Meine Argentinienreise 2007/2008 | |
In den Yungas
11:27, 16 March 2008
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Ganz in der Naehe der quirligen Megametropole La Paz, doch aber Welten entfernt befinden sich die Yungas (de.wikipedia.org/wiki/Yungas), eine Region hinter der mehr als 4.000 m hohen Kordillere, die sich durch ueppiges Gruen und mildes Klima auszeichnet. Hier liegt Coroico, ein kleines Staedtchen, das wie ein Schwalbennest am Hang klebt und nach etwa 4 Stunden Fahrt aus La Paz erreicht werden kann.
Selbst wenn Coroico keine Reise wert waere, allein die 100 km Fahrt nach dorthin ist es. Von La Paz aus steigt die Strasse bis ueber 4.000 m Meereshoehe an, windet sich entlang steiler Haenge und bietet atenberaubende Ausblicke hinunter in die Taeler, die meistens von Wolken verhangen sind. Dann faellt die Strasse in Serpentinen um 3.000 m ab, ehe man noch einmal 8 km den Berg nach Coroico hinauf kriechen muss. Die Stadt selbst befidnet sich auf ca. 1.300 m Seehoehe. Frueher war die Fahrt dahin ein wirklich lebensgefaehrliches Abenteuer, fuehrte doch lediglich die beruehmt-beruechtigte "Death Road" dorthin, ein schmaler, in den Hang gefraester, von staendigen Erdrutschen geplagter Pfad, auf dem kaum zwei Autos aneinander vorbeikamen. Hier fielen im wahrsten Sinne des Wortes oefters Autos und LKW in die hunderte Meter tiefen Schluchten hinab. Statistisch gesehen war dies die Strasse mit den den meisten toedlichen Unfaellen. Jetzt gibt es zum Glueck eine asphaltierte Alternative, die sehr sicher ist, aber trotzdem genau so spannende Ausblicke bietet.
In Coroico angekommen, erfreute ich mich an der klaren Luft und der ueppigen Vegetation, die ich in dieser Form seit Wochen und Monaten - immer in Trockengebieten unterwegs - nicht mehr gesehen habe. Hier gibt es Orchideen, Mandarinen, Bananen und eine ueberquellende Fuelle von bunten Blumen. Von meiner Herberge (sehr zu empfehlen: Hostal Cafetal, franzoesische Eigner, sehr gutes Essen!!) aus konnte man wunderbar ins Tal schauen, wo man die Serpentinen der Strasse nach La Paz erkennen konnte. Immer hingen Wolken oder Nebel ueber den Taelern, und wer genau das folgende Bild betrachtet, wird auch ein kleines Stueck Regenbogen erkennen.
Ich wollte auch die naehere Umgebung erkunden und lieh mir ein Mountainbike sowie einen "guia" aus, also einen Fuehrer, der sich auskennt. Wir beide bretterten mit den Bikes ueber die Kopfsteinpflasterpisten 16 km bergab, um dann auf der anderen Seite des Tales wieder aufzusteigen und Tocaña zu besuchen, ein kleines Dorf, in dem Afro-Bolivianer leben, direkte Nachfahren afrikanischer Sklaven. Diese haben ihre eigenen Sitten und Braeuche, bauen Koka an, feiern ein Mal im Jahr extensiv Karneval (dann kommen auch hunderte Touristen), aber ansonsten ist dies ein schoen verschlafenes Dorf. Am Samstag (15.03.08) war mein kleiner Ausflug auch schon vorueber. Die Natur zeigte sich am fruehen Morgen noch einmal von seiner schoensten Seite, die Nebel zogen auf und gaben einen Teil der schneebedeckten Bergspitzen der Kordillere frei.
Ich verabschiedete mich von diesem huebschen Flecken und fuhr in einem Kleinbus, diesmal auf der Beifahrerseite sitzend, noch einmal die herrliche Strasse nach La Paz ab, wo ich direktemang in den naechsten Bus nach Copacabana an den Titicaca-See umstieg. Das ist aber die naechste Geschichte...
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