| Bekehrungsgeschichten |
MARGARET LAWSON -- Einziges Mitglied in KununurraIm Norden Australiens liegt fast an der Küste der Timor-See, ziemlich abgelegen die Ortschaft Kununurra. Die dreitausend Einwohner betreiben Landwirtschaft oder sind im Bergbau tätig, und es gibt hier nur ein einziges Mitglied der Kirche.
Margaret Lawson ist im Umkreis von 700 Kilometern das einzige Mitglied. Sie hat es geschafft, schon seit vierzehn Jahren völlig „aktiv” zu bleiben, ein Beispiel, dem andere isoliert lebende Mitglieder durchaus nacheifern können. Schwester Lawson stammt aus England und kam 1966 mit dreißig Jahren nach Australien. Sie hatte starke arthritische und bronchitische Beschwerden, und ihr Arzt hatte ihr ein wärmeres Klima empfohlen. Schwester Lawson wohnte zuerst in Perth, einer Großstadt an der Küste des Indischen Ozeans in Westaustralien, wo sie in einer Theatergruppe die ersten Heiligen der Letzten Tage kennenlernte. Als sie dort Spielleiterin wurde, waren sowohl der Manager der Gruppe als auch der führende Schauspieler Heilige der Letzten Tage. Jedesmal wenn die Gruppe eine Probe begann oder beendete, rief der Manager alle zum Gebet zusammen, wie Schwester Lawson erzählt. „Wir anderen waren zwar keine Mitglieder, aber ich hatte dabei ein gutes Gefühl — ich hatte schon immer still für mich gebetet, bevor ich auf die Bühne ging, und irgendwie kam es mir ganz richtig vor.” Bald erfolgte die Einladung zu den Versammlungen der Kirche, und kurz darauf ließ Schwester Lawson sich taufen. Von Natur aus fröhlich und begeistert, diente sie in Perth als Gemeinde- und Pfahl-Laienspielleiterin und engagierte sich sehr für die Kirche. Mit ihrer Gesundheit ging es aber immer weiter bergab. Als sie schließlich zum Gehen einen Stock brauchte, erklärte ihr der Arzt, sie solle nach Nordaustralien ziehen, wo es wesentlich wärmer und die Luft feuchter ist. Seitdem lebt sie in Kununurra, wo sie in einem medizinischen Labor arbeitet. Um sich ihre Verpflichtung zum Evangelium zu bewahren und ihre geistige Gesinnung zu stärken, stellte Schwester Lawson bei ihrem Umzug nach Kununurra verschiedene Grundsätze auf, an die sie sich seitdem hält. Sie liest täglich zwei, drei Kapitel in den heiligen Schriften und arbeitet sie so alle systematisch durch. Sie liest auch jegliche Literatur der Kirche, die sie bekommen kann. „Ich habe alle Zeitschriften der Kirche abonniert”, sagt sie. Zweimal im Monat erhält sie einen Anruf von der FHV-Leiterin in der Stadt Darwin, die 700 Kilometer entfernt liegt und das Zentrum der Kirche im riesigen Nord-Territorium Australiens ist. Die Telefonanrufe muntern sie immer wieder sehr auf, ebenso wie die fotokopierten Lektionen aus den FHV- und Sonntagsschulleitfäden, die ihr zugeschickt werden. Normalerweise kann Schwester Lawson nur alle sechs Monate das Abendmahl nehmen. Wenn sie sich von der Arbeit freimachen kann, reist sie zur Distriktskonferenz nach Darwin, ein Wochenendtrip, der sie rund 350 US-Dollar für den Flug kostet. Gelegentlich reist der Missionspräsident oder ein anderer Priestertumsträger durch die Stadt, und Schwester Lawson nimmt oft die Gelegenheit wahr, um einen Segen zu bitten. Da die im Bergbau Beschäftigten oft mobil sind, kommt es manchmal vor, daß vorübergehend auch andere Mitglieder in Kununurra wohnen. Selbst wenn es nur ein einziges Mitglied ist, besteht für Schwester Lawson dann schon ein „Zweig” der Kirche. Sie rät den Mitgliedern, die isoliert leben, „sich den himmlischen Vater zum Freund zu machen. Man muß regelmäßig studieren und mit ihm reden wie mit einem wirklichen Freund, und man muß sich auch mit den Mitmenschen um einen herum anfreunden. Man muß keine anderen Maßstäbe annehmen, nur weil man mit Leuten außerhalb der Kirche Umgang hat, die anders empfinden und sich anders verhalten.” Schwester Lawson sagt, es sei besonders wichtig, daß man sich im Gemeinwesen engagiert. Sie ist Leiterin der Theatergruppe, Schatzmeisterin der Progress Association und stellvertretende Vorsitzende des Kulturausschusses am Ort. Schwester Lawson, die während eines Urlaubs im Londoner Tempel ihr Endowment erhalten hat, wohnt 3200 Kilometer vom Sydney-Tempel entfernt — zu weit, um regelmäßig hinzufahren. Sie hat allerdings vor kurzem die einzige genealogische Gesellschaft Kununurras gegründet. Ihr langfristiges Ziel: sie möchte in einem der Tempel mit tropischem Klima eine Mission erfüllen August 1987 20:33 - 2.11.2008 - Kommentieren
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