Aron Goes Thailand
Nun bin ich also fort... Damit ihr aber trotzdem auf dem Laufenden bleiben könnt, stelle ich hier regelmäßig neue Artikel und Bilder rein. Somit wisst ihr also immer was ich so mache, welche Abenteuer ich erlebt habe und wie es mir geht... Komentare und Kritiken sind strengstens erwünscht und/oder auch als Forum anzusehen.

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I am so sorry

 

Erst ma sorry an alle, die doch häufiger auf die Seite kommen und dann nichts Neues gefunden haben. Es ist ne Menge passiert in letzter Zeit, was ich aber nicht alles im web veröffentlichen will. Wenn mir ma einer ne mail schreibt und es ihn interessiert, können wir ja auch diesbezüglich nen bissel plaudern.

 

Ansonsten hab ich mir wieder einmal vorgenommen häufiger zu schreiben und immer aktuelle Bilder online zu stellen, womit ich jetzt auch gleich anfangen werde………. 

 


Geschrieben: 03:13 , 8.01.2007
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Aron Goes Laos

 

Wie in jedem Land muss meine Anwesenheit durch Visa und Aufenthaltsgenehmigung abgesichert sein, will ja schließlich nicht als illegaler Einwanderer gelten. In Deutschland hab ich ja schon mein Visum beantragt und bekommen, aber nicht wie gehofft und erwartet gleich für mindestens ein Jahr sondern nur für 3 Monate. Die waren nun also kurz nach Weihnachten (um genau zu sein am 26.12.) abgelaufen, was heißt, dass ich das Land verlassen musste.

Jetzt gibt es die zwei Möglichkeiten: 1) irgendwo über die Grenze und gleich wieder zurück, das geht problemlos ohne Visa, wie es auch viele Touristen machen. Das Ding ist nur, dass man lediglich 30 Tage Aufenthalt genehmigt bekommt und dann erneut aus und einreisen müsste. Ein weiterer Haken ist, dass man das ganze in einem halben Jahr lediglich 3 mal machen darf, sprich nur 3 Monate in Thailand sein kann und dann erst ma 3 Monate außerhalb.

Also nicht die optimale Lösung für mich, deshalb Möglichkeit 2) in irgendein Land zur thailändischen Botschaft oder zu einem entsprechenden Konsulat und dort ein Visum beantragen, Geld dafür bezahlen und auf das selbige warten.

 

So also getan, mit Laos und dessen Hauptstadt Vientiane als Ziel. Dort hin gereist, bin ich aber allerdings nicht alleine sondern mit Naomi die zu der Zeit grad bei uns war und auch raus musste. Naomi ist 22 und hat mit mir zusammen das Abi in Berlin gemacht und brauchte bzw. nahm sich einfach genau wie ich erst ma ne Auszeit von Deutschland und allem damit zusammenhängendem. Deshalb reist sie zurzeit in Thailand und Asien herum und war auch 1 ½ Monate bei uns und hat mitgeholfen und miterlebt.

Na ja, mit ihr bin ich also einen Tag nach Weihnachten hier in unserem Dorf in den Local-Bus gestiegen und erst ma 2 h nach Chiang Mai (Stadt 100km entfernt) gefahren, von wo aus am Abend ein weiterer Bus nach Udon Thani fuhr. Dieser nannte sich VIP-Bus und brauchte 12 Stunden, so dass wir morgens gegen 6:30 Uhr ankamen, das VI beim VIP war allerdings nicht wirklich zu erkennen, na ja vielleicht an den etwas bequemeren Sitzen, man hätte das Gefährt aber auch Little Important People (LIP) nennen können – egal. Udon Thani ist eine vergleichsweise große Stadt, ähnlich Chiang Mai, jedoch touristisch so gut wie gar nicht berührt, da sie keinen besonderen Reiz hat und so nur als riesige Bus-Umsteige-Station fungiert. Also gar kein langer Aufenthalt, nur schnell nen Kaffee weggeschlürft und irgendwas Essbares ins Gesicht geschoben und weiter. Wieder 2h mit nem Local nach Nong Khai, sozusagen dem Grenzort auf thailändischer Seite, ca. 15 Minuten von der Friendship-Bridge über den Mekong-Grenz-Fluss entfernt. Dort also Thailand verlassen, über die Brücke rüber und nach etwas längerem Einreiseprozedere auf laotischer Seite mit einem Tuk Tuk (dreirädriges „Taxi“ wenn man so will) in die Hauptstadt Vientiane, wieder ca. 25 Minuten entfernt.

