Bekehrungsgeschichten

József, Sohn des József

Geschrieben in Unbenannt

Sind Sie schon einmal auf eine Schriftstelle gestoßen, die Ihnen ins Auge sprang? Die Ihnen in einer bestimmten Situation Rat erteilte und Ansporn gab? Oder die nur für Sie allein geschrieben schien?
Die Familie Szamosfalvi aus Miskulc in Ungarn kennt eine solche Schriftstelle. József Szamosfalvi und sein Vater, der auch József heißt, müssen immer schmunzeln, wenn sie 2. Nephi 3:15 lesen, wo Josef aus Ägypten von der Wiederherstellung des Evangeliums in den Letzten Tagen prophezeit:
„Und sein Name wird nach meinem Namen genannt werden; und er wird nach dem Namen seines Vaters genannt werden. Und er wird mir gleich sein; denn das, was der Herr durch ihn zustande bringen wird – durch die Macht des Herrn wird es mein Volk zur Errettung führen.”
Natürlich wissen Vater und Sohn Szamosfalvi, daß in dieser Schriftstelle von Joseph Smith jun. und seinem Vater die Rede ist, und außerdem sind sie viel zu demütig, um sie auf sich selbst zu beziehen. Aber die Namen sind identisch, und auch sie führen durch die Macht des Herrn Menschen zum Evangelium.
Der fünfzehnjährige József und seine neunzehnjährige Schwester Alexandra haben ihre Eltern zur Kirche gebracht.
Oder vielleicht haben auch die Eltern die Kinder zur Kirche gebracht, denn sie haben die Missionare kennengelernt und zum Mittagessen nach Hause eingeladen. Weil die Familie lange unter der Herrschaft eines Regimes gelebt hatte, das den christlichen und auch jeden anderen Glauben nicht gerne sah, war das Evangelium für sie etwas völlig Fremdes. Dennoch hatten sie großes Interesse daran.
József Szamosfalvi erzählt: „Was die Missionare zu sagen hatten, hörte sich wahr an. Und ich wollte mehr über den Sinn des Lebens erfahren.”
„Die Missionare waren anders als alle anderen jungen Leute in unserem Bekanntenkreis”, meint Alexandra. „Ich war sehr von ihnen beeindruckt, weil sie ein Ziel vor Augen hatten und innerlich gefestigt waren. Die heiligen Schriften zeigten ihnen, was sie tun sollten. Sie wußten, wo sie sich Rat holen konnten. Im Gegensatz dazu gibt es viele Menschen, die sich mit Alkohol zu betäuben versuchen und in ihrem Leben keinen Sinn sehen.”
Die Eltern meinten damals, sie hätten nicht genug Zeit, sich im Evangelium unterweisen zu lassen, aber die Kinder József und Alexandra wollten mehr über das Evangelium wissen. Schon während der dritten Missionarslektion und nachdem sie einige Male in der Kirche gewesen waren, wußten sie, daß die Kirche wahr ist. Nun wollten sie sich taufen lassen.
„Als wir das erste Mal zur Kirche gingen, spürten wir gleich, was für eine schöne Atmosphäre dort herrscht”, erklärt Alexandra. „Es war im April, und die Sonne schien durch die Fenster. Jeder war nett und freundlich zu uns. In anderen Kirchen hatten wir immer nur Kälte erlebt. Hier aber spürten wir den Geist und wußten, daß wir wiederkommen mußten.”
Als József und Alexandra ihre Eltern baten, sich taufen lassen zu dürfen, waren diese sehr überrascht, daß die Kinder sich ihrer Sache schon nach so kurzer Zeit so sicher waren. Sie wußten, daß die Kirche gute Grundsätze und hohe sittliche Maßstäbe vermittelt, was auch ihnen am Herzen lag. Deshalb waren sie einverstanden, und József und Alexandra wurden getauft. Damit waren sie das dreizehnte beziehungsweise vierzehnte Mitglied des Zweigs.
