Aron Goes Thailand
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Christen unter den Buddhisten -2-

Wenn ihr den ersten Artikel zu diesem Thema gelesen habt, dann kennt ihr ja nun schon die Geschichte der Bergstämmler und wie es dazu kam, dass sie zu Christen wurden.

Mit diesem Christwerden ging natürlich auch die Übernahme dieser Werte und Festlichkeiten einher. So zum Beispiel wird zu Ehren des Beginns der Reisernte und somit der Sicherung des Fortbestandes, das aus Amerika wohlbekannte Erntedankfest, gefeiert. Die einzelnen Dörfer eines Stammes in einer Region feiern dieses Ritual jedoch an unterschiedlichen Tagen, so dass es möglich gemacht wird, dass die einen immer zu den jeweils anderen, an diesem Tag veranstaltenden, zu Besuch kommen können, um dann gemeinsam in die Kirche zu gehen und das anschließend Festmahl zu verzehren.

 

Kurzer Einwurf: Aus den Lehren und Bekehrungen der Missionare entnehmen jegliche Bergvölker, die nicht touristisch überlaufen und verseucht sind, die Annahme, dass alle Weißen, Christen vor dem Herren sind und auch als solche, mit den dementsprechenden Sitten und Gebräuchen, ihr tägliches Dasein fristen. So also kommt es dazu, dass wir jedes Mal, wenn wir bei unseren gläubigen Freunden sind, uns als die Vorzeigechristen schlechthin darstellen. Immer schön beten vorm Essen und immer schön Gott mit einbeziehen, um ihnen nicht vor den Kopf zu stoßen und sie nicht von ihrem Glauben, der ja nun mal jetzt ihrer ist, egal welche Meinung wir auch dazu haben, abzubringen. An sich ist das auch gar nicht so nachteilig, denn dadurch fällt vollkommen dieses Gesichtsverlust-Ding weg, da man ja einfach meinen kann: „Gott hat aber gesagt…“ oder „Die Bibel sagt aber…“ und alles ist gut.

 

Wir als „wahre Christen“ sind also immer aufs Herzlichste zu den Festen unseres Gottes, somit auch zu den Erntedankfesten, eingeladen. Diesmal waren es drei an der Zahl, welche im Dorf aus dem Mila, die Frau meines Vaters, herkommt, auf der Dschungelfarm und in einem anderen Bergdorf, nicht allzu weit entfernt, stattfanden. Jedes mal nach einem ähnlichen Muster: früh aufstehen, gemeinsames aber ungebundenes Frühstück (was sich hier von anderen Mahlzeiten in keinsterweise unterscheidet), dann ab in die Kirche in der gepredigt, gedankt, zusammen gebetet und gesungen wird und anschließend gemeinsamer Festschmaus.

 

 

Das mit dem Singen war wirklich schön, zwischen den Predigten und dem Gebete haben immer wieder die Leute der unterschiedlichen Dörfer oder einfach nur alle gemeinsam gesungen, begleitet von den Klängen mehrerer Gitarren.

Ansonsten war es schon sehr anstrengend, die ganze zeit in den Kirchen herumzusitzen, da man ja eh kein Wort versteht und die ganze Prozedur sich jedes Mal über mehr als zwei Stunden hinweg zog. Da hat man sich dann doch gefreut, als der Kirchenteil endlich beendet war und nach kurzer Verschnaufpause nun zum eigentlichen Essen, natürlich mit vorherigem Gebet, aufgerufen wurde. An großen Tischen oder im Kreis auf dem Boden, wurde dann jede menge typischen und traditionellen Zeugs, und anders kann man es teilweise nicht bezeichnen, verdrückt. Es gab für jeden eine, in einem Bananenblatt zubereitete, Portion Reis, den man nun mit den anderen Sachen, die überall verteilt standen und man sich immer nur Löffelweise nahm, gegessen hat.

 

 

Alles in allem eine schöne Sache und eine gute Erfahrung noch hinzu und das gleich in dreifacher Ausführung.

 

- Amen! -


Geschrieben: 03:46 , 9.11.2006
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