 

Laos war einst französische Kolonie und ist heute eins der wenigen noch existierenden kommunistischen Länder. Es war nie offiziell in den Vietnamkrieg verwickelt, aber trotzdem warfen die Amerikaner damals 3 000 000 Tonnen Bomben auf das Land und das zu einer Zeit, als es grade mal 3 000 000 Menschen in Laos gab. Das heißt, pro Einwohner wurde eine Tonne Sprengkörper abgefeuert. Das muss man sich mal vorstellen. Ein Land das nix weiter als jede Menge Dschungel, Berge und seine eigenen Probleme, wenn man sie so bezeichnen möchte, zu bieten hat, so Niederzubomben. Ganze Städte wurden dem Erdboden gleich gemacht und es kommt nicht selten vor, dass man Gartenzäune aus Blindgängern sieht.

Vor einigen Jahren wurde eine internationale Einrichtung geschaffen, die den Laoten beim finden und entschärfen der noch in Mengen vorhandenen nicht explodierten Bomben hilft und Leute zu diesen Zwecken ausbildet. Alle möglichen Nationen beteiligen sich daran, aber dreimal dürft ihr raten, wer sich mal wieder nicht anschließt und nix damit zu tun haben will. – Genau die nämlich, die den ganzen Scheiß da abgeworfen haben, die Amerikaner. Sagt das nicht alles? Heutzutage kommen die Amis nur noch nach Laos um jede Menge Spaß zu haben und die wunderschöne Landschaft zu genießen, die sie einst in Feuer und Flamme setzten.

 

So viel erst mal dazu. In Vientiane sind wir dann zumindest erst einmal zur Botschaft und wollten das Visum beantragen, was aber auf Grund fehlender Unterlagen ein Griff ins Klo war. Also nichts zu machen am ersten Tag. Mein Vater hat mir dann abends die Sachen gemailt und ich musste sie am Computer noch leicht verändern, so dass ich sie dann am nächsten Tag erfolgreich abgeben konnte. Wieder ne Stange Geld abdrücken und doch nicht mehr zu bekommen als erneut 3 Monate.

Da die Bearbeitung aber einen Tag dauert, haben wir beschlossen noch ein bisschen herumzufahren, von mehreren Seiten gab es schon die Empfehlung unbedingt Vang Vien kennen zu lernen und zu diesem Zweck haben wir uns ein Motorrad ausgeliehen. Eine 250cm³ Enduro von Honda, Baja hieß das ding, falls es jemanden genau interessiert. – Nettes Teil mit Höchstgeschwindigkeit 125 km/h.

Der 155km lange Weg sollte uns durch eine der landschaftlich schönsten Gegenden führen, die ich je gesehen habe. Man kann das alles nicht in Worte und Bilder fassen, man muss es einfach gesehen und erlebt haben. Noch atemberaubender dann die Ankunft in Vang Vien, ein kleines Tal mit Fluss, umgeben von einzigartigen Karstfelsen und unberührtem Dschungel. Auf einmal steht man wie vor einer riesigen Wand und der Berg geht gradewegs mehrere 100 Meter in die Höhe, davor sind Palmen, saftig grüne Felder und Wasserbüffel.

 – eins ist sicher: ich komme wieder!!! –

Noch mal getoppt wurde dieses Gefühl von Begeisterung und Traumhaftigkeit dann am zweiten Tag dort, als wir mit dem Crossbike eine im Reiseführer als Mountainbike-Tagstour empfohlene Strecke zurücklegten. Beschrieben war ein relativ kleiner Weg durch mehrere Täler, an Höhlen vorbei und zigmal durch irgendwelche Flüsse. Mit dem sachdienlichen Hinweis das Fahrrad an nicht grade wenigen Stellen schieben oder gar tragen zu müssen, war das also genau das richtige für uns, streng nach dem Motto wenn wir mit dem Motorad nicht mehr weiter kommen, drehen wir halt um.

