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Was ist los auf Phuket?

Für alle, die noch nie in Thailand  Urlaub gemacht haben, will ich hier mal die Ereignisse der letzten Monate zusammenfassen. 

Phuket, das ist die beliebte Ferieninsel im Indischen Ozean.  Es gibt tolle Strände, gute Hotels und prima Essen. Das ganze auch recht preiswert, jedenfalls für uns Ausländer.  In meinem Blog "warum Thailand nichts für FKK Freunde ist" hatte ich ja schon über die Badesitten im allgemeinen berichtet und wie sich die Urlaubssitten der Thais und der Ausländer unterscheiden.

Das hat sich nicht wesentlich geändert, Badeurlaub ist immer noch in erster Linie etwas für Ausländer.  Um die geht  es auch hier.   

Der bekannteste Strand  ist der von Patong,   man erreicht ihn direkt vom Hotel, nur über die  Patong Beach with loungers  Hauptverkehrstrasse.   Wenn man das überlebt hat, kann man ausruhen, baden gehen,  etwas essen oder trinken. Denn der ganze Strand ist vollgestellt mit Liegen und Sonnenschirmen zur Vermietung.  Die kosten wenig für den ganzen Tag, man kann mittags weggehen und sicher sein, daß jemand auf die Handtücher und Badesachen  aufpasst. Denn davon leben ganze Familien, die haben einen Strandabschnitt gemietet, von einem "Obervermieter", der wiederum  sich die Genehmigung für den ganzen Strand von der Stadtverwaltung gekauft hat.  Allerdings floß der Erlös nicht etwa in der Stadtsäckel von Patong, sondern in diverse Taschen, wie in Thailand üblich. 

Das ganze war also von Grund auf illegal, aber es hat funktioniert.  Jeder hat dran verdient, und die Touristen waren es auch zufrieden, sozusagen ein Rundum-Service am Strand.  Ein Fingerschnipsen ( also nicht wörtlich, das "Schnipsen" gehört sich nicht in Thailand )  genügt, und der Sonnenschirm wird justiert,  Getränke werden geholt oder etwas zu essen.  Nur ins Wasser muß man sich selbst bemühen.

Am Abend kann man "seinen" Platz gleich wieder reservieren und wird dann am nächsten Tag freundlichst begrüßt.  Viele Touristen geben am letzten Tag ein großzügiges Trinkgeld oder ein kleines Abschiedsgeschenk.

Im Sommer 2014 hat eine Militärregierung die Macht in Thailand übernommen, und bald darauf begann der "Nationale Rat für Frieden und Ordnung" (NCPO) mit groß angelegten Säuberungsaktionen. 1500 Militäroffiziere, Soldaten und Polizisten wurden dazu aufgerufen, Bauwerke an Phukets bekanntesten Stränden entlang der Westküste abzureißen, da sie alle auf "öffentlichem Land" errichtet und illegal betrieben wurden. Mit Bauwerken waren makeshift Bars und ähnliches gemeint.

Narong Pipattanasai, stellvertretender Generalsekretär der NCPO, bewertete damals  die Aktion als großen Erfolg: "Private Unternehmen und Verkäufer haben jahrzehntelang illegale Geschäfte an Phukets Stränden betrieben. Nun haben wir die Strände in ihren natürlichen Ursprung zurückversetzt, und sie sind wieder wunderschön anzusehen! Das wird vor allem auch die Touristen freuen." (Zitat Ende)

Soweit so gut,  aber die große Flurbereinigung wurde ohne jedes Augenmaß vorgenommen.  Plötzlich waren nicht nur  die Liegen und Sonnenschirme verboten, sondern es war auch nicht gestattet, eigene mit zu bringen!  Es sind Fälle bekannt geworden, wo Polizisten Urlauber am Strand aufgefordert haben,  entweder den eigenen Sonnenschirm abzubauen, oder den Strand zu verlassen.

Der Strand ist jetzt schön leer, aber natürlich legt sich niemand auf einem Handtuch in die Sonne, wir sind nur noch knapp 1.300 km vom Äquator entfernt!   Also ein kleines bißchen zurück, Touristen dürfen jetzt eigene Schirme mitnehmen an den Strand- aber das Vermieten von Schirmen ist verboten! 

Und so geht es hin und her, weder die Polizeit weiß genau, was gerade angesagt ist, noch wissen es die Touristen, die natürlich nach Erlebnissen wie dem geschilderten nie wieder nach Phuket kommen.

