Wieder steht rechte Fuß vor dem linken (siehe die oben beschriebene Grundhaltung). Nun verlagerst Du Dein Gewicht auf den vorderen linken Fuß, wobei Du beide Beine streckst. Oben auf den Zehenspitzen angekommen, verlagerst Du Dein Gewicht wieder zurück auf den rechten hinteren Fuß und beugst beide Beine, um wieder in die Grundhaltung zu kommen. Jetzt solltest Du wieder auf dem flachen linken Fuß stehen - nicht mehr auf Zehenspitzen. Beide Füße bleiben immer am Platz stehen. Wenn Du diese Bewegung fließend machst, führst Du einen Kreis aus.
Stelle Dir vor an Deiner rechten Hüfte ist ein Filzstift befestigt, der zur Seite zeigt. Dort an der rechten Seite steht eine weiße Tafel und auf dieser Tafel willst Du mit dem Filzstift, der an Deiner Hüfte befestigt ist, einen Kreis malen. Solltest Du die obige Bewegung richtig ausgeführt haben, so würdest Du nun diesen Kreis auf der Tafel sehen können.
Um mit diesem Kamelwelle vorwärts zu kommen, brauchst Du nur an geeigneter Stelle den hinteren Fuß heranziehen und den vorderen ein Stück vorschieben. Du machst einen Nachstellschritt, bei dem immer der gleiche Fuß vorne bleibt. Wann dieser geeignete Zeitpunkt für das Heranziehen und Vorwärtsschieben ist, kannst Du ausprobieren. Fast alle führen das Heranziehen des hinteren Beines aus, wenn sie auf Zehenspitzen stehen und das Vorwärtsschieben des voderen Fußes kommt dann, wenn das Gewicht auf den hinteren Fuß zurück verlagert wird.
Das Gleiche geht auch seitwärts, wobei Du bei dem Nachstellschritt den vorderen Fuß immer diagonal nach rechts vorne schiebst anstatt ganz gerade aus nach vorne.
Nun folgt noch der zweite Teil des Kamelgangs. Denn eigentlich ist das oben Beschriebene erst eine Kamelwelle im Vorwärtsgehen. Ein Kamelgang wird daraus erst, wenn auch der Oberkörper der Kamelwelle folgt.
Stehe in der Grundhaltung und lehne Deinen Oberkörper mit geradem Rücken etwas vor. Du solltest Deine Brust herausstrecken und Dich wie die Gallionsfigur an einem der alten Segelschiffe fühlen. Nun hebst Du die Brust etwas an (aber nicht die Luft anhalten) und lehnst Dich in dieser Stellung nach hinten (also nicht einfach gerade hinstellen, sondern mit geradem Rücken etwas nach hinten lehnen.). Jetzt läßt Du dich einfach fallen, d. h. Schultern herunterfallen lassen, Brustkorb fällt zusammen (so als ob die Luft herausgelassen wird).
Die Kombination von Oberkörperbewegung und Kamelwelle ergibt den Kamelgang:
Erst eine Kamelwelle vollständig ausführen (das geht am Anfang ruhig auch erst einmal im Stand ohne Vorwärtsschieben der Füße) und dann die Oberkörperbewegung dranhängen. Am Anfang wird dies noch etwas steif aussehen, aber mit der Zeit sollten diese beiden Bewegungen so ineinander fließen, daß gar nicht mehr zu unterscheiden ist, wo die eine aufhört und die andere beginnt.
Für Fortgeschrittene kann nun die Kamelwelle mit der Hüfte nahtlos an die Kamelwelle mit dem Oberkörper drangehangen werden, gleich gefolgt von einer weiteren Kamelwelle mit der Hüfte usw. Dabei kann man sich mit dem Nachstellschritt entweder vor- oder seitwärts schieben, oder sich auf der Stelle drehen. Dazu wird der vordere Fuß nicht vorgeschoben, sondern im eine kleines Stück im oder gegen den Uhrzeigersinn verrückt, bis man letztendlich eine ganze Drehung geschafft hat. Ziel ist eine Drehung in nur 2 oder 4 Kamelgangbewegungen.
Quelle: www.chiria.de





