Aron Goes Thailand
Nun bin ich also fort... Damit ihr aber trotzdem auf dem Laufenden bleiben könnt, stelle ich hier regelmäßig neue Artikel und Bilder rein. Somit wisst ihr also immer was ich so mache, welche Abenteuer ich erlebt habe und wie es mir geht... Komentare und Kritiken sind strengstens erwünscht und/oder auch als Forum anzusehen.

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Aron Goes Laos

 

Wie in jedem Land muss meine Anwesenheit durch Visa und Aufenthaltsgenehmigung abgesichert sein, will ja schließlich nicht als illegaler Einwanderer gelten. In Deutschland hab ich ja schon mein Visum beantragt und bekommen, aber nicht wie gehofft und erwartet gleich für mindestens ein Jahr sondern nur für 3 Monate. Die waren nun also kurz nach Weihnachten (um genau zu sein am 26.12.) abgelaufen, was heißt, dass ich das Land verlassen musste.

Jetzt gibt es die zwei Möglichkeiten: 1) irgendwo über die Grenze und gleich wieder zurück, das geht problemlos ohne Visa, wie es auch viele Touristen machen. Das Ding ist nur, dass man lediglich 30 Tage Aufenthalt genehmigt bekommt und dann erneut aus und einreisen müsste. Ein weiterer Haken ist, dass man das ganze in einem halben Jahr lediglich 3 mal machen darf, sprich nur 3 Monate in Thailand sein kann und dann erst ma 3 Monate außerhalb.

Also nicht die optimale Lösung für mich, deshalb Möglichkeit 2) in irgendein Land zur thailändischen Botschaft oder zu einem entsprechenden Konsulat und dort ein Visum beantragen, Geld dafür bezahlen und auf das selbige warten.

 

So also getan, mit Laos und dessen Hauptstadt Vientiane als Ziel. Dort hin gereist, bin ich aber allerdings nicht alleine sondern mit Naomi die zu der Zeit grad bei uns war und auch raus musste. Naomi ist 22 und hat mit mir zusammen das Abi in Berlin gemacht und brauchte bzw. nahm sich einfach genau wie ich erst ma ne Auszeit von Deutschland und allem damit zusammenhängendem. Deshalb reist sie zurzeit in Thailand und Asien herum und war auch 1 ½ Monate bei uns und hat mitgeholfen und miterlebt.

Na ja, mit ihr bin ich also einen Tag nach Weihnachten hier in unserem Dorf in den Local-Bus gestiegen und erst ma 2 h nach Chiang Mai (Stadt 100km entfernt) gefahren, von wo aus am Abend ein weiterer Bus nach Udon Thani fuhr. Dieser nannte sich VIP-Bus und brauchte 12 Stunden, so dass wir morgens gegen 6:30 Uhr ankamen, das VI beim VIP war allerdings nicht wirklich zu erkennen, na ja vielleicht an den etwas bequemeren Sitzen, man hätte das Gefährt aber auch Little Important People (LIP) nennen können – egal. Udon Thani ist eine vergleichsweise große Stadt, ähnlich Chiang Mai, jedoch touristisch so gut wie gar nicht berührt, da sie keinen besonderen Reiz hat und so nur als riesige Bus-Umsteige-Station fungiert. Also gar kein langer Aufenthalt, nur schnell nen Kaffee weggeschlürft und irgendwas Essbares ins Gesicht geschoben und weiter. Wieder 2h mit nem Local nach Nong Khai, sozusagen dem Grenzort auf thailändischer Seite, ca. 15 Minuten von der Friendship-Bridge über den Mekong-Grenz-Fluss entfernt. Dort also Thailand verlassen, über die Brücke rüber und nach etwas längerem Einreiseprozedere auf laotischer Seite mit einem Tuk Tuk (dreirädriges „Taxi“ wenn man so will) in die Hauptstadt Vientiane, wieder ca. 25 Minuten entfernt.

 

Laos war einst französische Kolonie und ist heute eins der wenigen noch existierenden kommunistischen Länder. Es war nie offiziell in den Vietnamkrieg verwickelt, aber trotzdem warfen die Amerikaner damals 3 000 000 Tonnen Bomben auf das Land und das zu einer Zeit, als es grade mal 3 000 000 Menschen in Laos gab. Das heißt, pro Einwohner wurde eine Tonne Sprengkörper abgefeuert. Das muss man sich mal vorstellen. Ein Land das nix weiter als jede Menge Dschungel, Berge und seine eigenen Probleme, wenn man sie so bezeichnen möchte, zu bieten hat, so Niederzubomben. Ganze Städte wurden dem Erdboden gleich gemacht und es kommt nicht selten vor, dass man Gartenzäune aus Blindgängern sieht.

Vor einigen Jahren wurde eine internationale Einrichtung geschaffen, die den Laoten beim finden und entschärfen der noch in Mengen vorhandenen nicht explodierten Bomben hilft und Leute zu diesen Zwecken ausbildet. Alle möglichen Nationen beteiligen sich daran, aber dreimal dürft ihr raten, wer sich mal wieder nicht anschließt und nix damit zu tun haben will. – Genau die nämlich, die den ganzen Scheiß da abgeworfen haben, die Amerikaner. Sagt das nicht alles? Heutzutage kommen die Amis nur noch nach Laos um jede Menge Spaß zu haben und die wunderschöne Landschaft zu genießen, die sie einst in Feuer und Flamme setzten.

