Meine Argentinienreise 2007/2008 | |
Ayacucho
12:00, 2 April 2008
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Gestern habe ich Cusco verlassen und traf nach 22-stuendiger Busfahrt im ca. 550 km noerdlich gelegenen Ayacucho ein. Ich hatte mich auch gewundert, warum der Reisefuehrer fuer diese Strecke eine Tagesfahrt angab, aber waehrend der Reise merkte ich schnell, dass man, um die Strecke von Cusco nach Ayacucho horizontal zu bewaeltigen, sich vor allen Dingen vertikal fortbewegen muss - sprich: die unbefestigte Strasse schraubte sich wieder mal hunderte von Metern in die Hoehe, um mehr als 4.000 m hohe Bergpaesse ueberwinden zu koennen. Manchmal wagte ich gar nicht aus dem Fenster herauszuschauen, so knapp knatterte der Bus an gigantischen Abgruenden entlang. Zu allem Ueberfluss erzaehlte mir meine Banknachbarin, dass vor einiger Zeit hier in Bus abgestuerzt sei, was 35 Tote zur Folge hatte. Ihr koennt euch sicher vorstellen, dass ich nach dieser Strapazentour froh bin, heil in Ayacucho angekommen zu sein. Ayacucho ist fuer mich aber nur Zwischenstation auf dem Weg nach Norden. Ich will spaetestens morgen weiter nach Huancayo, wo ich hoffe, eine spektakulaere Zugfahrt auf einer der hoechstgelegenen Eisenbahnstrecken der Welt unternehmen zu koennen. Dann soll es weiter nach Nordosten in Richtung Amazonasgebiet gehen, nach Pucallpa. Von dort will ich mit einem Frachtschiff, das auch Passagiere aufnimmt, ins ca. 1.000 km noerdlich gelegene Iquitos zu fahren - eine Reise von 5 Tagen oder mehr. In Iquitos muendet der Rio Ucayali in den legendaeren Amazonas. Aber: das ist erst mal Zukunftsmusike. Heute schaue ich mir Ayacucho an, das als kultureller Mittelpunkt Perus gilt. Es gibt hier eine Universitaet und somit reges studentisches Treiben auf den Strassen, einen Stadtteil beruehmter Kunsthandwerker und zahllose wunderschoene Kirchen und Gebaeude im Kolonialstil. Mehr ueber die Stadt koennt ihr hier erfahren: de.wikipedia.org/wiki/Ayacucho_%28Peru%29 Die Region Ayacucho spielt aber auch in anderer Hinsicht eine bedeutende Rolle in der Geschichte Perus: hier war die Keimzelle der maoistischen Guerillaorganisation "Sendero Luminoso" (Leuchtender Pfad), derem Kampf gegen den Staat zwischen 35.000-70.000 Menschen zum Opfer gefallen sind. Vor wenigen Jahren galt Ayacucho als eine der gefaehrlichsten Regionen der Welt, vergleichbar mit den Gebieten in Kolumbien, wo die FARC operiert. Ich kann mich noch sehr gut an den Tag erinnern, als der Anfuehrer des "Leuchtenden Pfads", Abimaél Guzmán, festgenommen und in einem Kaefig eingesperrt der Oeffentlichkeit vorgestellt wurde. Das war im September 1992, und ich kehrte gerade von meiner grossen Fahrradtour heim, die mich und meinen Freund Klaus Gehre ueber Suedosteuropa in die Tuerkei und von dort ueber Griechenland, Italien, dem Brenner-Pass, Oesterreich und Bayern wieder zurueck in die Heimat bringen sollte. Irgendwo in Niederbayern las ich eine Zeitung von der Strasse auf, auf deren Titelseite die grosse Schlagzeile von der Verhaftung nachzulesen war. Keine Ahnung, warum so etwas in meinem Gedaechtnis haften bleibt. Ich wuenschte, ich koennte mir genau so gut Namen merken. Hier noch ein Link zur Geschichte des "Sendero Luminoso": de.wikipedia.org/wiki/Sendero_Luminoso Kommentar hinterlassen { Vorherige Seite } { Seite 32 von 180 } { Nächste Seite } |
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