Ohne jegliche Vorstellungen vom Weg und mit jeder Menge Erwartungen sind wir dann los und diese Tour werde ich nie vergessen. Ein schmaler Fahrweg, der von Kilometer zu Kilometer schlechter, mit dem Motorrad also spaßiger, wurde, war unsere Piste. Dank ausgezeichneter Federung und den passenden Reifen konnten wir teilweise mit Tempo 100 drüber hinwegfegen, dass der Sand und Staub nur so aufwirbelte. Hinter uns war nichts mehr zu erkennen und wir hatten einen Schweif von bestimmt über 2km. Eine Bodenwelle nach der anderen und unzählige Schlaglöcher glitten nur so unter uns weg. Wir kamen durch absolut unberührte Dörfer, wo die nackten Kinder, Gänse, Ziegen, Büffel und einfach alles auf der Straße herumrannte, wir sind zu einer Höhle hochgeklettert, wie ich in dieser Pracht noch keine Höhle gesehen habe und wir mussten unzählige mal durchs Wasser fahren, wobei auch mehrere Male beide Räder unter Wasser waren, die Füße logischerweise nass wurden und es nur so dampfte, wenn der Auspuff mit dem Wasser in Berührung kam. Je weiter wir führen um so langsamer ging es voran, es gab Dellen in dem Weg, die teilweise mehr als einen halben Meter ausmachten und etappenweise extreme Steigungen, zum Schluss betsand der Weg nur noch aus Kiesel und faustgroßen Steinen, hin und wieder ein Stückchen lockerer Sand oder über ein Feld, bis wir schließlich nach mehreren Stunden an eine Stelle kamen, wo wir hätten ungefähr 40m im Fluss entlang fahren müssen um auch noch zu dem letzten Dorf zu kommen. Im Hintergrund immer Begleitet von der unfassbaren Schönheit der Landschaft und Natur.

Rückzu dann erst mal wieder eine Stunde über den extremen Holperweg und dann einen unter Umständen auch mit dem Auto zu befahrenden Offroad-Weg, wieder ständig verfolgt von einer riesigen Staubwolke ins Vang Vien Tal, wo wir bei einem Bier am Fluss, Liegenderweise in Hängematten noch einmal alles auf uns wirken lassen konnten.

 

Am nächsten Morgen ging es nun schweren Herzens zurück in die Stadt, in die Zivilisation, um nun das Visum abzuholen und wieder nach Thailand zu reisen.

 

 – Back To Reality


Geschrieben: 03:43 , 8.01.2007
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Fotos, Fotos, Fotos

Jetzt habt ihr, sofern ihr das wirklich getan habt, schon soviel gelesen. Dabei sind es doch bestimmt die Bilder, die euch am meisten interessieren. Deswegen habe ich mir jetzt auch die Fotoalbum-Funktion zu Nutzen gemacht, welche ihr ganz simpel über den "alle Fotos"-Button (im Menü) in anspruch nehmen könnt. Dort seht ihr nun erstma eine gewisse Auswahl von Bildern, von denen das eine oder andere mit Sicherheit noch in zukünftigen Artikeln zu finden sein wird. Ich wollte sie euch jedoch nicht so lange vorbehalten und schon jetzt zur Verfügung stellen...

 

...leider ist die Reihenfolge, soweit denn überhaupt eine existiert, ein bissel durcheinander, aber ihr werdet schon zurechtkommen 


Geschrieben: 03:53 , 11.11.2006
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Christen unter den Buddhisten -2-

Wenn ihr den ersten Artikel zu diesem Thema gelesen habt, dann kennt ihr ja nun schon die Geschichte der Bergstämmler und wie es dazu kam, dass sie zu Christen wurden.

Mit diesem Christwerden ging natürlich auch die Übernahme dieser Werte und Festlichkeiten einher. So zum Beispiel wird zu Ehren des Beginns der Reisernte und somit der Sicherung des Fortbestandes, das aus Amerika wohlbekannte Erntedankfest, gefeiert. Die einzelnen Dörfer eines Stammes in einer Region feiern dieses Ritual jedoch an unterschiedlichen Tagen, so dass es möglich gemacht wird, dass die einen immer zu den jeweils anderen, an diesem Tag veranstaltenden, zu Besuch kommen können, um dann gemeinsam in die Kirche zu gehen und das anschließend Festmahl zu verzehren.

 

Kurzer Einwurf: Aus den Lehren und Bekehrungen der Missionare entnehmen jegliche Bergvölker, die nicht touristisch überlaufen und verseucht sind, die Annahme, dass alle Weißen, Christen vor dem Herren sind und auch als solche, mit den dementsprechenden Sitten und Gebräuchen, ihr tägliches Dasein fristen. So also kommt es dazu, dass wir jedes Mal, wenn wir bei unseren gläubigen Freunden sind, uns als die Vorzeigechristen schlechthin darstellen. Immer schön beten vorm Essen und immer schön Gott mit einbeziehen, um ihnen nicht vor den Kopf zu stoßen und sie nicht von ihrem Glauben, der ja nun mal jetzt ihrer ist, egal welche Meinung wir auch dazu haben, abzubringen. An sich ist das auch gar nicht so nachteilig, denn dadurch fällt vollkommen dieses Gesichtsverlust-Ding weg, da man ja einfach meinen kann: „Gott hat aber gesagt…“ oder „Die Bibel sagt aber…“ und alles ist gut.

