Situationen

Menü

Home
Profil
Archiv
Freunde

Kategorieen

Einkäufe
Gemischtes
Internet
Kinder... Kinder !
Kuren, Arztbesuche usw
Spaziergänge

Links

SPAZIERGÄNGE 2009

CENTS IN DER BANK

 Immer, wenn Manni alleine mit Toby spazieren geht, hat er die lustige Angewohnheit, irgendwelche Zeichen zu setzen zB.:  Steine in Baumlöchern zu verstecken, lose Äste in Baumgabeln zu klemmen, Herzen auf Steine zu kratzen oder kleine Kerben in Holzbänke zu schnitzen. Sachen , die eigentlich nur ein „kleiner Junge“ so macht. Nun hatte er, schon seit einiger Zeit, in einer alten,  verwitterten Ruhebank einige Centstücke versteckt, erst die Taler in die Holzspalten gedrückt und dann Steinchen,  wie Deckel,  darauf gepreßt. Neulich, als er heim kam, erzählte er: „Du Mäuserl, die Bank in der ich die Centstücke versteckt habe . . . ,“  ich unterbrach ihn lächelnd: „Da war ein Dieb und hat das Geld geklaut.“ „Nein, die konnte doch keiner finden,“  entgegnete er aufgeregt: „Die haben die Bank ausgetauscht, jetzt steht ´ne neue da !“ Eine Antwort darauf fiel mir nicht ein, aber dafür konnte ich mich vor lachen       kaum noch einkriegen.                                                                                            Also „Geld verstecken“ wird wohl künftig nicht mehr zu seinen Auswärtsspielchen gehören.

 

 DIE FAULE BEGEGNUNG IN DER NACHT

Gestern Nacht, als ich mit Toby die Gassirunde gegangen war, fiel mir eine Frau auf der anderen Straßenseite auf. Sie stand nur im Bademantel und in Latschen vor der  Haustür und starrte etwas genervt auf den Boden vor sich. Während ich nach dem Grund dieser sonderbaren nächtlichen Aufmachung suchte, schaute sie auf einmal suchend nach rechts und links und ich entdeckte die Umrisse eines Hundes am Straßenrand. Der hatte uns gesehen und bummelte,  über die Straße,  auf uns zu. „Hallo, Ihr Hund läuft hier auf der Straße ´rum!“ rief ich dem weiblichen Nachtgespenst zu. „Na und?“ war die gleichgültige Antwort. „Ja, aber wenn ein Auto kommt?“ entgegnete ich etwas verwundert während ich meinen,  ebenfalls verdutzten,  Toby auf den Arm nahm. „Tja, was ist dann?“ kam die Gegenfrage statt einer Handlung. Während sich der treu ´dreinblickende Vierbeiner neben mich setzte und interessiert an mir und Toby emporschaute wurde ich langsam sauer: „Nicht,  daß er überfahren wird, ich hab` meinen Hund schon hoch genommen!“ erklärte ich noch ruhig aber eindringlich. „Ja, was soll ich denn jetzt bitteschön machen?“ entgegnete sie völlig genervt und ziemlich bissig. „Also, mir ist es egal, wenn er platt gefahren wird. Ich gehe jetzt weiter!“ log ich wutschnaubend und setzte mich mit meinem,  erstaunlich ruhigen,  Paket auf dem Arm in Bewegung. „Ja, mir ist es auch scheißegal! Der Hund ist nun ´mal so blöde!“ rief die ekelhafte, eiskalte und stinkendfaule Beißzange zurück. „Na, was soll denn, bei dem Frauchen, sonst aus dem armen Hund werden!“ flutschte es aus mir heraus,  während ich mich umdrehte. Der Wuschel saß immer noch auf dem gleichen Fleck und sah hinter uns her. Ich setzte Toby wieder  ´runter und beobachtete erleichtert, wie der Ungeliebte der verspäteten Aufforderung „Komm jetzt her!“ folgte und unversehrt über die Straße zurück trottete. Toby bekam seine Belohnung für ´s „brav sein“ und ich schmunzelte über meine passende Antwort, die mir da herausgerutscht war.

