Bekehrungsgeschichten

Der beste Platz

Geschrieben in Unbenannt
Ryosho Nakamura setzt das Wort „Opfern” nicht mit Schwierigkeiten gleich. Dieses Wort läßt in ihm vielmehr Freude aufsteigen, und zwar wegen der geistigen Segnungen, die ihm für das Zeitliche zuteil geworden sind, das er aufgegeben hat.
Bruder Nakamura gehörte zu den besten Herzchirurgen Japans, bis er sich aus dem Berufsleben zurückzog, um eine Mission im Tokio-Tempel zu erfüllen. „Ich habe mich zehn Jahre eher aus dem Berufsleben zurückgezogen als eigentlich notwendig”, erzählt er. „Aber meine Frau und ich wollten im Tempel dienen.”
Die Entscheidung, seinen Beruf aufzugeben, ist ihm nicht leichtgefallen. Bruder Nakamura hatte schon immer Herzchirurg werden wollen. Er glaubt aber auch daran, daß der Herr ihn aus einem bestimmten Grund zur Kirche geführt hat.
1956, als Ryosho Nakamura sein Medizinstudium an der Universität Kumamoto abgeschlossen hatte, besuchte er die medizinische Fakultät für Frauen und sah bei Herzoperationen zu. Er war so beeindruckt, daß er beschloß, Herzchirurg zu werden. Dazu waren fünf Jahre intensive Ausbildung notwendig. Während dieser Zeit ging er zu Forschungsarbeiten nach New York. Ehe er Tokio verließ, sagte ihm einer seiner Freunde, auf dem Rückweg nach Japan solle er in Sah Lake City Station machen und sich den wunderschönen Mormonentempel ansehen.
Obwohl Bruder Nakamura dann doch nicht nach Salt Lake City fahren konnte, hatte die Aufforderung seines Freundes doch großen Einfluß auf die Veränderungen in seinem Leben.
„Als im April 1971 zwei junge Männer vor unserem Haus in Kumamoto standen und erklärten, sie seien Mormonen, mußte ich an die Bemerkung meines Freundes über Salt Lake City denken. Ich wollte mir anhören, was die beiden Missionare zu sagen hatten, obwohl ich meinte, als Arzt keine Religion zu brauchen. Ich hielt es nicht für notwendig, Buddha oder einen anderen Gott um Hilfe zu bitten.
Die Missionare machten einen guten Eindruck. Sie waren zwar erst zwanzig Jahre alt, benahmen sich aber sehr freundlich und respektvoll und verkündeten Lehren, die des Nachdenkens wert waren", erzählt Bruder Nakamura. „Ich überlegte mir, daß mein Sohn und meine Tochter vielleicht wie die Missionare werden konnten, wenn ich mir anhörte, was sie zu sagen hatten.”
Die Missionare besuchten die Nakamuras erneut, und die ganze Familie nahm an den Lektionen teil. „Immer wenn die Missionare eine Frage stellten, hat eins meiner beiden Kinder die richtige Antwort gegeben”, erinnert sich Bruder Nakamura.
„Meine Frau und ich haben uns gefragt, warum die Antworten, die unsere Kinder auf die Fragen der Missionare gaben, mit der Wahrheit übereinstimmten, während unsere Antworten eher vage waren und Mangel an Einsicht zeigten. Das hat uns demütig gestimmt. Daß unsere Kinder die Wahrheit erkennen konnten, hat uns sehr berührt.”
Am besten gefiel den Nakamuras, daß die Familie so wichtig ist. Bruder Nakamura sagt: „Die Familie muß für jeden das Wichtigste im Leben sein. Ich habe darauf gehofft, daß unsere Familie viel glücklicher werden würde, wenn wir uns die Missionarslektionen anhörten.”
Im Juli 1971 ließen sich die Nakamuras taufen, und im September desselben Jahres führte Bruder Nakamura seine erste Herzoperation durch. „Ich hatte das Gefühl, daß der Herr Furcht und Besorgnis von mir nahm”, erzählt er. „Ich glaube, wenn ein Herzchirurg an den Erretter glaubt, dann spürt er auch, wie Gott ihm hilft.”
Bruder Nakamura sammelte seine ersten Erfahrungen in der Kirche, und damit wuchs in ihm der Wunsch, im Tempel gesiegelt zu werden und dem Herrn dort zu dienen. 1973 (sieben Jahre vor der Weihung des Tokio-Tempels) konnten die Nakamuras nach Kalifornien reisen und sich im Los-Angeles-Tempel siegeln lassen.
Unterwegs hätten sie ein paarmal beinahe das Flugzeug verpaßt und fragten sich sogar, ob sie jemals heil und gesund ankommen würden. Aber ihre Gebete um eine sichere Ankunft wurden erhört. Bruder Nakamura erzählt, er wisse nun, wie wichtig diese Reise gewesen sei. „Von da an war es mein Hauptziel, zusammen mit meiner Frau im Tempel zu dienen."
Die Nakamuras beschlossen, die Berufung zu einer Tempelmission anzunehmen. Sie wußten, daß sich dadurch viel für sie verändern würde, aber das war es ihnen wert.
Vor dieser Berufung hatte Bruder Nakamura beruflich und in der Kirche viel zu tun. Er war Chefarzt des Krankenhauses, in dem er arbeitete, und Direktor der Schule für Krankenpflege, an der er ebenfalls unterrichtete. Während dieser Zeit war er sowohl Ratgeber in der Missionspräsidentschaft als auch Distriktspräsident. Außerdem wurde er häufig – auch in der Nacht – von Patienten angerufen, die seine Hilfe brauchten, die er ihnen auch bereitwillig zuteil werden ließ.
„Im Tempel werden wir nicht mehr um Mitternacht angerufen”, sagt er. „Am schönsten aber ist, daß der Tempel das Haus des Herrn ist. Überall ist es so friedlich. Jetzt beruht mein ganzer Tagesablauf auf einer geistigen Grundlage, denn mit allen heiligen Handlungen im Tempel dienen wir ja Gott. Es ist ein großer Vorzug, daß wir für unsere verstorbenen Brüder und Schwestern stellvertretend die Arbeit im Tempel tun dürfen”, sagt er. „Der Herr hat ja gesagt: ,Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.' (Matthäus 25:40.)
Als ich noch im Krankenhaus arbeitete und meine Aufgaben in der Kirche zu erfüllen hatte, war ich tagsüber und abends so oft unterwegs, daß meine Frau sich langsam einsam fühlte”, erzählt Bruder Nakamura. „Jetzt arbeiten wir den ganzen Tag zusammen an einer heiligen Stätte. Wir sind sehr glücklich.”
Bruder Nakamura möchte nach Beendigung seiner Mission wieder ins Berufsleben zurückkehren, dann aber nicht wieder in einem staatlichen Krankenhaus arbeiten. Statt dessen möchte er sich lieber als Arzt um alte Menschen kümmern.
„Tempelarbeit ist auch Missionsarbeit, weil wir dadurch nämlich Gott dienen”, meint Bruder Nakamura. „Der Tempel ist der beste Platz – der beste Platz zum Arbeiten und der beste Platz, um sein Leben dort zu verbringen.”
Ann Lämmlin, November 1990

