| Bekehrungsgeschichten |
Das Heilmittel für meinen GeistAls junges Mädchen, das in der kommunistischen Tschechoslowakei aufwuchs, bemühte ich mich ständig, den Sinn meines Lebens zu entdecken. Wenn ich mir meine Eltern und andere Erwachsene um mich herum ansah, fragte ich mich: Werde auch ich so leben, wenn ich mit der Schule fertig bin? Werde ich immer müde, unglücklich, ohne Freiheit sein? Das Leben schien ohne Bedeutung zu sein.
Ich glaubte nicht an Gott, weil niemand mir jemals von ihm erzählt hatte. Die Kommunisten lehrten uns in der Schule sogar, es gäbe keinen Gott, kein Leben nach dem Tod und keinen Geist. Warum lebe ich also? fragte ich mich. Ohne Lebenssinn wünschte ich mir gar nicht, ein besserer Mensch zu werden. Ich war sehr unglücklich. Eines Tages, es war 1989, als ich an der Universität studierte, nahm mich einer meiner Kommilitonen in eine Versammlung mit, wo eine kleine Gruppe junger Leute einem älteren Mann zuhörte. Er sprach mit großer Autorität, und ich war zutiefst beeindruckt. Ich erfuhr, daß es sich um Otakar Vojküvka aus Brno in der Tschechoslowakei handelte und daß er Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage war. Als er von Gott und vom Sinn des Lebens sprach, wußte ich, daß er die Wahrheit sagte. Seine Worte waren das Heilmittel für meinen Geist! Ich war überglücklich. Plötzlich wußte ich, daß ich kein wertloses Stück Materie bin, das nur zufällig lebt, sondern daß ich tatsächlich ein Kind Gottes bin! Ich erhielt das Buch Mormon, las es und zweifelte nicht daran, daß es wahr ist. Und als ich diese Wahrheiten entdeckte, hatte ich das Gefühl, daß ich das alles schon vorher gewußt hatte. Es kam mir vor, als ob ich aufwachte, eine dunkle Brille absetzte und die Wahrheit deutlich erkannte. Damals durfte in der Tschechoslowakei nicht missioniert werden. Aber im Herbst desselben Jahres gewannen die Tschechen durch die „sanfte Revolution” ihre Freiheit, und im März 1990 wurde die Kirche offiziell anerkannt. Ich ließ mich im Mai 1990 taufen. Mein Leben änderte sich völlig. Das Studium wurde mir zur Freude, weil das Leben jetzt einen Sinn hatte. Ich fand viele Freunde, bemühte mich, ein besserer Mensch zu werden und das Rechte zu tun, und erkannte immer deutlicher, was es bedeutet, glücklich zu sein. Endlich wußte ich, warum ich lebe. Jetzt, da ich so glücklich und sinnerfüllt war, wünschte ich mir sehr, eine Mission zu erfüllen. Im Mai 1992, zwei Jahre nach meiner Taufe, wurde ich berufen, in meinem Heimatland, der Tschechoslowakei, eine Mission zu erfüllen. Bald stand ich mit meinen Koffern am Busbahnhof in meiner ersten Stadt, die von meiner Heimat nicht sehr weit entfernt war. Ich war auf Mission wirklich glücklich. Ich lernte Geduld und Toleranz und durfte andere an dem teilhaben lassen, was ich über den Zweck und die Bedeutung des Lebens erfahren hatte, und das war wundervoll. Jetzt habe ich meine Vollzeitmission beendet und wohne in Prag in der Tschechischen Republik. Gelegentlich treffe ich Menschen, die ich als Missionarin unterwiesen habe, von denen einige sich haben taufen lassen. Wir sind noch immer Freunde. Ich bin jetzt glücklich, weil ich weiß, was Liebe, Nächstenliebe und Dienen bedeuten. Ich möchte so leben, daß ich den Zweck meines Lebens auf dieser Erde erfüllen kann. Und das ist nur durch das Evangelium Jesu Christi möglich. Michaela Bladová; Juni 1995 21:30 - 2.11.2008 - Kommentieren
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