Meine Argentinienreise 2007/2008 | |
Das Schicksal
11:03, 5 February 2008
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Das man auf so einer langen Reise in der Fremde der einen oder anderen Prüfung unterzogen wird, davon gehe ich aus: Krankheit, Unfall, Diebstahl. Damit muss man immer rechnen, ich bin darauf vorbereitet und habe mich dagegen gewappnet. Was sich das Schicksal aber für mich ausgedacht hat, übersteigt mein Vorstellungsvermögen - darauf war ich nicht vorbereitet. Montag, 4. Februar, war der Tag, auf den ich lange gewartet hatte und wo ich am Flughafen meine Familie in Empfang nehmen wollte. Drei Wochen Abenteuer lagen vor uns. Einen Tag vor der Abreise aus Dresden erhalte ich die Schreckensnachricht, dass die Mutter meines Sohnes sich eine schwere Grippe eingefangen hat und deswegen den Flug nicht antreten kann.Es ist, als ob sich mit einem Mal die Erde öffnet und man ins Bodenlose fällt. Ich habe schon lange nicht mehr solch eine Leere in meinen Kopf gespürt, solch eine riesige Enttäuschung, solch einen tiefen Stich ins Herz. Bis jetzt stand die Reise unter einem glücklichen Stern, und gerade jetzt, wo ich so euphorisiert aus Patagonien zurückkehrte, wendete sich das Blatt von einer Minute auf die andere von „himmelhochjauzend“ nach „zu Tode betrübt“. Was für ein Unglück auch für meinen Sohn Leon, dem ich Land und Leute, Guanakos und Pinguine, tosende Wasserfälle und majestätische Berge zeigen und überhaupt das Fernweh und das Interesse für die große weite Welt entfachen wollte. Alles perdú! Ich bin immer noch nicht darüber hinweg und habe mich entschieden, all das, was ich auf der Reise nicht mehr brauche, hier in Buenos Aires einzulagern und am Mittwoch zu Freunden nach Humahuaca in den Norden zu fahren. Dort gibt es genug zu arbeiten, was mich die grenzenlose Enttäuschung vielleicht ein bisschen vergessen lässt. Und überhaupt: so langsam erwacht wieder der kämpferische Wille in mir. Wenn es dieses Mal nicht geklappt hat, dann versuchen wir es eben noch ein Mal; nächstes Jahr im Februar, in den Winterferien. Das ist auch eine Lektion, die ich besonders auf den Reisen gelernt habe: mitunter muss man eben ein zweites Mal Anlauf nehmen. Meine Planung sieht jetzt so aus, dass ich etwa 2 Wochen in Humahuaca bleiben werde, um dort in der Residencia Estudiantil zu arbeiten und mich auf meine Weiterreise in Richtung Bolivien und Peru vorzubereiten. Ab Ende Februar bis Mitte Mai geht es dann durch die anderen Länder Südamerikas – vielleicht schaffe ich es, alle wenigstens mal gesehen zu haben. Ende Mai will ich wieder in Córdoba sein, um an der nächsten Konstruktion mit Un Techo Para Mi Pais teilzunehmen. Danach geht’s wieder nach Buenos Aires, wo ich am 2. Juni meinen Geburtstag feiern und am 5. Juni ins Flugzeug nach Deutschland steigen werde. Habe heute mein Flugticket entsprechend umgebucht. So sieht’s aus, Freunde. Mal schauen, was die kommende Zeit bringt. Kommentar hinterlassen { Vorherige Seite } { Seite 62 von 180 } { Nächste Seite } |
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