Bekehrungsgeschichten

„Ich habe einen Propheten gefunden!”

Geschrieben in Unbenannt
Im Oktober 1986 machte ich das Fernsehgerät an und schaltete lässig von einem Kanal auf den anderen. Ein Sender übertrug gerade die Generalkonferenz der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in Salt Lake City. Ich hörte den Sprecher sagen: „Und das Evangelium wird den anderen Völkern auf der Erde gebracht werden.” Das fand ich interessant. Ich bin Jüdin und war immer der Meinung gewesen, ich gehörte dem aus-erwählten Volk an. Noch nie hatte ich mich als zu den „an-deren Völkern” gehörig betrachtet. Das waren doch die „Andern”. Und jetzt sollte ich auch dazugehören? Ich hörte aufmerksam zu, was der Sprecher weiter sagte, und mir war, als hätte ich das schon vorher gehört. Außerdem hatte ich schon immer an so etwas geglaubt.
Als der Sprecher den lebenden Propheten erwähnte, füllten sich meine Augen mit Tränen. Mein ganzes Leben lang hatte ich mich gefragt: „Wo sind die Propheten?” Nachdem ich fast eine halbe Stunde lang aufmerksam die Übertragung der Generalkonferenz verfolgt hatte, lief ich zu meiner Schwiegermutter, die nebenan wohnte, um sie an meiner Erregung teilhaben zu lassen. Sie war entsetzt, als ich ihr sagte, daß ich mir die Mormonenkonferenz ansah. Ich war entsetzt, als sie sagte: „So etwas wirst du dir doch wohl nicht ansehen!” Wieder zu Hause, schaltete ich das Fernsehgerät ein und sah mir die Übertragung zu Ende an.
Anschließend war ich so aufgeregt, daß ich meiner Mutter schrieb, um ihr mitzuteilen, die Mormonen hätten einen Propheten. Dann besuchte ich meine Freunde Will und Petera Powell, die der Kirche angehören. Meine erste Frage war: „Warum hat mich der Sprecher als ,Andere` bezeichnet?” Glücklicherweise waren sowohl Will als auch Petera auf Mission gewesen; sie beantworteten alle meine Fragen. Außerdem gaben sie mir ein Buch Mormon. Als ich die Bücher Erster und Zweiter Nephi gelesen hatte, wußte ich, daß das Buch Mormon wahr ist. Innerhalb von zwei Wochen las ich es ganz durch. Ein paar Tage später begannen die Missionare, bei Will und Petera die Lektionen mit mir durchzunehmen. Während der Belehrung spürte ich, wie der Geist des Herrn mir die Wahrheit dessen bezeugte, was die Missionare sagten, so wie es in 2 Nephi 33:1 geschrieben steht: „Denn wenn jemand durch die Macht des Heiligen Geistes spricht, so trägt die Macht des Heiligen Geistes es den Menschenkindern ins Herz.” Die Lehren klangen mir vertraut. Ich hatte schon mein ganzes Leben lang viel von Genealogie, Familientraditionen und Einigkeit gehalten. Am allermeisten aber beeindruckte mich, daß es heute auf der Erde einen lebenden Propheten gibt. Als die Missionare mich fragten, ob ich mich taufen lassen wolle, bejahte ich. Ich wurde am B. Februar 1987 von meinem Freund Will Powell getauft. Ich bin zwar jüdischer Abstammung, aber die Gewißheit, daß es einen lebenden Propheten gibt, hat mein ganzes Leben verändert
Ann Nicodemus Christensen, August 1990

20:20 - 2.11.2008 - Kommentieren


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