 

Wir als „wahre Christen“ sind also immer aufs Herzlichste zu den Festen unseres Gottes, somit auch zu den Erntedankfesten, eingeladen. Diesmal waren es drei an der Zahl, welche im Dorf aus dem Mila, die Frau meines Vaters, herkommt, auf der Dschungelfarm und in einem anderen Bergdorf, nicht allzu weit entfernt, stattfanden. Jedes mal nach einem ähnlichen Muster: früh aufstehen, gemeinsames aber ungebundenes Frühstück (was sich hier von anderen Mahlzeiten in keinsterweise unterscheidet), dann ab in die Kirche in der gepredigt, gedankt, zusammen gebetet und gesungen wird und anschließend gemeinsamer Festschmaus.

 

 

Das mit dem Singen war wirklich schön, zwischen den Predigten und dem Gebete haben immer wieder die Leute der unterschiedlichen Dörfer oder einfach nur alle gemeinsam gesungen, begleitet von den Klängen mehrerer Gitarren.

Ansonsten war es schon sehr anstrengend, die ganze zeit in den Kirchen herumzusitzen, da man ja eh kein Wort versteht und die ganze Prozedur sich jedes Mal über mehr als zwei Stunden hinweg zog. Da hat man sich dann doch gefreut, als der Kirchenteil endlich beendet war und nach kurzer Verschnaufpause nun zum eigentlichen Essen, natürlich mit vorherigem Gebet, aufgerufen wurde. An großen Tischen oder im Kreis auf dem Boden, wurde dann jede menge typischen und traditionellen Zeugs, und anders kann man es teilweise nicht bezeichnen, verdrückt. Es gab für jeden eine, in einem Bananenblatt zubereitete, Portion Reis, den man nun mit den anderen Sachen, die überall verteilt standen und man sich immer nur Löffelweise nahm, gegessen hat.

 

 

Alles in allem eine schöne Sache und eine gute Erfahrung noch hinzu und das gleich in dreifacher Ausführung.

 

- Amen! -


Geschrieben: 03:46 , 9.11.2006
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Nachtrag zum Thema Gesichtsverlust

Im Reiseführer „Polyglott-Thailand“ habe ich einen schönen Artikel zum Thema des Gesichtsverlustes gefunden. Ich möchte ihn hier einmal niederschreiben, um klar zu stellen, dass, wie alles seine zwei Seiten hat, auch dem Gesichtsverlust, also der Vermeidung dessen, auch positive Aspekte abzugewinnen sind. Es ist mehr als nur eine Eigenart, es ist eine Lebenseinstellung, die Thailand in seiner ganzen Geschichte vor Kriegen, Unterdrückung durch Kolonialisten (die in den Ländern drumherum überall ansässig waren) und den meisten politischen und sozialen Konflikten schützte und auch das freundliche Miteinander fördert.

 

„Auseinandersetzungen oder drohende Gesichtsverluste wollen am besten schon im Vorfeld erkannt und umgangen sein. Wo dies nicht möglich ist, wird man versuchen, ihnen wenigstens die Spitze zu nehmen. Dieses wundervolle Prinzip verhilft auch jenen zu geschmeidigem Miteinander, die ansonsten freiwillig kein Wort miteinander wechseln würden. Es hat Thailand durch turbulente Jahrhunderte geschifft, Bürgerkriege und andere Schrecklichkeiten vermeiden geholfen, wesentlich zum enormen Erfolg der Fremdenverkehrsindustrie beigetragen, sich dummerweise jedoch in neuster Zeit als äußerst störend beim Aufbau einer modernen Leistungsgesellschaft herausgestellt. Denn was man den Kindern mit der Muttermilch einflößt, das beherrscht sie dann auch wirklich. Brav sitzen die Schüler in der Klasse und trauen sich nicht, jemals auch nur eine Frage zu stellen. Wenn der Lehrer sie nun nicht beantworten könnte? Peinlich für den Lehrer. Wenn sie bewiese, dass der Schüler soweit nicht folgen konnte? Peinlich für den Schüler. Besser nichts fragen. Abschreiben und auswendig lernen. Wenn nun aber an der Tafel 2+2=5 steht? Lächeln und trotzdem abschreiben. Und wenn der Lehrer klaut? Lächeln und das Weite suchen, auf dass man selber nicht bestohlen wird. Und wenn man der Chef des Lehrers ist? Offiziell von nichts Kenntnis haben. Und wenn diese Tatsache nun aber bewiesen ist? Den Mann schnell an eine andere Schule versetzten und hoffen, dass er sich bessert. Manchmal geschieht das ja. Nach diesem Prinzip funktioniert Thailand. …

