Von Salta hinauf ins Altiplano

17:03, 30.07.2009. Von miyake

Am Montagmorgen liefen wir stracks zur Autovermietung, um uns einen Wagen für unsere Tour in die Berge zu leihen. Es ist ein Fiat Siena, der schon seine hunderttausend Kilometer auf dem Tacho hat und dessen Blech von Steinschlägen vernarbt ist. Mit dem Aussehen der Autos nimmt man es in Argentinien ohnehin nicht so genau. Für die Autovermieter gibt es nur zwei Schadensarten: Totalcrash oder "vuelta", d.h. Überschlagen in den Graben.

Bei wunderschönem Sonnenschein fuhren wir hinaus aus der Stadt auf unserer ersten Etappe nach San Antonio de las Cobres, einem verlassenen und staubigen Nest ca. 160 km entfernt von Salta, auf knapp 3.800 m Höhe.

Die Strecke bis dahin führte uns schon durch eine eindrucksvolle Bergwelt, mächtige Massive unter stahlblauem Himmel. Vegetation ist rar, stacheliges Buschwerk und Kakteen beherrschen die Szene.

Die Straße Ruta Nacional 51 führt entlang des berühmten "tren a las nubes", den "Zug in den Wolken", der von Salta über das Hochland bis hinüber nach Chile führt und mit dem die damals reichhaltigen Bodenschätze zu den pazifischen Häfen abgefahren wurden. Heute verkehrt hier mehr oder weniger regelmäßig ein Touristenzug, der an der höchsten Stelle der Strecke, am Viaducto La Polvorilla auf 4.200 m Meereshöhe , wieder nach Salta zurück fährt. Diesen Viadukt, der ca. 20 km von San Antonio entfernt ist, wollten wir auch besichtigen, und so fuhren wir am Spätnachmittag hin, um ihn im warmen Licht der untergehenden Sonne zu bestaunen.

Was für ein imposantes und elegantes Bauwerk: 64 m hoch und 224 m lang, führt er das Eisenbahngleis schwungvoll über das Tal. Wer mehr zur Geschichte des Tren a las nubes und des Viaduktes wissen möchte:

http://de.wikipedia.org/wiki/Bahnstrecke_Salta%E2%80%93Antofagasta

Nach Einbruch der Dunkelheit schlenderten wir noch ein bisschen durchs Dorf. Die Straßen sind nur dürftig beleuchtet, in den Häusern brennen ein paar Funzeln, wir sind ganz weit weg von der Hektik unserer Alltags, aber auch vom Komfort. Obwohl: unsere Herberge ist sehr gut. Heizung, Warmwasser und ein gutes Restaurant. Nachts haben wir Minustemperaturen, tagsüber brennt die Sonne sehr stark. Wir müssen ordentlich Sonnenschutzcreme auftragen.

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