt: erstens – als der Krieg begann, bejubelten tausende von Menschen auf der Plaza de Mayo in Buenos Aires eine Militärjunta, die seit mehr als 6 Jahren mit offensichtlich terroristischen Methoden ein ganzes Land unterdrückte; und zweitens – die Schmach der Niederlage.
Die Kriegsveteranen werden von den Politikern ab und zu zum Vorzeigen gebraucht, aber ansonsten sind sie vergessen und ignoriert. Viele sind traumatisiert, und die Selbstmordrate unter ihnen ist extrem hoch. Bisher haben sich mehr als 450 Kriegsveteranen das Leben genommen, und wenn nichts unternommen wird, wird die Zahl der freiwillig aus dem Leben Geschiedenen bald höher sein als die der Gefallenen. Hier ein sehr informativer Beitrag vom Deutschland-Radio: „Argentiniens unbewältigte Vergangenheit“. Mehr Infos über den Krieg findet ihr hier: Kommentar hinterlassen { Vorherige Seite } { Seite 79 von 180 } { Nächste Seite } |
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