Meine Argentinienreise 2007/2008

Ein neues Zeitalter ist angebrochen!

13:14, 3 June 2008 .. 0 Kommentare .. Link
Was für ein neues Zeitalter? Gab´s eine Revolution? Ist ein Mensch auf dem Mars gelandet? Nee, ich hatte heute meinen Vierzigsten, und dieser Tag dauert noch genau drei Minuten, ehe einer dieser ganz gewöhnlichen Tage anbrechen wird. Heute Abend war ich mit Fernando und Cecilia, zwei sehr guten Freunden aus Buenos Aires, fein essen gewesen, in einem spanischen Restaurant, denn wie es der Zufall will, hat auch Cecilia ihren Geburtstag just am 2. Juni. So gab es also eine Doppelgeburtstagsfeier. Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich übrigens bei allen bedanken, die an mich gedacht und mir liebe Geburtstagsgrüße per E-Mail geschickt haben.

Ich bin nebenbei bemerkt wieder in Buenos Aires. Freitagnacht fuhr ich mit dem Bus von Córdoba wieder zu den Porteños zurück, holte meine eingelagerten Sachen und bezog mein kleines Zimmerchen in „Lina´s TangoGuesthouse“ in San Telmo, in unmittelbarer Nähe aller mir ans Herz gewachsenen Plätze. Den Samstag war ich fast ausschließlich mit dem Sortieren meiner Sachen beschäftigt. Das Wetter ist wieder passabel, kalt zwar, aber die Sonne scheint, so dass ich jede Gelegenheit zum Herumlaufen nutze. Der Sonntag, mein letzter Sonntag dieser Reise, war ausschließlich San Telmo gewidmet. Schon ganz früh am Morgen zur Plaza Dorrego, um zuzuschauen, wie die Trödelhändler ihre Stände aufbauen. Bis zum späten Abend schlenderte ich über die Plätze und die Gassen, wo an hunderten von Ständen Kunsthandwerkliches, Antikes, Kulinarisches oder Tinnef angeboten wird. Ich habe heftig Geld gelassen – ojeoje, aber wann habe ich wieder die Gelegenheit dazu? So kaufte ich zum Beispiel vor zwei Jahren bei Art+Form in Dresden einen opulenten Kalender mit Tangomotiven, der mich eine Stange Geld kostete, aber dessen Motive mir unglaublich gut gefielen. Hier in San Telmo traf ich den Künstler, den Fotografen, der an einem Stand handsignierte Abzüge aus seinem reichhaltigen Repertoire zum Verkauf anbietet. Habe fünf wunderschöne Bilder erworben. Und noch so manche Preziosen für meine Lieben daheim.

Ich bin zurzeit von früh bis spät unterwegs und schlafe nur wenig. Ich liebe es, am frühen Morgen durch die Straßen zu ziehen und zuzuschauen, wie die Stadt erwacht. Dann kaufe ich mir eine Zeitung und setze mich in ein Café. Hab schon wieder mein „Stammcafé“, wo der Kellner gar nicht mehr fragt, was ich wünsche, sondern meinen café con leche und die medialunas sogleich an den Tisch bringt. Der Zeitungsverkäufer greift auch gleich zum richtigen Stapel, wenn er mich kommen sieht. Bin also wieder angekommen in meinem neuen Zuhause.

Jetzt sind es noch zwei volle Tage, die ich ausgiebig nutzen will. Dienstagabend bin ich zu einer Tango-Show eingeladen, mit vorheriger „practica“, also einer Übungsstunde, wo ich meine neuerworbenen Tangoschuhe einweihen kann. Und Mittwochnacht, die letzte Nacht vor Abflug, werde ich wohl auch noch mal dem Tango bis zum Morgengrauen frönen. Schlafen kann ich dann im Flugzeug.

So, Schluss für heute, eine Mütze Schlaf brauche ich aber doch noch, denn morgen wird wieder ein langer Tag.


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