Von La Boca nach Iguazu

15:35, 24.07.2009. Von miyake

Nachdem Buenos Aires am Dienstag fast ersoff im Regen, folgte am Mittwoch eine arktische Kältewelle. Wir wollten uns La Boca mit seinen bunten Häusern ansehen und trafen am recht frühen Vormittag auf ein wie leergefegtes Viertel.

Wenn man den Caminito kennt und die Unmengen von Touristen, die dort herumlaufen, wo man ständig "ofertas" für Restaurants und Tangoshows in die Hand gedrückt bekommt, dann ist das schon ein seltsames Bild, das sich uns darbot. Außer zwei frierenden Polizisten kaum Leute auf der Straße, wir hatten alles für uns alleine, auch wenn uns der kalte Wind unter die Klamotten pfiff und wir ein wenig die Tristesse nachempfinden konnten, die die Immigranten aus Europa vor hundert Jahren hier vorgefunden haben müssen.


Auf dem Weg zurück noch eine kurze Zwischenstation an der "Bombonera", dem Stadion der Boca Juniors, wo Maradona seine Karriere begann.


Dann hieß es: Koffer packen und ab zum Busterminal. Auf dem Weg dahin noch zur Post, um die Briefe und Postkarten aufzugeben, in der Hoffnung, dass sie vor uns in Dresden ankommen mögen.

Viertel drei am Nachmittag machte sich unser Überlandbus auf die 1600 km lange Reise in den Nordosten nach Puerto Iguazu. Wir hatten Schlafsessel im Oberdeck, gleich vorn an der Panoramascheibe mit fantastischen Blick in die weite Ferne, und wenn wir nicht Filme guckten, lasen, aßen oder Schach spielten (aktueller Stand seit Beginn der Reise: Leon - Thomas 5:8), dann schliefen wir.

Am Donnerstagmorgen gegen 8 Uhr kamen wir an im Grenzdreieck Argentinien-Brasilien-Paraguay, und wir fackelten nicht lange, warfen unsere Sachen ab und schnappten uns den nächsten Bus zu den "cataratas", den berühmten Wasserfällen von Iguazu. Diese, das haben wir erst gestern gelesen, sind unter den 7 Finalisten der "Naturweltwunder", die momentan gekürt werden, von der UNESCO, wenn mich nicht alles täuscht.

Und diese Wasserfälle sind einfach grandios! Gegenwärtig ist auch noch Hochwasser, so dass das tosende Spektakel noch eindrucksvoller ausfällt. Schon von der Ferne sieht man die Gischt in der Luft stehen, und wenn man da auf dem Steg über der "Garganta del Diabolo", dem Teufelsschlund steht, ist man nur noch gebannt ob der gigantischen Wassermassen, die hier knapp 40 m in die Tiefe fallen.



Man kann auf vielen Stegen oberhalb und unterhalb der Wasserfälle herumlaufen und das Panorama bestaunen.

Und wem das Wasser nicht genug ist, der hat noch Gelegenheiten, auf Lehrpfaden durch den subtropischen Dschungel zu laufen und Nasenbären...

...Wasserschweinen, einer Vielzahl bunter Vögel...

und Schmetterlingen oder gar einer Schlange zu begegnen...

...beziehungsweise frechen Affen.


Das Wetter hier oben ist übrigens viel angenehmer als in Buenos Aires. Tagsüber kann man kurzärmelig herumlaufen, nur nachts ist es kalt, aber da liegen wir in unseren wärmenden Schlafsäcken.

Am Samstag wollen wir mit dem Bus nach Salta fahren, eine knapp 24stündige Reise quer durchs Land. Argentinien ist nun mal ein weites Land...

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