 

GEGENVERKEHR

Vor ein paar Tagen hielt ein Auto neben mir und da ich den Fahrer nicht kannte blieb ich stehen, weil ich dachte,  daß er mich nach dem Weg fragen wollte. Als er mich jedoch nur wartend anstarrte, anstatt die Scheibe herunter zu kurbeln, setzte ich mich schleunigst, allerdings grinsend, in Bewegung um die Einfahrt freizumachen, auf der ich zufällig stand. Erst als hinter mir statt Motorengeräusch ein Türenklappen zu hören war drehte ich mich um und eine meiner Spaziergangsbekanntschaften (mit Ihr hatte ich mich angefreundet) kam mit den Worten: „Ach, da bist Du ja ! Hat sich doch gelohnt ! Ich hab` zu meinem Mann gesagt er soll erst noch schnell den Gannerbarg ´rauffahren ! Wir sind nämlich zum Essen eingeladen !“ auf mich  zugestürmt. Sie wollte mir nur sagen, daß alles in Ordnung sei und ich mir keine Sorgen machen brauche, weil wir uns doch schon länger nicht gesehen hatten. Ich stellte klar, daß es an mir liegt, weil ich die letzten Tage später ´dran war. Beruhigt und gut gelaunt lief sie zurück zum Auto, doch als sie gerade hinter dem Wagen war, fuhr ihr Mann los. Völlig verdutzt schaute sie mich an: „Also, nun haut der ohne mich ab !“ Bevor ich ihr erklären konnte, daß er wegen eines entgegenkommenden PKW Platz machen mußte, hielt ihr Göttergatte wieder an.  Jetzt hatte auch sie die Situation überblickt und fing schallend an zu lachen. Klar, daß ich das schon längst tat.

 

 UNSERE IMWEGSTÄNDE

Zu Einfahrten habe ich irgendwie ein komisches Verhältnis weil ich dort des Öfteren im Weg stehe. Wahrscheinlich liegt es an Toby, der leider sparsam mit seinem Urin ist und genau überlegt, welcher Pfosten (und davon hat eine Toreinfahrt gewöhnlich zwei) es wert ist, von seinem wertvollen Saft beträufelt zu werden.  Meistens sind die Wartenden sehr nachsichtig und grüßen freundlich lächelnd, wenn ich meinen Sparpinkler und mich aus dem Weg schaffe.

 PARKPLATZBESETZUNG

Neulich hatte ich allerdings ein Muffelobjekt zum Warten gezwungen, als ich, wie jeden Tag, zwischen den Häuserblocks nicht auf dem Fußweg, sondern über den Parkplatz bummelte. Viel zu spät bemerkte ich einen PKW, der mehr oder weniger geduldig hinter mir herschlich. Eilig holte ich die acht Meter Leine ein, flüchtete in die nächste leere Parklücke (statt auf den Fußweg) und grüßte freundlich lächelnd. Statt einem Rückgruß erhielt ich ein verständnisloses Kopfschütteln und einen energisch auf „meine“ Parklücke weisenden Zeigefinger zur Antwort.  Auf einmal hatte ich es sehr eilig, räumte den Parkplatz und verschwand schleunigst um die nächste Ecke.

 GEISTERTOR

Es gibt aber auch Hausbesitzer, die genießerisch warten bis man die Einfahrt verläßt. Während Toby mit fachmännischer Genauigkeit und dementsprechendem Zeitaufwand an einer Gartenpforte die geeignete Markierungsstelle suchte, knackte diese plötzlich ziemlich heftig und fast gleichzeitig sprang der Riegel, mit dem die beiden Tore zusammengehalten werden, hoch . Der Schreck ließ uns beide gleichermaßen (synchron so zu sagen) einen Satz zurück springen. Während mein Kleiner wie eine Salzsäure stehen blieb und nur seine Nase samt Hals in die Nähe des Ungetüms reckte, ging ich wieder einen Schritt vor,  um das Rätsel zu lösen. Als sich aber auf einmal die Pforte wie von Geisterhand, leise knarrend und etwas ruckend, langsam ganz zu öffnen begann, zog ich es vor den Rückzug anzutreten. Mit den Worten: „Komm, bevor wir noch unschuldig Ärger kriegen !“ drehte ich mich um und blickte direkt in ein Auto, welches auf einmal hinter uns stand. Ein älteres Ehepaar saß darin und zeigte mir, nun laut lachend, . . .  eine Fernbedienung, worauf ich vor lauter Lachen nicht einmal mehr grüßen konnte.                                                                                                                                                            Das wäre ein Spielzeug für mich, ich täte den ganzen Tag Leute veräppeln und mich köstlich amüsieren, gibt bestimmt noch mehr Dumme außer mir.