„Unsere Eltern kamen zu unserer Taufe”, erzählt József. „Wir sind draußen in einem Freibad getauft worden. Im Hintergrund haben Vögel gesungen und Heuschrecken gezirpt.. Der Geist war so stark, daß unsere Eltern mehr über die Kirche wissen wollten. Am nächsten Tag wurden wir aufgefordert, in der Abendmahlsversamrnlung Zeugnis zu gehen. Vati mußte arbeiten, aber Mama war mit uns zur Kirche gegangen.”
József und Alexandra wurden aktive Mitglieder voller Energie. Beide spielen ein Instrument – Blockflöte bzw. Gitarre – und singen sehr gerne, sowohl Kirchen- als auch Volkslieder. Mit ihrer Begeisterung für die Musik stecken sie die übrigen Mitglieder an. Das gilt auch für ihre Liebe zum Evangelium. Die beiden arbeiten häufig mit den Missionaren zusammen und helfen mit, Untersucher in den Zweig zu integrieren. Das war natürlich vor allem bei ihren Eltern der Fall.
„Zu Hause beim Essen haben wir unseren Eltern immer erzählt, was wir in der Kirche gemacht hatten”, berichtet József. „Wir haben sie auch gebeten, mit uns zur Kirche zu kommen. Sie sind wirklich oft mitgekommen.”
Im Grunde war es nur eine Frage der Zeit, bis die Eltern getauft wurden – natürlich von ihrem Sohn József. Und nachdem sie sich der Kirche angeschlossen hatten, änderte sich ihr Leben von Grund auf. József Szamustalvi hat nicht nur die Arbeitsstelle gewechselt, damit er am Sonntag zur Kirche gehen kann, sondern auch den familieneigenen Weinberg und die Hausbar verkauft. Die Familie ist sich sicher, daß der Herr ihnen viele Türen geöffnet hat, und freut sich auf eine schöne Zukunft.
József jun. möchte später an der Universität Wirtschaftswissenschaften studieren und auf Mission gehen. Anschließend möchte er aber wieder nach Miskolc zurückkehren und dort beim Aufbau der Kirche helfen. „Ich bin sehr froh, daß ich das Evangelium schon in so jungen Jahren kennengelernt habe”, meint er, „nämlich ehe ich der Versuchung ausgesetzt war, so wie die Welt zu werden.” Die Schriftstelle, die ihm im Moment am besten gefällt, lautet: „0 denke daran, mein Sohn, und lerne Weisheit in deiner Jugend; ja, lerne in deiner Jugend, die Gebote Gottes zu halten” (Alma 37:35).
Alexandra studiert an der Universität in Miskolc Wirtschaftswissenschaften und dient als JD-Leiterin ihrer Gemeinde. Sie kann ein wenig Englisch und verbringt viel Zeit damit, Leitfäden der Kirche für die Mitglieder zu übersetzen. Das dauert immer relativ lange, weil sie häufig im Wörterhuch nachschlagen muß, aber das macht ihr nichts aus. Auf diese Weise lernt sie nämlich auch besser Englisch.
„Ehe ich die Kirche gefunden habe, hatte ich das Gefühl, alles sei so hoffnungslos und es habe gar keinen Sinn, sich Mühe zu geben oder auf die Zukunft hinzuarbeiten”, sagt Alexandra. „Überall war Krieg, und die Welt schien auf eine Katastrophe hinzusteuern. Aber seit ich Mitglied der Kirche bin, habe ich diesen Gedanken überwunden.”
Alexandra ist auf eine Schriftstelle gestoßen, die wie für sie bestimmt scheint und zu ihrer Lieblingsstelle geworden ist:
„Und es wird sich begeben: An dem Tag gibt der Herr dir Ruhe von deiner Mühsal und von deiner Furcht und von deiner harten Knechtschaft, worin man dich dienstbar gemacht hat.” (2. Nephi 24:3.)
József und Alexandra haben beide durch das Studium der heiligen Schriften und die Erforschung des Evangeliums eine Richtung für ihr Leben und Antworten auf ihre Fragen gefunden. Macht Ihnen das nicht Lust, selbst die heiligen Schriften aufzuschlagen und nachzuschauen, welche Schriftstelle gerade für Sie bestimmt zu sein scheint?
J. Todd Martin und Lisa A. Johnson, September 1996

20:51 - 2.11.2008 - Kommentieren


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