20:25 - 2.11.2008 - Kommentieren


Vorherige Seite Nächste Seite
Beschreibung
Hier poste ich Bekehrungsgeschichten aus alten Kirchenzeitschriften "Der Stern"
Home
Profil
Archiv
Freunde
Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage
Mormonwiki
FairWiki
FAIR
Woran Mormonen glauben
Jesus
Das Buch Mormon überzeugt
mehr zum Buch Mormon
besondere Erlebnisse
Das Evangelium in aller Welt
Berichte der Pioniere
Abenteuer der Mormonen
Propheten
Joseph Smith
Offenbarungen
Letzte Einträge
- Ich werde Jocey niemals vergessen
- Ein zitternder Schritt nach dem anderen
- Das Heilmittel für meinen Geist
- HUNG WO LOI -- Wahrheitssuche an der chinesischen Grenze
- Er hat mir zugewunken
- „Es hätte nicht dazu kommen brauchen”
- Vorwärts Christi Jünger
- Es begann in Far West
- Die Aufnahmeprüfung
- Julia Mavimbela
- Florence Chuwurah -- eine wunderbare Wandlung
- József, Sohn des József
- Wenn du bereit bist
- „Warum hast du sie nur eingeladen?”
- Unbenannt
- Aus dem Leben von Domingos Liao
- Ich werde Geistlicher
- Meine Stärke ist der Herr
- So lernte Martha Posten die Kirche kennen
- IMMER WIEDER EIN NEUER ANFANG
- Nächstenliebe auf Hawaiianisch
- MARGARET LAWSON -- Einziges Mitglied in Kununurra
- Daniel Webster Jones
- Walter Spät und de erste Pfahl in Südamerka
- Wie wunderbar! Wie wunderbar! Wie wunderbar!
- Banyan Dadson hat in Ghana das Evangelium gefunden
- Zeig mir deine Freunde....
- Der beste Platz
- Bernard Lefrandt -- ein holländisch-indonesischser Offizier
- Der Traum einer Mutter
- Die Zeitschsrift ließ mich nicht in Ruhe
- O Kin Yan Cante
- „Ich habe einen Propheten gefunden!”
- Ein alter Freund
- Das Opfer
- Stolz auf mein Erbgut
- Ein Gebet im Ghetto
- Ruchirawan Phonphongrat aus Thailand
- Der Junge aus der Bronx
- Der Junge mit dem Seetank
- Meine Geschichte
- Erinnerungen aus Tagebüchern
- Nach meiner Prüfung kamen die Segnungen
- Stolz und Vorurteil