 

So viel erst mal dazu. In Vientiane sind wir dann zumindest erst einmal zur Botschaft und wollten das Visum beantragen, was aber auf Grund fehlender Unterlagen ein Griff ins Klo war. Also nichts zu machen am ersten Tag. Mein Vater hat mir dann abends die Sachen gemailt und ich musste sie am Computer noch leicht verändern, so dass ich sie dann am nächsten Tag erfolgreich abgeben konnte. Wieder ne Stange Geld abdrücken und doch nicht mehr zu bekommen als erneut 3 Monate.

Da die Bearbeitung aber einen Tag dauert, haben wir beschlossen noch ein bisschen herumzufahren, von mehreren Seiten gab es schon die Empfehlung unbedingt Vang Vien kennen zu lernen und zu diesem Zweck haben wir uns ein Motorrad ausgeliehen. Eine 250cm³ Enduro von Honda, Baja hieß das ding, falls es jemanden genau interessiert. – Nettes Teil mit Höchstgeschwindigkeit 125 km/h.

Der 155km lange Weg sollte uns durch eine der landschaftlich schönsten Gegenden führen, die ich je gesehen habe. Man kann das alles nicht in Worte und Bilder fassen, man muss es einfach gesehen und erlebt haben. Noch atemberaubender dann die Ankunft in Vang Vien, ein kleines Tal mit Fluss, umgeben von einzigartigen Karstfelsen und unberührtem Dschungel. Auf einmal steht man wie vor einer riesigen Wand und der Berg geht gradewegs mehrere 100 Meter in die Höhe, davor sind Palmen, saftig grüne Felder und Wasserbüffel.

 – eins ist sicher: ich komme wieder!!! –

Noch mal getoppt wurde dieses Gefühl von Begeisterung und Traumhaftigkeit dann am zweiten Tag dort, als wir mit dem Crossbike eine im Reiseführer als Mountainbike-Tagstour empfohlene Strecke zurücklegten. Beschrieben war ein relativ kleiner Weg durch mehrere Täler, an Höhlen vorbei und zigmal durch irgendwelche Flüsse. Mit dem sachdienlichen Hinweis das Fahrrad an nicht grade wenigen Stellen schieben oder gar tragen zu müssen, war das also genau das richtige für uns, streng nach dem Motto wenn wir mit dem Motorad nicht mehr weiter kommen, drehen wir halt um.

Ohne jegliche Vorstellungen vom Weg und mit jeder Menge Erwartungen sind wir dann los und diese Tour werde ich nie vergessen. Ein schmaler Fahrweg, der von Kilometer zu Kilometer schlechter, mit dem Motorrad also spaßiger, wurde, war unsere Piste. Dank ausgezeichneter Federung und den passenden Reifen konnten wir teilweise mit Tempo 100 drüber hinwegfegen, dass der Sand und Staub nur so aufwirbelte. Hinter uns war nichts mehr zu erkennen und wir hatten einen Schweif von bestimmt über 2km. Eine Bodenwelle nach der anderen und unzählige Schlaglöcher glitten nur so unter uns weg. Wir kamen durch absolut unberührte Dörfer, wo die nackten Kinder, Gänse, Ziegen, Büffel und einfach alles auf der Straße herumrannte, wir sind zu einer Höhle hochgeklettert, wie ich in dieser Pracht noch keine Höhle gesehen habe und wir mussten unzählige mal durchs Wasser fahren, wobei auch mehrere Male beide Räder unter Wasser waren, die Füße logischerweise nass wurden und es nur so dampfte, wenn der Auspuff mit dem Wasser in Berührung kam. Je weiter wir führen um so langsamer ging es voran, es gab Dellen in dem Weg, die teilweise mehr als einen halben Meter ausmachten und etappenweise extreme Steigungen, zum Schluss betsand der Weg nur noch aus Kiesel und faustgroßen Steinen, hin und wieder ein Stückchen lockerer Sand oder über ein Feld, bis wir schließlich nach mehreren Stunden an eine Stelle kamen, wo wir hätten ungefähr 40m im Fluss entlang fahren müssen um auch noch zu dem letzten Dorf zu kommen. Im Hintergrund immer Begleitet von der unfassbaren Schönheit der Landschaft und Natur.

Rückzu dann erst mal wieder eine Stunde über den extremen Holperweg und dann einen unter Umständen auch mit dem Auto zu befahrenden Offroad-Weg, wieder ständig verfolgt von einer riesigen Staubwolke ins Vang Vien Tal, wo wir bei einem Bier am Fluss, Liegenderweise in Hängematten noch einmal alles auf uns wirken lassen konnten.

 

Am nächsten Morgen ging es nun schweren Herzens zurück in die Stadt, in die Zivilisation, um nun das Visum abzuholen und wieder nach Thailand zu reisen.

 

 – Back To Reality


Geschrieben: 03:43 , 8.01.2007
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