 

… Wenn einer eine Meinung hat, pflichte man ihm bei und behalte die eigene für sich. Wenn einer mit seinen Leistungen protzt, lobe man ihn und suche sich einen neuen Gesprächspartner. Und wenn Sie ein Problem haben – was wahrscheinlich nur sehr selten geschehen wird – dann werden Sie um Himmels willen nicht laut und beschuldigen Sie nach Möglichkeit niemals irgendwen irgendwelcher Verfehlungen. Erklären sie freundlich lächelnd, aber beharrlich die Misslichkeit, und sofern deren Behebung nicht vielfältige soziale Konflikte  heraufbeschwört, wird man Ihnen zu Diensten sein. Andernfalls haben Sie Pech gehabt. Sich aufregen jedenfalls schafft keine Lösungen, sondern Feinde.“


Geschrieben: 09:05 , 9.11.2006
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Christen unter den Buddhisten -1-

Hier im Norden Thailands gibt es nicht nur Thailänder. „Ne natürlich nicht,…“ werdet ihr jetzt denken, „…du bist ja auch noch dort!“ Das mein ich aber nicht und um Erklärung zu schaffen muss ich erst einmal ein „kleinwenig“ ausholen:

 

Vor vielen, vielen Jahren, als die Welt noch viel schöner war und es auch viel weniger Probleme und vor allem unnütze Bestimmungen gab, sind überall in Asien verschiedene Volksstämme (verallgemeinert Nomaden) umhergewandert. Sie haben sich ein schönes Plätzchen im Dschungel gesucht was sie dann gerodet haben um dort ihre kleinen Häuschen und ihre auch nicht allzu großen Felder anzulegen. Jedoch haben sie nicht riesige Wälder abgeholzt, sondern wirklich immer nur das, was sie brauchten. Wie das bei Nomaden so üblich ist bzw. war sind sie dann nach einiger Zeit wieder weiter gezogen, mit all ihrem Hab und Gut und der Dschungel hat sich das, was einst ihm gehörte, innerhalb weniger Jahre, wenn nicht sogar Monate zurückgeholt. D.h. es gab keinerlei Schädigung der Natur da wie, gesagt nicht mehr genommen wurde, als der einzelne Stamm auch wirklich brauchte.

 

Nun aber begab es sich, zur Zeit des allgemeinen Aufschwungs in der Welt, dass der zivilisierte Mensch entdeckte wie nötig er doch schöne hölzerne Möbel und sowieso hölzernes Zeug und alles andere was aus Holz gemacht wird, unter anderem auch Kohle, hat. Naturschutz war ein damals noch unbekanntes Wort und sodann begann das große Geschäft. „Schon mal was von Teak- oder Mangrovenholz gehört?“ Es wurde also abgeholzt, was abzuholzen geht und der Waldbestand schrumpfte enorm. Einst waren 90% der Landesfläche Thailands mit unberührten Wäldern, die sich von der Küste im Süden, bis hin in den tiefen Norden erstreckten, bedeckt. Jetzt kommts: Heute gibt es diesen ursprünglichen Wald, auch Primärdschungel genannt, nur noch auf 2% der Landesfläche plus noch 13% der durch Rodung und Abholzung stark veränderten, minderwertigen Sekundärwälder.

Nicht viel also und das Dachte sich dann, nach langen Jahren des Konsums, auch die so genannte zivilisierte Welt, Naturschutz wurde auf einmal ganz groß geschrieben und die thailändische Regierung geriet in tiefste Kritik und Missstimmung ihr gegenüber und wurde somit zum Stopp der Misere gezwungen.

