Aron Goes Thailand
Nun bin ich also fort... Damit ihr aber trotzdem auf dem Laufenden bleiben könnt, stelle ich hier regelmäßig neue Artikel und Bilder rein. Somit wisst ihr also immer was ich so mache, welche Abenteuer ich erlebt habe und wie es mir geht... Komentare und Kritiken sind strengstens erwünscht und/oder auch als Forum anzusehen.

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Nachtrag zum Thema Gesichtsverlust

Im Reiseführer „Polyglott-Thailand“ habe ich einen schönen Artikel zum Thema des Gesichtsverlustes gefunden. Ich möchte ihn hier einmal niederschreiben, um klar zu stellen, dass, wie alles seine zwei Seiten hat, auch dem Gesichtsverlust, also der Vermeidung dessen, auch positive Aspekte abzugewinnen sind. Es ist mehr als nur eine Eigenart, es ist eine Lebenseinstellung, die Thailand in seiner ganzen Geschichte vor Kriegen, Unterdrückung durch Kolonialisten (die in den Ländern drumherum überall ansässig waren) und den meisten politischen und sozialen Konflikten schützte und auch das freundliche Miteinander fördert.

 

„Auseinandersetzungen oder drohende Gesichtsverluste wollen am besten schon im Vorfeld erkannt und umgangen sein. Wo dies nicht möglich ist, wird man versuchen, ihnen wenigstens die Spitze zu nehmen. Dieses wundervolle Prinzip verhilft auch jenen zu geschmeidigem Miteinander, die ansonsten freiwillig kein Wort miteinander wechseln würden. Es hat Thailand durch turbulente Jahrhunderte geschifft, Bürgerkriege und andere Schrecklichkeiten vermeiden geholfen, wesentlich zum enormen Erfolg der Fremdenverkehrsindustrie beigetragen, sich dummerweise jedoch in neuster Zeit als äußerst störend beim Aufbau einer modernen Leistungsgesellschaft herausgestellt. Denn was man den Kindern mit der Muttermilch einflößt, das beherrscht sie dann auch wirklich. Brav sitzen die Schüler in der Klasse und trauen sich nicht, jemals auch nur eine Frage zu stellen. Wenn der Lehrer sie nun nicht beantworten könnte? Peinlich für den Lehrer. Wenn sie bewiese, dass der Schüler soweit nicht folgen konnte? Peinlich für den Schüler. Besser nichts fragen. Abschreiben und auswendig lernen. Wenn nun aber an der Tafel 2+2=5 steht? Lächeln und trotzdem abschreiben. Und wenn der Lehrer klaut? Lächeln und das Weite suchen, auf dass man selber nicht bestohlen wird. Und wenn man der Chef des Lehrers ist? Offiziell von nichts Kenntnis haben. Und wenn diese Tatsache nun aber bewiesen ist? Den Mann schnell an eine andere Schule versetzten und hoffen, dass er sich bessert. Manchmal geschieht das ja. Nach diesem Prinzip funktioniert Thailand. …

 

… Wenn einer eine Meinung hat, pflichte man ihm bei und behalte die eigene für sich. Wenn einer mit seinen Leistungen protzt, lobe man ihn und suche sich einen neuen Gesprächspartner. Und wenn Sie ein Problem haben – was wahrscheinlich nur sehr selten geschehen wird – dann werden Sie um Himmels willen nicht laut und beschuldigen Sie nach Möglichkeit niemals irgendwen irgendwelcher Verfehlungen. Erklären sie freundlich lächelnd, aber beharrlich die Misslichkeit, und sofern deren Behebung nicht vielfältige soziale Konflikte  heraufbeschwört, wird man Ihnen zu Diensten sein. Andernfalls haben Sie Pech gehabt. Sich aufregen jedenfalls schafft keine Lösungen, sondern Feinde.“


Geschrieben: 09:05 , 9.11.2006
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