Bekehrungsgeschichten

Mich aber kannst du nicht zum Mann haben

Geschrieben in Unbenannt

Vor etlichen Jahren war ich von einer Mädchengruppe eingeladen worden, um zu ihr zu sprechen. Diese Mädchen hatten sich während der Kriegsjahre zu einem Club zusammengeschlossen, um die Zeit, in der sie nicht zu Hause waren, ohne seelischen und körperlichen Schaden zu überstehen. Die meisten von ihnen kamen vom Lande. Nachdem ich meinen Auftrag ausgeführt hatte und wieder nach Hause fahren wollte, zog mich ein Mädchen zur Seite und fragte mich, ob sie mich kurz sprechen könne. Sie öffnete ihre Handtasche und nahm ein Bild von einem gut aussehenden Mann in Uniform heraus. Der junge Mann hatte das Bild unterschrieben und etwas von Liebe hinzugefügt. Dann nahm sie noch ein gefaltetes Blatt Papier heraus. Während sie das tat, füllten sich ihre Augen mit Tränen, und ich fragte sie: „Nun, mein Kind, was bedeutet das alles?" Darauf antwortete sie: „Bruder Lee, ich habe diesen jungen Mann hier kennengelernt. Er war in einer der Kasernen in der Nähe stationiert. Er war ein netter junger Mann, rein, gute Manieren. Er behandelte mich immer mit dem notwendigen Respekt. Ich fühlte mich sicher und geborgen, wenn ich mit ihm aus war. Nur eines fehlte — er war kein Mitglied der Kirche. Schließlich stellte er mir einen Heiratsantrag. Doch ich sagte ihm: , Ich habe dich sehr lieb, Jack, aber wir müssen noch etwas anderes berücksichtigen. Die Ehe hat für uns eine tiefere Bedeutung. Sie geht nach unserer Vorstellung über das irdische Leben hinaus. Wenn es die wahre und unverfälschte Liebe ist, soll sie immer andauern und uns auf ewig zu Mann und Frau machen.'

Zuerst stimmte Jack mit mir überein, doch dann wurde er ärgerlich. Und schließlich hatte er keine Geduld mehr. Dann kam die Zeit, wo er in das Kampfgebiet versetzt werden sollte, und er drängte auf eine baldige Hochzeit. Und so sagte ich zu ihm: ,Nein, ich kann niemanden heiraten, mit dem ich nicht auch im Haus des Herrn getraut werde.' Jack, den meine Worte zornig gemacht hatten, antwortete erregt: , Schon gut, wenn du mehr von deiner Kirche und Religion hältst als von mir, kannst du mit ihr glücklich werden. Mich aber kannst du nicht zum Mann haben.' "

Ich vermute, daß sich das Mädchen damals in den Schlaf geweint hat, oder sie hat die ganze Nacht lang geweint. Ich weiß es nicht. Zwei oder drei Wochen vergingen, bevor er seinen Bestimmungsort in Australien erreicht hatte, der sozusagen als Basis für den Krieg diente, der über die Inseln des Pazifiks hinwegraste. Auf dem Weg nach Australien hatte der junge Mann Zeit, über alles, was sie ihm gesagt hatte, nachzudenken. Dieses liebliche Mädchen verkörperte das Ideal seines Lebens überhaupt. Sie war der Mensch, wie er sich seine zukünftige Frau und die Mutter seiner Kinder vorstellte. Dann begann er zu grübeln: „Vielleicht bin ich zu mürrisch gewesen. Vielleicht ist es die Religion, an die sie glaubt, die sie zu dem Mädchen macht, das sie ist."

Als er Australien erreicht hatte, veranlaßte ihn dieser Gedanke, die Mitglieder unserer Kirche unter den Soldaten und unseren Militärgeistlichen in diesem Lager ausfindig zu machen. Er begann, die Versammlungen zu besuchen, dann stellte er Fragen und schließlich — an ihrem Geburtstag wurde er getauft. Und als Geburtstagsgeschenk sandte er ihr ein Bild von ihm und seine Taufurkunde. Anbei war ein Brief, in dem es hieß: „Ich bemühe mich eifrig, wie ein Heiliger der Letzten Tage zu leben, damit ich, wenn ich nach Hause komme, würdig bin, zu einem Ältesten ordiniert zu werden. Dann will ich dich zum Haus des Herrn führen, wo wir für dieses Leben und die Ewigkeit die Ehe schließen können — die Ehe, auf die du dich schon so lange vorbereitest." 

Harold B. Lee, Der Stern September 1973

03:55 - 19.11.2012


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