| Bekehrungsgeschichten |
Nach meiner Prüfung kamen die SegnungenIch heiße Modibo Diarra. 1981 wurde mir die Ehre zuteil, als erster in meiner Heimat Mali durch die Taufe Mitglied der Kirche zu werden. Es ist kaum zu glauben, wie sehr sich mein Leben seitdem verändert hat und daß das alles nur deswegen geschehen ist, weil mein Hund krank war!
Mali liegt in Nordwestafrika. Das Klima ist heiß, trocken und staubig. Die Amtssprache ist zwar Französisch, aber viele Leute sprechen Bambara, eine Sprache der Einheimischen. Die meisten Bewohner sind Moslems. Unsere Hauptstadt damals ist eine mittelgroße Stadt am Niger. Hier lebt unsere Familie so, wie es in Mali üblich ist. Unser Zuhause besteht aus vier quadratischen Wänden, die einen großen, offenen Hof umschließen. Kleine Zimmer gehen auf diesen Hof hinaus, wo die Familie im Schatten eines hohen Baumes zusammenkommt. An einer Wand sind Ställe für die Hühner und die Kaninchen angebracht, und eine Ziege läuft auf der Suche nach Futter frei umher. Eines Tages wurde mein Hund krank, und ich dachte schon, es handele sich vielleicht um Tollwut. Ich war damals als Lehrer tätig, und einer meiner Schüler erzählte mir von Dr. Jerry Zaugg, einem amerikanischen Tierarzt, der in Mali arbeitete. Ich verabredete mit Dr. Zaugg, daß er zu einem Hausbesuch zu uns kommen sollte, und bat meine Frau, ihm Tee aufzugießen, wie es bei uns Sitte ist. Aber unser Gast lehnte den Tee ab. Er sagte, das verstoße gegen die Lehren seiner Kirche. Das interessierte mich, und ich stellte ihm viele Fragen. Jener Besuch hat viel Gutes bewirkt. Zunächst erfuhr ich, daß mein Hund nicht an Tollwut erkrankt war. Aber noch wichtiger war, daß Dr. Zaugg mich bat, ihm Französischunterricht zu erteilen. Ich erklärte mich dazu bereit, und nach jeder Französischstunde erzählte Dr. Zaugg mir dann von seiner Kirche, der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Er lud mich zu den Versammlungen der Kirche ein, die in einem Privathaus stattfanden und an denen zwei amerikanische Familien teilnahmen. In den Versammlungen wurde Englisch gesprochen, das ich nicht so gut verstand, aber die Mitglieder der Kirche gaben mir Bücher auf französisch: das Buch Mormon, das Buch Lehre und Bündnisse und das Buch Ein wunderbares Werk, ja ein Wunder. Der Geist war wunderbar und stark, und im Laufe der Zeit bekehrte ich mich und ließ mich taufen. Nach meiner Bekehrung wurde ich ein besserer Ehemann und Vater. Meine Frau und unsere Kinder konnten gar nicht fassen, wie sehr ich mich verändert hatte. Meine beiden ältesten Söhne, Amadou und Gausou, fingen an, Fragen über die Kirche zu stellen und das Buch Mormon zu lesen. Sie ließen sich 1984 taufen. Bald luden sie auch andere junge Leute ein, sich Filme von der Kirche anzusehen und die amerikanischen Mitglieder kennenzulernen, die in Mali lebten. Wir hatten keinen offiziellen Zweig, aber ich führte in einem grünen Heft, auf dessen Umschlag ich Bericht geschrieben hatte, über unsere Abendmahlsversammlungen Bericht. Als Mitglied der Kirche bin ich reich gesegnet worden. Dann kam eine Zeit, in der mein Glaube schwer geprüft wurde. Im Februar 1988 verlor ich meine Stelle als Lehrer und mein führendes Amt in der Lehrergewerkschaft. Ich versuchte, einen neuen Arbeitsplatz zu finden, aber meine Pläne wurden ständig durchkreuzt. Ich war ein engagierter Lehrer gewesen. Wie sollte ich jetzt meine Frau und unsere sechs Kinder unterhalten? Und wie sollte ich die elf weiteren Verwandten, die aus wirtschaftlichen Gründen bei uns lebten, ernähren? Alle strengten sich sehr an, um Geld zu verdienen. Meine Frau nahm Näharbeiten an, während Amadou und Gausou auf einer Drehbank Werkzeug anfertigten, das sie verkauften. Ihr jüngerer Bruder putzte Schuhe. Sogar meine Mutter eröffnete