Meine Argentinienreise 2007/2008 | |
Titicaca-See und Isla del Sol
17:55, 21 March 2008
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Der Titicacasee ist der hoechtsgelegene schiffbare See der Welt (3.810 m ueber dem Meeresspiegel), misst ca. 200 km von Nord nach Sued und 65 km von West nach Ost. Das allein ware aber fuer mich kein Grund, diesen See zu besuchen. Viel interessanter und spannender sind die Geschichten und Legenden um den See. Etwa 2 Stunden per Boot von Copacabana entfernt liegen die Isla del Sol und die Isla de la Luna, die Sonnen- und Mondinsel. Fuer die Inkas und deren indigenen Nachfahren haben diese beiden Inseln eine immense Bedeutung, haben sich doch dort Mond und Sonne (im Spanischen ist die Sonne maennlich - el sol - und der Mond weiblich - la luna) getroffen und Manco Capac, den Begruender des Inkareiches, und seine Frau Mama Ocllo auf die Erde gelassen. Ausserdem war nach Ueberlieferung der Inka die Isla del Sol der erste Platz auf der Erde, der von Sonnenstrahlen erreicht wurde, d.h. hier ist der Ursprung der Erde und allen Lebens.
So liess ich mich also zur Isla del Sol uebersetzen und wollte die Insel, die nicht laenger als 7 oder 8 km und recht schmal ist, wandernd erkunden. Ich dachte, dass diese Insel recht menschenleer ist, musste mich aber belehren lassen, dass in drei Doerfern fast 3.000 Menschen leben, die meisten davon in Yumani, dem suedlichen Hafenort der Insel. Dort boomt der Touristenkommerz - unueberschaubar viele Hostels und Restaurants, ausserdem wird auf allen Gassen Kunsthandwerk feilgeboten - so dass ich dem schnellstmoeglich entfloh. Kaum raus aus dem Ort, gab es nur noch die Insel mit ihren Huegeln, den Terassenfeldern, vereinzelten Eukalyptusbaeumen udn vor allen Dingen einem herrlichen Rundblick ueber die Insel hinaus nach allen Himmelsrichtungen. Im Osten ragte die majestaetische schneebedeckte Bergkette der Cordillera de La Paz auf, im Norden und Westen flimmerten die Huegel des Altiplano, suedlich konnte man Copacabana erkennen, und ueber allem ein stahlblauer Himmel mit einer in dieser Hoehe unbarmherzig strahlenden Sonne.
Ich lief bis zum noerdlichen Zipfel der Insel, wo sich die einzig recht gut erhaltenen Bauwerke der Inkas, das Labyrinth sowie der Altar, befinden. Hier befindet sich auch der Sonnentempel, der allerdings kein von Menschenhand geschaffenes Bauwerk, sondern ein Felsen ist, der wie ein offenes Maul in die Landschaft schaut. Hier soll der Ort sein, an dem sich Sonne und Mond trafen, man muss allerdings viel Fantasie haben, um im Felsen die Gestalt einer Wildkatze zu erkennen, die ein wichtiges Symbol im Glauben der andinen Voelker ist. Wesentlich realistischer und greifbarer waren das das Labyrinth, das wahrscheinlich mal ein Warenlager war, und der Altar, auf dem Lamas geopfert wurden.
Uebernachtet habe ich in dem kleinen Dorf Challapampa im Norden der Insel, wo nur wenige Touristen anlanden. Am naechsten Tag wanderte ich auf einem anderen Weg wieder nach Sueden zurueck, wiederum den herrlichen Rundumblick geniessend, aber unter den heftigen Strahlen der Sonne leidend. Auf dieser Hoehe strahlt die Sonne so kraeftig, dass ich staendig mit Sonnencreme LSF 50 nachschmieren muss. Habe mir aber trotzdem den Skalp angesengt. Am Spaetnachmittag des zweiten ages auf der Insel ging es dann per Boot wieder zurueck nach Copacabana, wo ich meine letzten Bolivianos verpulverte und mein Busticket nach Cusco/Peru kaufte. Somit endet nach knapp 4 Wochen mein Bolivienabenteuer und ich schaue gespannt auf meine kommenden Erlebnisse in Peru.
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