Aron Goes Thailand
Nun bin ich also fort... Damit ihr aber trotzdem auf dem Laufenden bleiben könnt, stelle ich hier regelmäßig neue Artikel und Bilder rein. Somit wisst ihr also immer was ich so mache, welche Abenteuer ich erlebt habe und wie es mir geht... Komentare und Kritiken sind strengstens erwünscht und/oder auch als Forum anzusehen.

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Christen unter den Buddhisten -1-

Hier im Norden Thailands gibt es nicht nur Thailänder. „Ne natürlich nicht,…“ werdet ihr jetzt denken, „…du bist ja auch noch dort!“ Das mein ich aber nicht und um Erklärung zu schaffen muss ich erst einmal ein „kleinwenig“ ausholen:

 

Vor vielen, vielen Jahren, als die Welt noch viel schöner war und es auch viel weniger Probleme und vor allem unnütze Bestimmungen gab, sind überall in Asien verschiedene Volksstämme (verallgemeinert Nomaden) umhergewandert. Sie haben sich ein schönes Plätzchen im Dschungel gesucht was sie dann gerodet haben um dort ihre kleinen Häuschen und ihre auch nicht allzu großen Felder anzulegen. Jedoch haben sie nicht riesige Wälder abgeholzt, sondern wirklich immer nur das, was sie brauchten. Wie das bei Nomaden so üblich ist bzw. war sind sie dann nach einiger Zeit wieder weiter gezogen, mit all ihrem Hab und Gut und der Dschungel hat sich das, was einst ihm gehörte, innerhalb weniger Jahre, wenn nicht sogar Monate zurückgeholt. D.h. es gab keinerlei Schädigung der Natur da wie, gesagt nicht mehr genommen wurde, als der einzelne Stamm auch wirklich brauchte.

 

Nun aber begab es sich, zur Zeit des allgemeinen Aufschwungs in der Welt, dass der zivilisierte Mensch entdeckte wie nötig er doch schöne hölzerne Möbel und sowieso hölzernes Zeug und alles andere was aus Holz gemacht wird, unter anderem auch Kohle, hat. Naturschutz war ein damals noch unbekanntes Wort und sodann begann das große Geschäft. „Schon mal was von Teak- oder Mangrovenholz gehört?“ Es wurde also abgeholzt, was abzuholzen geht und der Waldbestand schrumpfte enorm. Einst waren 90% der Landesfläche Thailands mit unberührten Wäldern, die sich von der Küste im Süden, bis hin in den tiefen Norden erstreckten, bedeckt. Jetzt kommts: Heute gibt es diesen ursprünglichen Wald, auch Primärdschungel genannt, nur noch auf 2% der Landesfläche plus noch 13% der durch Rodung und Abholzung stark veränderten, minderwertigen Sekundärwälder.

Nicht viel also und das Dachte sich dann, nach langen Jahren des Konsums, auch die so genannte zivilisierte Welt, Naturschutz wurde auf einmal ganz groß geschrieben und die thailändische Regierung geriet in tiefste Kritik und Missstimmung ihr gegenüber und wurde somit zum Stopp der Misere gezwungen.

 

Nun wird sich der Leser sagen: „Das ist ja alles höchst interessant und wissenswert.“ Doch wird er sich auch fragen: „Was hat das ganze denn nun aber mit den Nomaden und vor allem mit den Christen auf sich?“ und darauf werde ich gleich kommen…

 

Dazu muss man erst einmal wissen das der Thailänder an sich absolut Kritikunfähig ist, macht er etwas falsch, nicht so wie man es gerne hätte oder man es besser hätte machen sollen, ist das nun mal so. Es wird nicht darüber gesprochen, man muss es schlichtweg akzeptieren. Rollt man jedoch die Sache künstlich auf und spricht ihn seines Fehlverhaltens an, so stößt man ihm damit vor den Kopf. Denn er verliert dadurch sein Gesicht wie man es landläufig bezeichnet. Gesichtsverlust ist gleichzustellen mit dem Verlust der Ehre, aber nicht nur sich selbst, sondern auch allen anderen gegenüber. Je gravierender der Fehler, sprich die darauf folgende Hinweisung auf den selbigen, umso schlimmer der, ja wie soll man sagen, „Wertverlust“, triffts vielleicht ganz gut, der entsprechenden Person. Das ganze kann in Extremfällen sogar bis hin zum Verstoß/Ausstoß führen, da ein Thai (also zumindest der stark überwiegende Großteil jener) niemals zugeben könnte einen Fehler gemacht zu haben und sich für diesen entschuldigen würde. - Um das klarzustellen, ich meine hier nicht sone Sachen, wie jemandem aus versehen auf den Fuß zu treten. - Ehr wird ein anderer gesucht, der schuld sein soll, also ist, an dem was als falsch geahndet wird oder der die Situation an sich herbeigeführt hat.

 

Um wieder aufs Thema zurückzukommen: Genau das ist geschehen. Im großen Rahmen, also nicht nur einer Person, sondern die Regierung eines Landes und somit ja irgendwie das Land selbst wurde des Fehlverhaltens (Rückblick: Abholzen der Wälder) überführt und darauf angesprochen, viel schlimmer noch, ihnen wurde auferlegt das sein zu lassen.