ein kleines Geschäft, in dem sie Gewürze verkaufte. Zum Schluß mußte ich unser Auto verkaufen, für das wir jahrelang gespart hatten. Ich flehte den I Herrn an, er möge mir helfen, für meine Familie zu sorgen. In dieser schweren Zeit kam ein Päckchen aus Sah Lake City an, das mir Mitarbeiter der Kirche geschickt hatten. Es enthielt eine vereinfachte Version der Veröffentlichung Grundbegriffe des Evangeliums, die ins Bambara übersetzt worden war. Ich wurde gebeten, die Übersetzung zu überprüfen und dann zwölf Kirchenlieder zu übersetzen. Sobald ich mit dieser Arbeit begann, wurde mir klar, wie wichtig sie war, und ich bemühte mich, so korrekt wie möglich zu lesen. Manchmal mußte ich sehr um das richtige Wort beziehungsweise den richtigen Ausdruck ringen. Dann wieder kam es mir auf erstaunliche Weise in den Sinn – so, als ob mir jemand diktierte. (Als ich mit den Übersetzungen fertig war, bat ich sie, das meiste Geld zu behalten, das mir ausgezahlt werden sollte. Ich betrachtete es als meinen Zehnten.) Ich betete weiterhin unablässig wegen unserer verzweifelten Lage. Nie hätte ich mir träumen lassen, was dann als nächstes geschah. Im Mai erhielt ich einen Brief von einem alten Freund, einem amerikanischen Arzt namens James Ferwarda. Ich hatte Dr. Ferwarda 1985 während seines Besuchs in Mali kennengelernt. Auf seine Bitte hin hatte ich ihn auf einer Reise durch mein Land begleitet. Jetzt schickte er mir zu meiner großen Überraschung ein Rückflugticket und lud mich ein, ihn zu Hause in den Vereinigten Staaten zu besuchen! Sein Angebot erstaunte und überwältigte mich. Aber es schien mir unmöglich, meine Familie gerade jetzt in dieser schwierigen Zeit alleinzulassen. Die Mitglieder der Kirche drängten mich allerdings, die Einladung anzunehmen. Sie meinten, der Herr werde es mir vielleicht ermöglichen, in den Tempel zu gehen, während ich in den Vereinigten Staaten sei. Wie so viele Mitglieder hegte ich den Traum, „eines Tages” in den Tempel zu gehen. Noch immer wie benommen fuhr ich dann, „ich wußte nicht im voraus, was ich tun sollte” (siehe 1 Nephi 4:6). Es war unglaublich, daß jemand, der um sein finanzielles Überleben kämpfen mußte, eine so teure Reise machen konnte. Als ich in den Vereinigten Staaten angekommen war, erfuhr Dr. Ferwarda von meinem innigen Verlangen, in den Tempel zu gehen, der über zweitausend Kilometer entfernt war. Er war zwar kein Mitglied der Kirche, aber er sagte mir: „Ich achte Ihre Meinung, und ich bezahle Ihnen auch das Ticket nach Salt Lake City.” Ich besuchte die Verwaltung der Kirche, sobald ich in Salt Lake City angekommen war. Den Tag werde ich niemals vergessen. Elder Alexander Morrison von den Siebzigern ordinierte mich zum Ältesten. Dann ging ich in den Tempel und empfing die Begabung. Jeder im Tempel war so freundlich. Die Schönheit und Ruhe dort beeindruckten mich zutiefst. Ich war auch von den jungen Missionaren beeindruckt, die ich zum ersten Mal sah. Jetzt wußte ich, daß ich mir wünschte, daß meine Söhne auch auf Mission gingen. Am nächsten Tag besuchte ich das Büro einer humanitären Organisation, die in Mali mehrere landwirtschaftliche und pädagogische Projekte fördert. In der Hoffnung, man könne meine Dienste gebrauchen, sprach Ich bei mehreren Mitarbeitern vor, mußte aber ohne Arbeitsangebot nach Mali zurückkehren. Der Glaube unserer Familie wurde noch weitere fünf Monate geprüft. In dieser Zeit war ich dankbar für die heiligen Handlungen des Tempels, die mich stärkten. Trotzdem hatte ich oft das Gefühl, als ertränke ich in einem tiefen Fluß. Täglich flehte ich den Herrn an, er möge uns aus unserer schwierigen wirtschaftlichen Lage befreien. Dann, im November, geschah das Wunder. Die humanitäre Organisation, bei der ich in Sah Lake City vorgesprochen