Meine Argentinienreise 2007/2008

El Tren de la Libertad

14:02, 28 April 2008 .. 0 Kommentare .. Link
Na also, es geht doch! Man muss halt ein wenig Geduld haben, bis hier in Suedamerika ein Zug abfaehrt, aber wie es ausschaut, werde ich in jedem von mir bereisten Land wenigstens eine Fahrt mit der Eisenbahn unternommen haben.
 

So startete gestern der "Tren de la Libertad" in Ibarra zu einer Fahrt in Richtung Salinas, einer kleinen Stadt etwa 50 km nordwestlich von Ibarra. Warum dieser Schienenbus ausgerechnet "Zug der Freiheit" heisst, habe ich vergessen zu fragen, aber vielleicht haengt die Freiheit auf dieser Fahrt mit der Moeglichkeit zusammen, auf dem Dach des Schienenbus sitzen zu koennen. Das wird hier ganz laessig gehandhabt, und vor allen Dingen die Kinder lieben es, sich frische Luft um den Kopf wehen zu lassen und aus voller Kehle zu schreien, wenn es durch einen der vielen Tunnel geht, wo man wirklich seinen Kopf einziehen sollte.


Die Trasse selbst fuehrt entlang steiler Haenge entlang eines reissenden Flusses, sie windet sich in grossen Schleifen in die Hoehe und durchquert ein gutes Dutzend Tunnel. Die Gleise sind in einem erbaermlichen Zustand; jede Feldbahn hat bessere Schienen, aber was soll's - hier gibt es schon laengst keinen Personen- und Gueterverkehr mehr, auch wenn man im Lokschuppen diverse Diesellokomotiven und sogar eine Baldwin-Dampflokomotive abgestellt findet.

Alles in allem ist man gute drei Stunden unterwegs, ehe man am Endpunkt der Strecke angelangt, wo der Bus auf einer Drehscheibe um 180º gedreht und fuer die Rueckfahrt vorbereitet wird. In der Zwischenzeit hat die Pfadfindergruppe, die mitreiste, Essen fuer alle gekocht, also auch fuer die Eisenbahner und die wenigen Nicht-Pfadfinder wie mich, so dass wir waehrend der Rueckreise in den Tunnels nicht nur aus voller Kehle, sondern auch aus vollem Bauche schreien konnten.
Hier noch ein paar Schnappschuesse fuer die Eisenbahninteressierten:


Mehrere dieser zweiteiligen Diesellokomotiven made in France (Alsthom) stehen auf dem Hof herum. Bemerkenswert ist, dass sie von drei zweiachsigen Drehgestellen angetrieben werden; das mittlere fungiert wie ein Jakobsdrehgestell.


Der offensichtliche Nachfolger, als einteilige Version, aber ebenfalls mit drei zweiachsigen Drehgestellen ausgeruestet.


Die gut erhaltene Dampflokomotive Nr. 14, hergestellt von Baldwin, U.S.A.


So muss eine Werkstatt aussehen: alles uebersichtlich sortiert und mit einem Griff erreichbar!


"Es lebe der Streik" - dumm nur, dass es kaum Arbeit gibt, die man niederlegen koennte...

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