 

Nun wird sich der Leser sagen: „Das ist ja alles höchst interessant und wissenswert.“ Doch wird er sich auch fragen: „Was hat das ganze denn nun aber mit den Nomaden und vor allem mit den Christen auf sich?“ und darauf werde ich gleich kommen…

 

Dazu muss man erst einmal wissen das der Thailänder an sich absolut Kritikunfähig ist, macht er etwas falsch, nicht so wie man es gerne hätte oder man es besser hätte machen sollen, ist das nun mal so. Es wird nicht darüber gesprochen, man muss es schlichtweg akzeptieren. Rollt man jedoch die Sache künstlich auf und spricht ihn seines Fehlverhaltens an, so stößt man ihm damit vor den Kopf. Denn er verliert dadurch sein Gesicht wie man es landläufig bezeichnet. Gesichtsverlust ist gleichzustellen mit dem Verlust der Ehre, aber nicht nur sich selbst, sondern auch allen anderen gegenüber. Je gravierender der Fehler, sprich die darauf folgende Hinweisung auf den selbigen, umso schlimmer der, ja wie soll man sagen, „Wertverlust“, triffts vielleicht ganz gut, der entsprechenden Person. Das ganze kann in Extremfällen sogar bis hin zum Verstoß/Ausstoß führen, da ein Thai (also zumindest der stark überwiegende Großteil jener) niemals zugeben könnte einen Fehler gemacht zu haben und sich für diesen entschuldigen würde. - Um das klarzustellen, ich meine hier nicht sone Sachen, wie jemandem aus versehen auf den Fuß zu treten. - Ehr wird ein anderer gesucht, der schuld sein soll, also ist, an dem was als falsch geahndet wird oder der die Situation an sich herbeigeführt hat.

 

Um wieder aufs Thema zurückzukommen: Genau das ist geschehen. Im großen Rahmen, also nicht nur einer Person, sondern die Regierung eines Landes und somit ja irgendwie das Land selbst wurde des Fehlverhaltens (Rückblick: Abholzen der Wälder) überführt und darauf angesprochen, viel schlimmer noch, ihnen wurde auferlegt das sein zu lassen.

Nun, wie oben schon beschrieben war niemand in der Lage den Fehler einzugestehen und zu sagen: „Ok, das Ganze war ne riesen Scheiße, wir hören auf damit.“ Nein! Man besann sich auf diese bösen Leute, die ja den ganzen Tag durch den Busch ziehen und alles Niederroden, was ihnen vor die Flinte kommt. Diese Nomaden die einfach ihre riesig großen Felder, - denn dass müssen sie ja sein, wenn über 80% des Baumbestandes abgeholzt wurden – anlegen und dann auch noch weiterziehen und von vorne beginnen.

Die Schuldigen waren also schnell gefunden und gegen sie musste nun vorgegangen werden, um sich wieder in ein besseres Licht zu stellen und vor einem selbst und der Welt besser dazustehen.

 

Die logische Konsequenz war also, den umherziehenden Nomaden das Umherziehen, was ja eigentlich deren Wesen ist, zu verbieten. Sprich sie mussten an den Orten wo sie sich gerade mit ihren Dörfern befanden, bleiben, unabhängig von ihrer eigentlichen Herkunft, die ja bei Nomaden eh nicht so richtig festzustellen ist, aber jedenfalls mussten die, die zu der Zeit auf thailändischem Territorium waren, auch dort bleiben. Und so kam es nun dazu und darauf will ich hinaus, das es hier in Thailand jede Menge Menschen gibt, die auf jeden Fall keine Thailänder (der Rasse/Abstammung nach) sind.

 

Bevor ich nun aber dazu, mit den Christen, komme, möchte ich noch kurz Vorwegstellen, dass das ganze natürlich ein absurder Blödsinn ist, da wie gesagt das, was diese Völker für ihre kleinen Felder und Dörfer brauchten, sofort nachdem sie weiter gezogen sind wieder zuwucherte. Hingegen heute sind sie gezwungen ihr Leben hier zu fristen, was für sie zwar kein großes Problem (jeglicher Art) mehr darstellt, aber sie müssen dieses Leben auch finanzieren, d.h. das heute nicht nur für den eigenen Verbrauch, sondern überwiegend für den Verkauf angebaut, also produziert, wird. Die Fläche die jedes Dorf samt Felder also heute in Anspruch nimmt und nehmen muss, ist weitaus größer als damals und dazu noch mit dem gravierenden unterschied, dass sich der Dschungel davon nichts mehr wiederholen kann, denn sie müssen ja da bleiben, wo sie sind.

 

Offiziell sind diese Menschen jetzt Thailänder mit ID-Card, Zusicherung von Versorgung in Krankheitsfällen und jeglichem Schnulli der dazugehört, doch vom Wesen her sind sie ihr eigener Stamm mit ihrer eigenen Sprache und eigenen Kultur.