 

 KLEINE LÜCKE ODER GROSSES AUTO

Ja, und es gibt auch noch mehr Leute außer mir, die über ihre eigene Dusseligkeit lachen können. Neuerdings mache ich immer einen kleinen Umweg über die „Schulheide“, eine kleine Straße ohne Fußwege und kaum Autoverkehr. Neulich fuhr in ganz gesittetem Schrittempo ein Wagen an mir vorbei, dessen junger Fahrer freundlich grüßte und ein paar Häuser weiter in die Einfahrt bog. Als ich einen Augenblick später dort ankam, war dieser immer noch damit beschäftigt, die neue, elegante Nobelkarosse in das, ebenfalls ziemlich neue, Carport zu buchzieren. Unauffällig langsam schlendernd, beobachtete ich belustigt und dementsprechend grinsend die verzweifelten Einparkversuche. Es war zwar nicht riesenviel Platz vorhanden, aber immerhin soviel, daß man bequem beim zweiten Versuch hätte einlochen können. Ich war fast vorbei, als er es endlich beim 6. oder 7. Mal geschafft hatte. Als er mich entdeckte, lachte er und winkte mir zu.

 

 DIE CAPPI

Recht amüsant ist es manchmal auch an der Tankstelle, wo mich ein Tankwart immer ganz nett grüßte. Vor einigen Wochen war er dabei, Pappkartons zu zerkleinern und in den Müllcontainer zu verfrachten. Ein Windstoß riß ihm beinahe ein großes Stück Pappe aus der Hand und stieß dabei sein Cappi vom Kopf, die genau vor seinen Füssen landete. Als er das unbändige Teil mit einiger Mühe entsorgt hatte, suchte er seinen Kopfschutz. Da er sich bei der Aktion aber darauf gestellt hatte,  war dieser fast unsichtbar und so sah der Gute im Müllcontainer nach, wobei er seine Mütze wieder enthüllte. Nachdem er logischer Weise auch dort nicht fündig wurde, verlegte er die Suche wieder auf den Boden und . . . oh Wunder . . . da lag der Ausreißer, genau vor ihm ! Der Arme starrte entgeistert auf seinen Wunderhut und kratzte sich am Kopf.  Als er dann auch noch fassungslos sein weises Haupt schüttelte konnte ich mich nicht mehr beherrschen und fing schallend an zu lachen. Seitdem grüßt er mich nur noch ganz verhalten und gar nicht mehr so nett. 

 

DURSTIGE SEELE

Sonntags findet man öfter durstige Seelen, deren Weg zwangsläufig in die Tanke führt, in die Oase sozusagen. Das Gelände ist mit einer niedrigen Leitplanke abgezäunt, die von Vielen einfach, zwecks Abkürzung, überklettert wird. Dem Durstigen vor mir,  schien dieser Weg gewohnt, denn er torkelte zielstrebig,  über die Straße,  auf das eiserne Hindernis zu. Dort angekommen verharrte er jedoch unschlüssig,  um dann mit einer gewagten Viertelumdrehung brav dem Gehweg zu folgen, dessen Breite seine seitlichen Ausfallschritte vollständig in Anspruch nahmen und die Länge unendlich erscheinen ließ. Immer wieder lockte ihn die Gier an die Hürde, die ihn von dem kostbaren, unverzichtbaren Naß trennte.  Doch unüberwindbar hoch das Eisen, ach und die Beine so schwer, wie die Füße rund. Gerade wollte er sich seinem Schicksal ergeben, als . . . eine junge Deern, leicht wie eine Feder und mit einem Sechserpack des lebensrettenden Saftes bewaffnet, die Absperrung übersprang und,  an ihm vorbei,  davoneilte. Der Verdurstende sah ihr nach als wäre sie ein Geist, dann baute er sich erneut vor der Abgrenzung auf, taumelte drei Schritte zurück und ebenfalls im Schneckentempo wieder drei vor und stand wieder da, wie David vor Goliath. Aber daran dachte er bestimmt nicht, es war wohl vielmehr die panische Angst vor dem Vertrocknungstod, die ihn den Kampf aufnehmen ließ.  Er stützte sich, beide Hände in die Planke krallend, auf und hievte laut stöhnend sein erstes zentnerschweres Gehwerkzeug,  zentimeterweise über das,  ach so böse Hindernis. So verweilte er schnaufend einen Augenblick,  in dieser annehmbar sicheren Haltung,  um dann mit einem kläglichen „Hau ruck“ auch die zweite Stelze ins gewollte Ziel zu bringen.  Diese Aktion erwies sich jedoch als wesentlich schwieriger, da die besagte Nummer zwei auf einmal um Einiges länger schien und padu nicht der Nummer eins folgen wollte. Dem hoffnungslos verhakten Klumpfuß,  mit der Hand,  nachzuhelfen war ein fataler Fehler, da diese doch ursprünglich zum Gleichgewicht halten eingeteilt war. Tja . . . es kam wie´s kommen mußte . . . ächzend brach das Klappergestell zusammen und landete auf dem Boden, nur dreißig Schritte vor der Einfahrt, aber gottlob . . . auf der heißersehnten Seite.  Erst unverständlich fluchend, dann leise lallend,  raffte sich der Gepeinigte langsam schwankend auf, fixierte mit starrem Blick das „rettende Tor“ und erreichte dieses mit Müh` und Not. Daran sieht man wieder:  Wo ein Wille, da ein Weg (wenn auch manchmal mit unnötigen Hindernissen)!!!

