Besondere Erlebnisse

Schweizer Samariter

Geschrieben in Unbenannt
Wir fuhren im Urlaub durch die majestätischen Schweizer Alpen, als auf einmal unser Auto nicht mehr zog. Mein Mann Floyd lenkte den Wagen an den Rand der Alpenstraße und versuchte, den Motor wieder zu starten. Plötzlich gab es einen lauten Knall.
„Alles in Ordnung”, sagte Floyd, „nur eine Fehlzündung.“
Doch etwas bewegte mich dazu, aus dem Heckfenster zu sehen, und ich entdeckte zu meinem Entsetzen, daß unter dem Wagen Flammen hervorschlugen und sich über den hinteren Teil des Fahrzeugs ausbreiteten.
„Es brennt”, schrie ich. Floyd reagierte sofort. „Alle raus aus dem Wagen — sofort!” rief er und lief um das Auto, um uns allen die Tür zu öffnen. Unsere beiden Mädchen, sechzehn und sechs Jahre alt, stiegen schnell aus und rannten an der Straße entlang in Sicherheit. Unser vierjähriger Sohn, ohne Schuhe und verängstigt, flüchtete sich in die Arme seines Vaters.
Er wurde rasch von dem brennenden Auto weggeschickt, denn wir erwarteten in jedem Augenblick, daß es explodieren würde.
Das Baby und ich waren die letzten. Es schien ewig zu dauern, die Haltegurte des Kindersitzes zu lösen. Floyd half uns, und wir rannten auch.
Eine ölige, schwarze Qualmwolke stieg vom Feuer auf. Ein junges französisches Ehepaar hielt an. Der Mann lief los, um nach Hilfe zu telefonieren, während seine Frau mir half, die Kinder zu beruhigen.
Darauf hielt ein Lastwagenfahrer an und bekämpfte den Brand mit einem Feuerlöscher aus seinem Lastwagen. Dann half er meinem Mann, das meiste Gepäck zu retten. Das Feuer brannte weiter.
Inzwischen waren einige Bauern aus ihren Häusern gekommen, um das Geschehen zu beobachten. Bald kamen ein großer Feuerwehrwagen und einige Polizeiautos. Schnell löschte die Feuerwehr den Brand und barg den Rest unseres Gepäcks.
Da waren wir: unsere Koffer neben dem ausgebrannten Auto verstreut, gestrandet am Rand einer Autobahn in der Schweiz - weit weg von daheim in Kalifornien. Aber wir fühlten uns erleichtert und dankbar, denn wir waren in Sicherheit und besaßen überdies noch fast unser ganzes Gepäck.
„Spricht hier jemand Englisch?” fragte mein Mann hoffnungsvoll. Nur verständnislose Blicke und etwas Achselzucken. Da traten ein Mann und sein Sohn auf uns zu. „Kommt in mein Haus”, sagte er in stockendem Englisch, „kommt in mein Haus.” Er zeigte auf ein kleines Bauernhaus auf der anderen Seite des Tales. Dreimal mußte er mit seinem kleinen Auto fahren, um uns alle mitsamt dem Gepäck hinüberzuschaffen. Die Frau und die Familie unseres neuen Freundes gaben uns zu essen, brachten die müden Kinder ins Bett und halfen uns, unsere Sachen zu sortieren und neu einzupacken.
Die Frau sprach perfekt Englisch, und wir blieben bis spät in die Nacht wach und unterhielten uns mit unseren Gastgebern. Erst als wir uns am nächsten Morgen auf die Weiterreise vorbereiteten, entdeckten wir, daß auch sie Heilige der Letzten Tage waren. Dadurch wuchsen sie uns noch mehr ans Herz.
Dieser Tag in den Alpen war der denkwürdigste Teil unseres Urlaubs. Nie werden wir unser furchterregendes Erlebnis vergessen. Auch diese Schweizer Familie werden wir nicht vergessen - Brüder und Schwestern im Evangelium, die wir per Zufall trafen - und auch nicht die Liebe, die sie uns erwiesen.
Karen L. Brown, September 1988

21:26 - 14.03.2009


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Hier veröffentliche ich Berichte aus alten Kirchenzeitschriften mit besonderen Erlebnissen, meist im Zusammenhang über Eingebungen des Heiligen Geistes
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