Zurueck in Buenos Aires
02:54, 8.08.2009. Von miyake
Nun sind wir also wieder in Buenos Aires und der Kreis unserer Reise schließt sich so langsam. Unsere nächtliche Busreise von Córdoba in die Hauptstadt war - was Komfort und Verpflegung angeht - die luxuriöseste, inklusive Bergrüßungs-Champagner, Wein und Whiskey. Nur der Film schwächelte, schon wieder so ne Fiction-Nummer mit Nicolas Cage. Wir bevorzugen Filme mit wenig Text und viel Explosionen bzw. Handfeuerwaffen, mit denen man, ohne nachzuladen, ganze Armeen auslöschen kann ;-)


In San Telmo bezogen wir wieder unser altes Zimmer und zogen sogleich durch die Straßen. Man kann hier ganze Tage damit vertrödeln, irgendwo im Café zu sitzen und sich das pulsierende Leben der Stadt durch die Fensterscheibe anzuschauen, oder sich auf der Suche nach Mitbringseln die Auslagen der Geschäfte anschauen. Man kann hier ziellos durch die Straßen und Gassen stromern und findet doch immer etwas Interessantes, wie folgende Bilder zeigen:


Am Abend geht man hier nicht vor 21 Uhr zum Essen aus dem Haus. Am Donnerstagabend waren wir in "La Coruña", einer liebenswerten altmodischen Kneipe um die Ecke, die schon von früheren Reisen bekannt ist und sich dadurch auszeichnete, dass neben den wirklich steinalten Wirten noch eine gehbehinderte Katze und ein einäugiger Hund zum Inventar gehörten. Der Hund ist aber leider am 7. Mai gestorben. Ruhe in Frieden, alter Kumpel.
Am Freitagmorgen fuhren wir mit der ollen "Subte A", der ältesten Linie der hiesigen Untergrundbahn, hinauf nach Caballito, um nach ein paar Klamotten zu kaufen! Danach ging es noch mal ins Zentrum in die überfüllte Shopping-Mall.


Am Nachmittag trafen wir uns mit Mirta und ihren Sohn Felipe (6 Jahre alt), um mit ihnen hinaus nach Belgrano zu fahren, wo das "Estadio Monumenal" steht, das eigens für die Fußball-Weltmeisterschaft 1978 gebaute Stadion, in dem heute River Plate spielt, eine der traditionsreichsten und erfolgreichsten Fußballvereine Argentiniens. Hier gibt es eine Menge Trainingszentren für die Jugend, auch andere Sportarten als Fußball, und wir hatten Mal Gelegenheit, im Bauch des Stadions umher zu laufen und die unzähligen Pokale zu bestaunen. River Plate ist der Erzfeind der Boca Juniors aus La Boca, deren Stadion wir zu Beginn unserer Reise sahen, und wenn diese beiden Teams gegeneinander spielen, dann nennt man das "Superclásico" und das ganze Land sitzt vor der Glotze.

Somit steht nur noch das Wochenende aus, und ich hoffe, dass es morgen früh klappt mit der Fahrt in eines der Elendsviertel, in dem ich für Un Techo Para Mi País an einer "construcción" teilgenommen hatte - siehe mein Bericht im alten Weblog:
Morgen fahren wieder Freiwillige hinaus, allerdings nicht zum Hausbau, sondern zu "detecciónes", also zum Kontaktieren von Familien, die in das Programm aufgenommen werden sollen. Für uns wäre dies eine gute Gelegenheit, noch mal das andere Ende der sozialen Skala zu sehen, aber auch, ob die Häuser, die wir damals bauten, sich übers Jahr bewährt haben.