hatte, schickte mir ein Telegramm und teilte mir mit, ich würde als der neue Einsatzleiter eingestellt. Ich wußte ohne jeden Zweifel, daß nur die Hand des Herrn mich aus dem Fluß gezogen hatte. Meine Arbeit fordert mich sehr. Ich muß mit Regierungsvertretern, örtlichen Projektleitern und Dorfhäuptlingen verhandeln. Immer wenn ich etwas in Angriff nehme, was unmöglich aussieht, sagt irgend jemand: „Das schaffst du nie!” Aber ich weiß, daß der Herr mir durchaus helfen kann. Ich bete, und irgendwie klappt es dann. Ich bin immer noch nicht reich, aber meine Familie und die anderen, die auf mich angewiesen sind, haben genug zu essen. Und jetzt kann ich einmal im Jahr geschäftlich nach Utah reisen. Bei diesen Besuchen gehe ich in den Tempel, und manchmal kann ich auch die Generalkonferenz besuchen. Es ist noch mehr Wunderbares geschehen. 1992 hat mein Sohn Amadou seine Mission im französischsprachigen Teil Kanadas beendet. Dort hat er mitgeholfen, viele Menschen zu belehren und zu taufen, darunter auch afrikanische Einwanderer und Moslems. Jetzt studieren er und Gausou in den Vereinigten Staaten. Auch Gausou möchte eines Tages eine Mission erfüllen. Ich bete, daß er das tut und daß auch meine übrigen Angehörigen sich der Kirche anschließen. Ich bete, daß alle meine Kinder gute Schüler und ehrliche Bürger sein mögen. Ich freue mich auf den Tag, wo die Kirche in Mali organisiert wird. Zur Zeit bin ich das einzige Mitglied, das hier lebt. Ich stärke mich geistig, indem ich in jeder Lage bete und indem ich im Buch Mormon lese. Und ich habe immer noch ein abgenutztes grünes Heft mit der Aufschrift Bericht in Verwahrung. Aber im Herzen trage ich noch einen Bericht. Ich werde niemals vergessen, wie der Herr seinen Segen über mich ausgegossen hat. Modiba Diarra (nach dem, was er Chirley Raundy Arnold und Jeanine Tew erzählt hat) 20:33 - 15.10.2008 - Kommentieren
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Beschreibung Hier poste ich Bekehrungsgeschichten aus alten Kirchenzeitschriften "Der Stern" Home Profil Archiv Freunde Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage Mormonwiki FairWiki FAIR Woran Mormonen glauben Jesus Das Buch Mormon überzeugt mehr zum Buch Mormon besondere Erlebnisse Das Evangelium in aller Welt Berichte der Pioniere Abenteuer der Mormonen Propheten Joseph Smith Offenbarungen Letzte Einträge - Ich werde Jocey niemals vergessen - Ein zitternder Schritt nach dem anderen - Das Heilmittel für meinen Geist - HUNG WO LOI -- Wahrheitssuche an der chinesischen Grenze - Er hat mir zugewunken - „Es hätte nicht dazu kommen brauchen” - Vorwärts Christi Jünger - Es begann in Far West - Die Aufnahmeprüfung - Julia Mavimbela - Florence Chuwurah -- eine wunderbare Wandlung - József, Sohn des József - Wenn du bereit bist - „Warum hast du sie nur eingeladen?” - Unbenannt - Aus dem Leben von Domingos Liao - Ich werde Geistlicher - Meine Stärke ist der Herr - So lernte Martha Posten die Kirche kennen - IMMER WIEDER EIN NEUER ANFANG - Nächstenliebe auf Hawaiianisch - MARGARET LAWSON -- Einziges Mitglied in Kununurra - Daniel Webster Jones - Walter Spät und de erste Pfahl in Südamerka - Wie wunderbar! Wie wunderbar! Wie wunderbar! - Banyan Dadson hat in Ghana das Evangelium gefunden - Zeig mir deine Freunde.... - Der beste Platz - Bernard Lefrandt -- ein holländisch-indonesischser Offizier - Der Traum einer Mutter - Die Zeitschsrift ließ mich nicht in Ruhe - O Kin Yan Cante - „Ich habe einen Propheten gefunden!” - Ein alter Freund - Das Opfer - Stolz auf mein Erbgut - Ein Gebet im Ghetto - Ruchirawan Phonphongrat aus Thailand - Der Junge aus der Bronx - Der Junge mit dem Seetank - Meine Geschichte - Erinnerungen aus Tagebüchern - Nach meiner Prüfung kamen die Segnungen - Stolz und Vorurteil |