Meine Argentinienreise 2007/2008

Mitten durch Ecuador - von Sued nach Nord

23:34, 22 April 2008 .. 0 Kommentare .. Link

Kuerzlich noch in Riobamba, und jetzt schon in Ibarra, unweit der kolumbianischen Grenze. Ich durchmesse Ecuador in Siebenmeilenstiefeln, und ich merke den Unterschied zwischen meiner bisherigen Art des Reisens, wo ich mir Zeit fuer die Orte nahm, die ich besuchte, und der jetzigen Weise, wo ich mehr "on the road" bin, als dass ich an einem Ort verweile.

In Riobamba hatte ich das Glueck, den Beginn einer Fiesta zu erleben, die das ganze Wochenende andauern sollte. Am Freitagabend ging es los, und die ganze Stadt schien aus dem Haeuschen. Ueberall in den Strassen wurde gefeiert und getanzt, die pure Lebensfreude, und wer sich davon nicht anstecken laesst, dem ich wahrlich nicht mehr zu helfen. Am naechsten Morgen sass ich schon wieder im Bus - auf dem Weg nach Baños. Dies ist ein durch und durch touristischer Ort, von dem aus man Exkursionen zu den Vulkanen oder in den Dschungel buchen kann. Ich habe dieses Ziel aus einem anderen Grund gewaehlt: es gibt Thermalbaeder. Das brauchte ich ganz dringend fuer meine mueden Knochen, denn ich merke nun so langsam, dass ich schon eine ganze Weile unterwegs bin und so etwa 15 Kilogramm Gepaeck mit mir herumschleppe. Ich blieb gleich das ganze Wochenende in Baños und ruhte mich aus, zumal ich eine wunderschoene Herberge gefunden hatte, in der man herrlich entspannen, lesen und im Internet surfen kann.

Am Montagvormittag ging es weiter nach Quito, der Hauptstadt Ecuadors, und obwohl mir vor solchen Megametropolen immer graut, hatte ich Glueck in Quito, denn der Busterminal liegt quasi neben der historischen Altstadt und ich hatte gerade mal 5 Minuten zu laufen bis zu meinem Hotel. In der Regel befinden sich die Busterminals ganz weit vor der Stadt, so dass man entweder unendlich lang zu laufen hat oder auf ein Taxi angewiesen ist. Also, angekommen in Quito, hatte ich den Rest des Tages Zeit, mir die Altstadt anzuschauen, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehoert. Da ich gestern ein bisschen angeschlagen war (der Magen rumorte), musste ich halblang machen, aber ich weiss, dass ich noch mal nach Quito zurueckkehren werde, so dass ich ausreichend Gelegenheit haben werde, mich hier umzuschauen.

Heute morgen sass ich wieder im Bus, und nach knapp 3 Stunden Fahrt erreichte ich Ibarra, auf halbem Wege zwischen Quito und der Grenze zu Kolumbien. Hier wollte ich mich erkundigen, ob der "tren de la libertad" noch faehrt, und so ist es. Es gibt eine Eisenbahnlinie, die noch regelmaessig befahren wird; zwar auch nur mit einem Schienenbus, aber immerhin sind es knapp 50 Kilometer, die ich mir nicht entgehen lassen will. Diese Fahrt wird am Sonnabend stattfinden, so dass ich nun den Terminplan fuer die kommenden Tage kenne: morgen (Mittwoch, den 23.04.) geht es nach Tulcan und dann rueber nach Kolumbien, Rueckkehr nach Ibarra am Freitagabend, Samstag die Fahrt mit dem Schienenbus, am Sonntagmorgen zurueck nach Quito, dortselbst bis zum Montagabend verweilend, dann mache ich mich auf den Weg nach Lima, das ich am 30.04. zu erreichen gedenke, denn am 01.05. steht ja schon die naechste Zugfahrt an: von Lima nach Huancayo auf der hoechstgelegenen Eisenbahnstrecke der Welt.

Na ja, und dann draeut ja bereits die Rueckkehr nach Argentinien am Horizont, wobei ich zuerst noch mal nach Cochabamba in Bolivien reisen werde, um meinen Freund Don Matías zu besuchen, der mich zu einer Jeep-Tour in die Anden eingeladen hat. So um den 15. Mai herum werde ich nach Buenos Aires fliegen, um dort ein paar Tage zu verbringen, ehe am 22. Mai die naechste (meine dritte und vorlaeufig letzte) "construcción" mit Un Techo Para Mi Pais stattfindet - und zwar in Buenos Aires. D.h., ich werde noch mal an einer Hausbauaktion teilnehmen und sicherlich viele Freunde aus meiner Córdobeser Zeit wiedersehen. Damit aber nicht genug: ich werde nach dieser Aktion noch mal fuer ein paar Tage nach Córdoba fahren, um meine dortigen FreundInnen zu besuchen und mich gleichzeitig von ihnen und von der Stadt zu verabschieden. Am 31. Mai werde ich wieder in Buenos Aires sein. Ich habe bereits ein Zimmer in "Lina's Tango Guesthouse" gebucht, in San Telmo, wo ich die letzten Tage meiner langen Reise noch einmal intensiv geniessen will.

Aber noch ist es nicht soweit; jetzt geht es erst mal nach Kolumbien (wenn auch nur ganz kurz), ein Land, was mich sehr interessiert, weil es eine so schlechte Reputation hat (Drogenkartelle, linke Guerilla und rechte Todesschwadrone, Mord und Totschlag), die in einem krassen Gegensatz zu dem steht, was mir andere Reisende berichteten, naemlich dass Kolumbien ein unglaublich schoenes Land mit sehr offenherzigen und freundlichen Menschen ist. Und ich hatte mal eine Zeitungsmeldung gelesen, in der es um eine Untersuchung ging, die gefuehrt wurde, um herauszufinden, in welchen Laendern der Erde die Menschen sich am gluecklichsten fuehlen. Hier war Kolumbien ganz weit oben aufgefuehrt. Es gibt also gute Gruende, sich dieses Land mal naeher anzuschauen!


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