Meine Argentinienreise 2007/2008 | |
¡Adios Argentina!
07:04, 4 June 2008
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Nun ist unwiderruflich der letzte volle Tag meiner langen Reise angebrochen. Ich hatte mir, während ich mit dem Bus nächtens irgendwo durch Bolivien oder Peru rumpelte, immer versucht vorzustellen, wie dieser wohl sein mag, ob die Freude über die Heimkehr überwiegt oder ob Melancholie und Tristesse einen übermannen. Es ist eine Mischung aus beidem: natürlich freue ich mich, meine Familie, meinen Sohn Leon, meine Freunde und Dresden wiederzusehen, aus den Fenstern meiner Wohnung über die Dächer der Dresdner Neustadt zu schauen und den Sommer zu genießen. Andererseits habe ich mich aber hier in Argentinien so gut eingelebt, dass ich es als mein zweites Zuhause betrachte. Ich komme mit den Leuten hier ausgezeichnet zurecht, und es gibt viele Facetten im hiesigen Leben, die mich faszinieren und die ich gerne auch in Deutschland hätte.Für ein Fazit meiner Reise ist es jetzt noch zu früh. Diese muss erst mal beendet werde, und dann müssen sich die vielen Eindrücke erst mal setzen, ehe ich ein abschließendes Urteil fällen kann. Da ich in letzter Zeit oft gefragt wurde, was ich den an Argentinien oder Südamerika vermissen werde, will ich dies mal in aller Kürze und Unvollständigkeit aufzählen: das quirlige Leben in den Straßen von Buenos Aires +++ café con leche y tres medialunas und Zeitungslesen des Morgens in einem Straßencafé +++ leckeres Essen (bife de lomo, hamburguesas, choripan, milanesa, alfajores, flan, die schier unermesslichen Varianten an Rotwein, helado – Eis, humitas, empanadas, churro …………) +++ Fußball total +++ Tango argentino +++ die olle Subte A +++ die Anarchie in den Köpfen der Menschen +++ Pachamama +++ mercados +++ y mucho más... Argentinien ist für mich deswegen so unglaublich interessant und spannend, weil man hier am anderen Ende der Welt ein Stück Europa vorfindet, und zwar das „alte“ Europa. Man trifft hier alle Nationalitäten an, und jeder kennt die Wurzeln seiner Herkunft und hat eine Geschichte zu erzählen. Hinzu kommt, dass man besonders in Buenos Aires die alten Zeiten spüren, geradezu atmen kann. Im Gegensatz zu vielen europäischen Städten, so auch meine Heimatstadt Dresden, wurde das heutige Buenos Aires nie in einem Krieg zerstört. Die gesamte städtische Infrastruktur steht noch so da, wie sie vor 100 Jahren eingerichtet wurde. Viele der Gebäude mögen Patina angesetzt haben oder verfallen (leider), aber man kann noch ganz deutlich ihre Pracht und Opulenz aus den goldenen Zeiten erkennen, wo Argentinien ein wirtschaftlich und kulturell prosperierendes Land war. Das historische Zentrum Dresdens mag viel sauberer und vorzeigbarer sein, aber es ist eine Rekonstruktion dessen, was einmal war – das ist der kleine Unterschied. Ich werde heute also noch mal ausgiebig durch die Straßen dieser verrückten Stadt ziehen, auf meinen fast durchgelaufenen Schuhen, nach ich-weiß-nicht-wievielen tausenden von Kilometern kreuz und quer durch Südamerika, werde noch mal kräftig das Leben inhalieren und dann meine Sachen für morgen packen.
Mein Flugzeug startet gegen 15 Uhr, d.h. ich muss etwa gegen Mittag meine Tasche ins Taxi wuchten, um mich dann zum Flughafen Ezeiza chauffieren zu lassen. Zuerst geht es nach Santiago de Chile und von dort aus dann über Madrid nach Frankfurt am Main. Am Freitagabend komme ich an und werde dort von meinem guten alten Freund Helmut abgeholt, bei dem ich über Nacht bleiben werde, ich ich mich am Samstagvormittag ganz gemütlich in den ICE nach Dresden setze. Aber noch ist es nicht soweit – noch habe ich einen Tag und einen halben hier in Buenos Aires, und diese Zeit werde ich nutzen. Gestern Abend war ich beispielsweise zu einer sehr schönen Tango-Show samt Abendessen eingeladen. Die Vorstellung war wie ein historischer Abriss des Tangos inszeniert, und die Tänzer spielten und tanzten sowohl auf der Bühne, als auch zwischen dem Publikum. Und wer das Pech (oder Glück) hatte wie ich, geringfügige Vorkenntnisse zu besitzen, der wurde mit in die Show einbezogen. Así es la vida en Argentina!
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