Die einzigen, die gut im Geschäft sind, sind die Jet-Ski-Mafia und die Gleitschirmvermieter.  Die beanspruchen jetzt immer mehr Raum am Strand, egal ob da jemand badet oder nicht.  Vor den Jet-Ski-Vermietern wird dringend gewarnt, sie sind bekannt dafür,  Kratzer an den Geräten den arglosen Touristen in Rechnung zu stellen.  Überhaupt  hat die Kriminalität in den letzten Jahren enorm zugenommen, im Schnitt gibt es einen Todesfall pro Woche, die tödlichen Verkehrsunfälle garnicht gezählt.   Mitte September 2014 wurden auf der Taucherinsel Koh Tao ( ???? Koh heißt Insel ) zwei junge britische Touristen grausam ermordet. Der bisher nicht aufgeklärte Fall sorgte weltweit für Aufsehen und kratzte weiter an Thailands Image als friedlichem Ferienparadies.

Der ehemalige Militärchef und aktuelle Premierminister Prayuth Chan-ocha gab wenige Tage später Touristinnen indirekt Mitschuld an Gewalttaten: "Sie glauben, dass sie ihre Bikinis anziehen und überall hingehen können", sagte er und stellte somit infrage, ob gut aussehende Frauen in Badekleidung in seinem Land überhaupt sicher sein können. Wenige Tage später entschuldigte er sich für die Äußerungen.  In der Tat bewegen sich nur sehr wenige Thailänderinnen im Bikini am Strand, und schon garnicht woanders.

Dann  machte seine Tourismusministerin Kobkarn Wattanavrangkul mit dem Vorschlag international Schlagzeilen, Thailand-Urlaubern künftig Identifikationsarmbänder zu verpassen. Damit könne man ihnen besser helfen, "wenn sie betrunken sind oder sich verlaufen haben".  Dafür hat sie sich nicht entschuldigt, soweit bekannt.  Trunkenheit ist ein Problem, aber nicht beschränkt auf Ausländer. Betrunkene Thai-Männer greifen allerdings schon mal zur Schußwaffe, Ausländer randalieren nur.

Die neueste Errungenschaft am Strand sind Schilder in Thai,  Englisch, Chinesisch und Russisch ( alle anderen sollen gefälligst eine dieser Sprachen lernen )

Es gibt also den Clean Beach - den sauberen Strand, da darf man eine Matte mitnehmen, aber keinen Schirm und keine Liege. Man darf leichte Snacks essen ( was auch immer das ist  ) und nicht rauchen, dafür aber Wasser trinken.

In den "Spezialzonen" darf man Schirme aufstellen, alles andere ist wieder verboten.   Wehe dem arglosen Urlauber, der mit einer Flasche Bier am Strand erwischt wird!

Ich kann derzeit nur jedem Touristen raten, meidet Phuket!  Ihr wißt nicht, was Euch erwartet.  Es ist schlimm für alle, die von den Touristen gelebt haben und jetzt keine Einkünfte mehr haben, aber das Risiko, daß neue aberwitzige Vorschriften die Urlaubsfreude ganz verleiden, ist sehr hoch.

 

Bangkok dekadent

Mal wieder in deutsch, liebe Freunde, ich muß ja in Übung bleiben.

Dekadenz kommt vom lateinische cadere, fallen oder sinken.  Es ist natürlich immer Ansichtssache, etwas als gefallen  zu beurteilen, gefallene Mädchen gab es vor 100 Jahren, heute nicht mehr.

Wie tief kann man sinken? Kommt drauf an, wie hoch der Betrachter steht.  Die Pfändung der thailändischen Boing in Deutschland hat mich veranlasst, hierüber einige Betrachtungen anzustellen.  Sie soll ja nach Aussage der Regierung nicht dem Staat gehören, sondern dem Kronprinzen Vajiralongkorn persönlich. Da muß es ihm ja ziemlich gut gehen, wenn sich schon Kronprinzen einen eigenen Flieger leisten können. Er hat ja immerhin noch 2 Schwestern, womit fliegen die denn? Andererseits hat Papa ein vermögen von 31 Milliarden ( laut Forbes ) und ist damit der reichste Monarch der Welt.  Queen Elisabeth ist eine arme Tante, hat sogar ihre Jacht aus Kostengründen stillgelegt.

Der thailändische Außenminister kam sogleich, das Gesicht zu wahren und zu protestieren. Er hätte zu Hause bleiben sollen, denn wenn das Video vom Kronprinzen und seiner Gemahlin Srirasmi, um das es hier geht, weiter die Runde macht, hat er mehr als sein Gesicht verloren.  Schlafende Hunde wecken ist nicht gut, let sleeping dogs lie.

Wenn der Staatspräsident von Frankreich eine Dame heiratet, von der Nackbilder im Umlauf sind, ist das kein Problem,jedenfalls nicht in Europa. In meinem Amerika natürlich schon.

Wenn sich Prinz Charles von England mit seiner unbekleideten Camilla im Garten von Balmoral verlustieren würde,  wäre das höchstens ein ästhetisches Problem. 