Da diese Minoritäten überall in den abgelegensten Gegenden des Busches in den Bergen leben werden sie als Bergvölker, hill-tirbes, bezeichnet und zusammengefasst. Es sind aber eine Vielzahl unterschiedlicher Stämme, unterschiedlicher Herkunft und die am stärksten vertretenen, sind die Stämme der: Karen, Lisu, Lahu (die Frau meines Vaters ist eine solche), Hmong und Mien.

Und diese sind nun, zwar nicht offiziell, aber in vielen Köpfen ungebildeter „Originalthais“ die Schwarzen Schafe der Nation.

 

Und als ob das alles nicht genug wäre, beschlossen jene zivilisierten Menschen, die ja nun schon Ursprung allen Unheils sind, diese Völker, in Form von Missionaren und deren Mission, gänzlich der ursprünglichen Kultur und Lebenshaltung zu berauben. Alles natürlich im Namen Gottes, ihren Gottes, der meiner Meinung nach hier rein gar nichts zu suchen hat, aber leider in fast allen Bergstämmen zu finden ist. Nur um der Sekte noch mehr Leute zu liefern, die an den ganzen Scheiß glauben bzw. glauben sollen, sind diese Gottesmänner also durch alle Dörfer gezogen, haben Kirchen gebaut und denen was vom Storch erzählt. Mit dem Fazit, dass die armen Menschen, die sich den Quatsch anhören mussten, wirklich anfingen daran zu glauben, was ihnen ja in gewisser Weise auch nicht zu verdenken ist, wenn sie sehen was diese Missionare alles haben, in welchem Reichtum sie leben und wie Weit sie es, aus Sicht eines unglobalisierten Bergstämmlers, der noch niemals in einer großen Stadt war, gebracht haben.

 

So kommt es nun also dazu, dass es hier auch einige Christen gibt, mit denen wir auf Grund unserer Touren und der bestehenden Familienkonstellation, mehr zu tun haben, als die meisten, wenn nicht sogar fast alle der Thais……..

 

Eigentlich war ja der Anstoß und Grund dieses Textes, auf die Feste und Sitten unserer Freunde in den Bergen einzugehen, an denen wir glücklicherweise teilhaben dürfen, aber dafür ist es nun schon zu spät und der Text ist schon viel zu lang. Also ein anderes, das nächste Mal.

 

- Amen! -   


Geschrieben: 11:16 , 8.11.2006
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Angekommen

Gleich 2 Tage nach dem ich gut ankam und herzlich in Empfang genommen wurde, bin ich gleich voll in den Alltag hineingestürzt. 

 

Zwei Gäste aus Deutschland hatten sich für eine Viertagestour angemeldet und sie galt es nun aus Chiang Mai abzuholen. Wir also hin zum Flughafen und ganz so wie man’s schon oft gesehen hat mit nem kleinen Schildchen, „Thai Horse Farm“ drauf stehend, die Leute abgeholt (sprich: 100km hin und genauso viel wieder zurück – is klar).

 

Abends noch lange gequatscht, als nett und sympathisch eingestuft und so dann am nächsten Morgen nach ausgiebigen deutschen Frühstück los.

 

Einen Tag nach dem die Gäste wieder weg sein wollten hatte mein Großvater Geburtstag, den 70. und deshalb musste mein Vater noch jede Menge vorbereiten. Sprich er hatte kaum Zeit und ich habe die Tour weitestgehend alleine geleitet. Lediglich abends und einen Tag, als wir ausnahmsweise auf unseren eigenen Füßen durch den Busch liefen, war er dabei. Nicht nur weil er die Leute viel besser zu unterhalten weiß (schließlich kann er ja doch einiges mehr über dies und das hier erzählen als ich bis jetzt), sondern auch weil er als ehemals gelernter Koch, mir in Verköstigungsfragen weit voraus ist.

Ich also der Reitführer gewesen, endlich wieder aufm Pferd gesessen und die atemberaubende Berg- und Dschungellandschaft in mich aufgenommen…

 

auf dem Weg

 

Übernachtet haben wir am ersten Tag im so genannten „Camp 1“, eine Stelle mitten im Nirgendwo, jedoch nicht allzu weit entfernt vom Ausgangsort Phrao (etwa 4h). Vor vielen Jahren war dort ein Lager für Arbeitselefanten und der Platz ist somit relativ eben. Außerdem liegt das Camp direkt am Fluss und nur 5 Fußminuten von einem Wasserfall, welcher sich ideal zum Duschen und Entspannen eignet. Zwei Zelte, davor eine große Sitzfläche und eine Feuerstelle, mit einer riesigen Plane überspannt - Abendessen unter freiem Himmel, Dschungelrestaurant mit auf jeden Fall mehr als 5 Sternen…