Nun, wie oben schon beschrieben war niemand in der Lage den Fehler einzugestehen und zu sagen: „Ok, das Ganze war ne riesen Scheiße, wir hören auf damit.“ Nein! Man besann sich auf diese bösen Leute, die ja den ganzen Tag durch den Busch ziehen und alles Niederroden, was ihnen vor die Flinte kommt. Diese Nomaden die einfach ihre riesig großen Felder, - denn dass müssen sie ja sein, wenn über 80% des Baumbestandes abgeholzt wurden – anlegen und dann auch noch weiterziehen und von vorne beginnen.

Die Schuldigen waren also schnell gefunden und gegen sie musste nun vorgegangen werden, um sich wieder in ein besseres Licht zu stellen und vor einem selbst und der Welt besser dazustehen.

 

Die logische Konsequenz war also, den umherziehenden Nomaden das Umherziehen, was ja eigentlich deren Wesen ist, zu verbieten. Sprich sie mussten an den Orten wo sie sich gerade mit ihren Dörfern befanden, bleiben, unabhängig von ihrer eigentlichen Herkunft, die ja bei Nomaden eh nicht so richtig festzustellen ist, aber jedenfalls mussten die, die zu der Zeit auf thailändischem Territorium waren, auch dort bleiben. Und so kam es nun dazu und darauf will ich hinaus, das es hier in Thailand jede Menge Menschen gibt, die auf jeden Fall keine Thailänder (der Rasse/Abstammung nach) sind.

 

Bevor ich nun aber dazu, mit den Christen, komme, möchte ich noch kurz Vorwegstellen, dass das ganze natürlich ein absurder Blödsinn ist, da wie gesagt das, was diese Völker für ihre kleinen Felder und Dörfer brauchten, sofort nachdem sie weiter gezogen sind wieder zuwucherte. Hingegen heute sind sie gezwungen ihr Leben hier zu fristen, was für sie zwar kein großes Problem (jeglicher Art) mehr darstellt, aber sie müssen dieses Leben auch finanzieren, d.h. das heute nicht nur für den eigenen Verbrauch, sondern überwiegend für den Verkauf angebaut, also produziert, wird. Die Fläche die jedes Dorf samt Felder also heute in Anspruch nimmt und nehmen muss, ist weitaus größer als damals und dazu noch mit dem gravierenden unterschied, dass sich der Dschungel davon nichts mehr wiederholen kann, denn sie müssen ja da bleiben, wo sie sind.

 

Offiziell sind diese Menschen jetzt Thailänder mit ID-Card, Zusicherung von Versorgung in Krankheitsfällen und jeglichem Schnulli der dazugehört, doch vom Wesen her sind sie ihr eigener Stamm mit ihrer eigenen Sprache und eigenen Kultur.

Da diese Minoritäten überall in den abgelegensten Gegenden des Busches in den Bergen leben werden sie als Bergvölker, hill-tirbes, bezeichnet und zusammengefasst. Es sind aber eine Vielzahl unterschiedlicher Stämme, unterschiedlicher Herkunft und die am stärksten vertretenen, sind die Stämme der: Karen, Lisu, Lahu (die Frau meines Vaters ist eine solche), Hmong und Mien.

Und diese sind nun, zwar nicht offiziell, aber in vielen Köpfen ungebildeter „Originalthais“ die Schwarzen Schafe der Nation.

 

Und als ob das alles nicht genug wäre, beschlossen jene zivilisierten Menschen, die ja nun schon Ursprung allen Unheils sind, diese Völker, in Form von Missionaren und deren Mission, gänzlich der ursprünglichen Kultur und Lebenshaltung zu berauben. Alles natürlich im Namen Gottes, ihren Gottes, der meiner Meinung nach hier rein gar nichts zu suchen hat, aber leider in fast allen Bergstämmen zu finden ist. Nur um der Sekte noch mehr Leute zu liefern, die an den ganzen Scheiß glauben bzw. glauben sollen, sind diese Gottesmänner also durch alle Dörfer gezogen, haben Kirchen gebaut und denen was vom Storch erzählt. Mit dem Fazit, dass die armen Menschen, die sich den Quatsch anhören mussten, wirklich anfingen daran zu glauben, was ihnen ja in gewisser Weise auch nicht zu verdenken ist, wenn sie sehen was diese Missionare alles haben, in welchem Reichtum sie leben und wie Weit sie es, aus Sicht eines unglobalisierten Bergstämmlers, der noch niemals in einer großen Stadt war, gebracht haben.

 

So kommt es nun also dazu, dass es hier auch einige Christen gibt, mit denen wir auf Grund unserer Touren und der bestehenden Familienkonstellation, mehr zu tun haben, als die meisten, wenn nicht sogar fast alle der Thais……..

 

Eigentlich war ja der Anstoß und Grund dieses Textes, auf die Feste und Sitten unserer Freunde in den Bergen einzugehen, an denen wir glücklicherweise teilhaben dürfen, aber dafür ist es nun schon zu spät und der Text ist schon viel zu lang. Also ein anderes, das nächste Mal.

 

- Amen! -   


Geschrieben: 11:16 , 8.11.2006
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