Wenn die Tochter der bekannten Brauer-Dynastie ( Singha-Beer ) Fräulein  Tant Chitpas Bhorompakdi Werbe-Kalender  mit sehr wenig bekleideten Mädchen im Regierungsviertel verteilt, ist das ein Problem in Thailand.  Die Tatsache, daß  ein nicht unerhebliches Einkommen in Thailand durch Prostitution generiert wird, ist wiederum kein Problem, weil es eben Prostitution garnicht gibt.

In Thailand ist es bekanntermaßen sehr warm.  Trotzdem gebieten es Sitte und Anstand seit  über 100 Jahren, nur sehr vollständig bekleidet zu gehen. Davor durften Frauen auch oben ohne gehen Dresscode Siam 1890, heute absolut unmöglich. Jeder nackte Busen, verschwommen und unscharf in der Zeitung, beschwört eine Regierungskrise herauf.  Warum Thailand kein Land für FKK-Freunde ist.

Um so erstaunlicher ist ist die Tatsache, daß bei Hofe doch wohl ganz andere Sitten herrschen.   Kronprinz Somdet Phra Boroma Orasathirat Chao Fah Maha Vajiralongkorn , wie sein voller Name lautet,  ist 59 Jahre alt und in dritter Ehe mit der halb so alten Srirasmi, the Princess Consort to the Crown Prince of Siam verheiratet, das Paar hat einen Sohn.

Der Kronprinz ist Luftwaffengeneral und fliegt die Boing oft selbst, das tun andere Herrscher mit Militärrang  ja auch.  Der Kronprinz ist aber auch, um es vornehm auszudrücken, ein Lebemann.

Das Paar hat auch einen Pudel namens Fufu, und der hat Geburtstag. Einen Hundegeburtstag feiert man nun nicht unbedingt, aber sei es drum.  Bei Hofe, genauer gesagt  bei Srirasmi und Vajiralongkorn gab es ein kleines intimes Dinner am Pool, alles ringsum schön mit Lampen dekoriert, eine Torte für den Pudel dazu. 

Nun läßt man sich bei Hofe ja bedienen, von vornehm gekleideten Servants, die laufen barfuß, haben aber weiße Handschuhe an. Und knien vor den Gästen auf dem Boden, wenn sie servieren.  Ist ja auch prima, sich bedienen zu lassen.   Daran kann man auch sehen, daß der Film kein Fake ist: Die Diener tragen Ausweisschilder, und eine Dame sogar eines der üblichen, weitreichenden Funkgeräte am Gürtel.  Soweit, so gut, und ganz im Stile der feinen Gesellschaft.

Wie erwähnt, ist es in Thailand warm, und in Bangkok ganz besonders heiß, auch spät abends noch. Wie weiter erwähnt, kleiden sich die Thais eigentlich aber trotzdem เรียบร้อย riabroi - ordentlich angezogen.  

Nicht so  die Prinzessin, denn sie trug  das, was ich auch im Sommer am liebsten trage, nämlich nichts, oder beinahe nichts. Ein wenig Schmuck  über den entzückenden Brüsten und unten ein Höschen, einen Hauch von Spitze, der so duftig war, daß sie sich entgegen thailändischer Sitte auch rasiert haben mußte.  

Vor ihr knieten nun die (männlichen) Servants, um etwas zu reichen. Schöne Aussichtn,kann man da ur sagen. ?  Der Prinz selbst war korrekt mit langer  Hose und einem leichten Hemd bekleidet. 

Nachdem sie den Kuchen angeschnitten hatte, legte sich die Prinzessin auf den Boden, um ihrem Gemahl das Stück zu reichen, er ist ja im Adelsrang wesentlich höher als sie. 

Wer das Video gedreht hat, ist unbekannt. Sicher ist, daß es nicht heimlich geschah, denn denn die Prinzessin winkt mehrfach in die Kamera. Wie es dann seinen Weg ins Internet gefunden hat, ist auch unklar. Jedenfalls war es nur kurz da, wurde inThailand sofort geblockt und weltweit von allen ( greifbaren ) Servern genommen.  Nun ist es wieder da und vermutlich nie mehr rückholbar, das haben Internet-Dateien so an sich.  Mit Geld kann man viel erreichen, aber nicht alles. 

Bleiben noch zwei Frage: warum müssen sich die Ausländer, wenn sie in "unangemessener Kleidung" den Königspalast in Bangkok besuchen wollen, Pluderhosen wie vom Flohmarkt überziehen?

Es ist Sitte, im Kino nach dem Film zur Hymne aufzustehen. Ob das Volk auch vor einem Bild von Vajiralongkorn und seiner Gemahlin aufstehen werden, falls er Nachfolger des Königs wird?

Über die Nachfolge entscheidet der Thronrat nach dem Ableben des jetzigen, äußerst beliebten Monarchen. Grundsätzlich könnte auch die beim Volk sehr angesehene Kronprinzessin Sirindhorn Königin werden.

 

 

Achja, hier der Videoclip: http://www.youtube.com/watch?v=ykOQEqZiG6E&feature=related

 

 

 

 

 

 

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