Meine Argentinienreise 2007/2008 | |
Belen - die schwimmende Stadt
00:13, 15 April 2008
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Nachdem ich meine Artikel ueber Iquitos bereits ins Weblog gestellt und mich auf die Weiterreise vorbereitet hatte, hatte ich doch noch ein bisschen Zeit und ging erneut in Richtung Mercado, in dessen unmittelbarer Naehe sich der schwimmende Stadtteil Belén befindet, gerne auch das "Venedig Iquitos" genannt, was angesichts dieses Viertels der Armut eine herbe Uebertreibung ist. Tags zuvor hatte mir jemand angeboten, eine private Bootstour fuer mich zu organisieren, denn das Boot ist das einzige Verkehrsmittel, mit dem man das Viertel durchstreifen kann.
So ging ich darauf ein, auch wenn mir bewusst war, dass ich mich mal wieder in die Haende Unbekannter begebe, denen ich nicht bis in die Tiefen ihrer Seele blicken kann. In Belén leben die bitterarmen Leute, und die Kriminalitaet ist entsprechend hoch. Mehr als 30.000 Menschen leben hier in Haeusern zu beiden Seiten der Kanaele, durch die sich schmutzig-braunes Wasser zieht. Die Haeuser stehen entweder auf Stelzen, deren Hoehe so bemessen ist, dass noch genuegend Luft zwischen dem um diese Zeit hoch stehendem Wasser und dem Fussboden ist, oder sie schwimmen auf dem Wasser, sind lediglich verzurrt und steigen bzw. fallen mit dem Wasserspiegel.
Alles, was man hier braucht, findet man hier auf dem Wasser: kleine Geschaefte und Kneipen, eine Schule, sogar ein Hospital. Die Rundfahrt ist ausserst interessant und spannend; man kann den Leuten regelrecht in die Huetten schauen oder ihnen bei der Verrichtung ihrer taeglichen Arbeiten zusehen, Kinder werden von ihren Eltern im Boot zur Schule gefahren, und staendig kreuzten andere Boote, viele auch motorisiert, unseren Weg. Verkehrsregeln gibt es hier keine - wer zuerst paddelt, hat Vorfahrt. Zur Rush-hour kann es auch mal eng auf den Kanaelen werden, dann draengeln sich die Boote aneinander und verstopfen den Wasserweg.
Belén ist also wie eine richtige Stadt, nur dass hier die Strassen und Wege aus Wasser bestehen.
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