 

Camp 1

 

Früh aufgestanden, sollte uns ein 8-Stunden-Ritt durch dichte Vegetation (teilweise nur mit der Machete zu durchdringen), durch Flüsse, durch Täler und über Berge zur Dschungel-Farm bringen. Diese gehört einem älteren Mann, der dort mit seiner Frau und seinen Töchtern lebt. Absolut abgeschieden von jeglicher Zivilisation ist die Farm nur über einen teils extremen Offroad-Weg zu erreichen, der nur mit Allrad und Ketten zu bewältigen ist oder eben mit Pferden. Ohne Strom und nur mit, dank einer nahe liegenden Quelle, kaltem, fließendem Wasser, baut die Familie alles was sie braucht selbst an: Reis, Mais, Tee, Ingwer, Soja, jede Menge anderes Gewächs, Hühner, Schweine und auch Rinder. Den Rest liefert ihnen der Wald, in dem alles Mögliche essbare Zeug wächst, was einfach nur eingesammelt werden muss.

 

 

Genau dort haben wir eine Hütte gebaut (schon vor 3 Jahren), zum Übernachten mit Gästen und als Ausgangspunkt weiterer Ausflüge z.B. zu den Feldern oder nicht allzu weit entfernten ursprünglichen Bergstammdörfern.

 

Bergdorf

 

Na ja, 2 Nächte also dort gewesen und die besagten Ausflüge unternommen, bis es dann wieder in einem Tagesritt „nach Hause“ ging, wo wir nach den Tagen Reisessen mit deftigem Gulasch, Bayrischkraut und Kartoffeln empfangen wurden.

 

– Feedback der Gäste: „Einfach einzigartig atemberaubend und nicht zu vergessen!“ –

  


Geschrieben: 12:29 , 9.10.2006
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Abreise, Reise, Ankunft

Ja, also: 

 

Nach mehr oder weniger schwerem Abschied von Land und Leuten bin ich, wie die meisten von euch ja wissen werden, am 26.09.2006 morgens so gegen 8 Uhr von Berlin losgeflogen. Mein langjähriger Schulfreund Martin und, ja wie soll man jetzt sagen, meine Ex-Mitbewohnerin Anna haben mich zum Flughafen gebracht und verabschiedet, worüber ich mich auch sehr gefreut habe (also dass sie mitgekommen sind). Wir haben dort in der, mancher kennt die Dinger an Berliner Flughäfen vielleicht, S-Bahn eine letzte BerlinerWeiße getrunken, bevor ich dann zu meinem ersten Etappenziel nach Köln-Bonn losstartete... 

 

Da angekommen verbrachte ich noch eine Nacht bei meiner Mutter um mich nun von ihr am nächsten Tag nach Dusseldoof  fahren zu lassen. Von dort aus ging es dann also wirklich los in die weite Welt.

 

Der Flug wahr ehrlich gesagt "scheiße": musste eingeengt sitzen, konnte kaum schlafen, Essen hat nicht geschmeckt und da ich nur noch 2,40€ hatte, mir also keine Kopfhörer für 2,50€ kaufen konnte, musste ich das Mediaprogramm mir ohne Ton reinziehen, was sich, wie sich ja jeder vorstellen kann, bei Musik nicht so gut macht. Also rund 11 Stunden Langeweile pur. 

 

Am 28.09. gegen 10:30 Uhr erreichte ich, den gerade an diesem Tag eröffneten Bangkoker Flughafen und musste dort erst einmal, eben bedingt durch die bereits erwähnte Neueröffnung, 1 1/2 Stunden auf mein Gepäck warten. - Ansonsten toller Flughafen: riesen groß, top modern und zukünftiges Hauptdrehkreuz Asiens.

 

Mit dem ganzen Zeug einmal über den Airport getingelt, musste ich in einem anderen Terminal am anderen Ende wieder einchecken, um nach Chiang Mai wieder einmal weiterzufliegen...

 

Endlich alle Flüge hinter mir, wurde ich dort von meinem Clan ( Vater u. Frau, Schwester der Frau, Oma und Opa) in Empfang genommen um nun zum letzten Etappenziel, das 100 km entfernte Phrao (werdet ihr später noch kennen lernen) aufzubrechen... 

 

Nach also erneut 2 Stunden sitzen, diesmal im Auto, bin ich also wirklich bei meinem endgültigen Bestimmungsort für die nächste Zeit angekommen.

 

- Ich lebe noch-


Geschrieben: 12:25 , 30.09.2006
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