Meine Argentinienreise 2007/2008 | |
In Sucre
15:25, 6 March 2008
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Ich bin vor zwei Tagen in Sucre gelandet, der Hauptstadt Boliviens (viele denken, dass La Paz die Hauptstadt ist, aber dort ist nur der Regierungssitz). Sucre hat gerade mal knapp 200.000 Einwohner und gilt als die schoenste Stadt des Landes. Hier findet man ganze Strassenzeilen mit Haeusern im Kolonialstil, weiss getuencht, was besonders bei Sonnenschein die Stadt regelrecht erstrahlen laesst, es gibt wunderschoene Kirchen, viel Gruen (was ich auf dem Altiplano sehr vermisst habe) und viel Leben in den Strassen.
Ich bin diesmal nicht in einer Herberge abgestiegen, sondern "couchsurfe" bei Grégoire, einem Franzosen, der hier in Sucre lebt und fuer eine Hilfsorgansation arbeitet, die sich im Strassenkinder kuemmert und einen Treffpunkt betreibt, wo die Kinder warme Mahlzeiten, schulischen Nachhilfeunterricht bekommen und sich in diversen Werkstaetten kuenstlerisch oder handwerklich betaetigen koennen. Hier der Link zur Website (die leider im Moment nicht funzt): www.centro-nanta.org/ Ich selbst nutzte die Zeit wieder mal zum Herumstromern und das Leben auf den Strassen beobachten. Und wo kann man das besser als auf dem Mercado; und der in Sucre ist ein ganz besonders interessanter. Ich habe gestern und heute Stunden dort verbracht. An allen Ecken und Enden werden Obst, Gemuese, Fleisch, Kaese, Suesswaren angeboten, in hunderten von Toepfen und Pfannen schmorgelt und brutzelt es, Hunde streunen durch die dunklen Gassen, ueberall Menschen aller Coleur - man kann es wirklich nicht in Biidern wiedergeben; das muss man erleben. Hier in Bolivien kann man aber auch unbesorgt zuschlagen. Fuer weniger als einen Euro bekommt man eine warme Mahlzeit, ein frisch gepresster Obstsaft kostet 50 Cent, eine Empanada 15 Cent - alles Pfennigbetraege. Mit knapp 10 Euro komme ich ueber den Tag, und da ist die Unterkunft schon eingeschlossen. Gestern war ich mit meinen hiesigen Freunden im Cafe "Gnadenlos", dass mich mit seinem Interior sehr ueberraschte. Der Besitzer war ein Deutscher (jetzt betreibt eine Hollaenderin das Café), aber im Inneren findet man Reklame fuer Feiberger Bier und Lausitzer Potter, ausserdem haben sich diverse Wandergesellen verewigt. Ich muss gestehen, dass ein wenig Heimatgefuehle in mir aufkamen. Es gibt sogar eine Website: sucre.cafegnadenlos.com/ Heute Abend geht mein Bus nach Cochabamba, wo mich neue Abenteuer erwarten. Auch hier werde ich "couchsurfen" und sehr wahrscheinlich eine sehr interessante Persoenlichkeit kennen lernen., naemlich Matthias (oder besser: Don Matías), ein ausgewanderter Deutscher, der bestimmt was zu erzaehlen hat.
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