 

KALTE IRRWEGE

„Willst Du noch mehr Teiche sehen, dann gehe nicht links ´rum sondern gerade aus ..., drehe dann aber lieber um, denn im Militärgebiet kann man sich leicht verlaufen!“ Ich folgte dem ersten Teil des Ratschlags meiner Freundin und entdeckte die beiden kleinen Teiche, welche sich am Dorfrand befanden. Aber ich wollte nicht wieder zurückgehen, sondern versuchte im Halbkreis um das Dorfteil herum zu laufen, um so auf die breite Betonstraße zurück zu kommen. Der müßte, wenn ich mich dort links halten würde, wieder an die Hintertore der Kaserne führen.  Also bog ich den nächst möglichen Weg nach links ein, über eine breite Dorfstraße immer geradeaus, zwischen vielen gleichgeschnittenen Gärten links und dem großen Freibad zu meiner Rechten, bis ich die Möglichkeit hatte,  erneut nach links zu schwenken. Weil ich mit meinem Hund nicht durch eine Dorfstraße laufen wollte, entschied ich mich nach rechts in einen Waldweg einzubiegen, der auch bald schräg an die Betonstraße heranführte. Es dauerte noch eine Weile, bis der Zaun an einer Stelle unterbrochen war und wir nach links zurück in Richtung Kaserne marschieren konnten. Trotzdem Schnee lag, war es nicht übermäßig kalt und so entschied ich mich um, als ich rechts einen Waldweg entdeckte. Wenn wir diesem Weg folgen würde, dann müßten wir auf jeden Fall an den Flugplatz gelangen, auch wenn der nicht ganz gerade verläuft und dort würde ich mich ja wieder auskennen. Dieser Weg führte an einen breiteren und wir marschierten ein kurzes Stück nach links und um die Richtung zum Flugplatz zu behalten drehten wir bei der nächsten Möglichkeit wieder nach rechts ab. Abgesehen davon, daß außer unseren eigenen Spuren keine anderen im Schnee zu sehen waren, wurde der Weg immer schlechter begehbar und ich langsam unruhig, eigentlich müßte der Flugplatz schon lange in Sicht sein. Statt dessen verlor sich der Weg mehr und mehr in eine breite Schneise und die Dämmerung setzte ein. Plötzlich stand ich auf einer erhöhten Fläche und blickte rechts über Tannen, so weit das Auge reichte. Geradeaus sah ich in einen angrenzenden Wald, der zwar in unserer Höhe war, aber keinen Eingang hatte. Es blieb nur noch ein breiter gerader Weg nach links, dem wir folgen konnten. Alsbald bot sich wieder die Möglichkeit nach rechts abzubiegen, aber auch hier fanden wir uns bald auf offenem Gelände wieder, dessen Ende, auch nach einigen Metern, in der rasant zunehmenden Dunkelheit, nicht zu erkennen war. Während Toby immernoch unternehmungslustig und unbeeindruckt neben mir her schlawenzelte, geriet ich langsam in Panik, zumal ich Mühe hatte, den schmalen unebenen Weg wieder zu finden, der auf den breiten geraden zurückführte. Die Idee, Toby unsere Fußspuren zurück verfolgen zu lassen, erwies sich als unwirksam. Er fand das Spiel: „Such Toby!“ einfach nur lustig und schnubberte eifrig den Boden nach einem Leckerlie ab, welches ich, seiner Meinung nach, verloren haben mußte. Also übernahm ich die Spurensuche wieder und wurde gottlob fündig. Es war kalt geworden und außer zwei Leckerlistreifen und meine Haustürschlüssel hatte ich nichts dabei, so daß mir die Vorstellung von einer Nacht in fast unberührter Natur immer mehr Angst einflößte und ich mir die Frage stellte, wer von uns Beiden wohl ehe erfrieren würde. Aber ich brauchte diesmal nicht entscheiden, in welche Richtung unsere Tour nun weitergehen sollte, als wir am großen Weg ankamen. Es blieb ja nur rechts, denn den gleichen Weg zurück würde ich jetzt im Dunkeln nicht mehr finden. Während ich sonst immer froh bin, wenn uns kein fremder Hund entgegen kommt, da mein kleiner Struppi sich dann manchmal in einen argen Wüterich verwandelt, hoffte ich diesmal inständig, daß es sich um einen Solchen in Menschenbegleitung handelt, was sich uns von vorne näherte. Meine Erleichterung war grenzenlos, als ich feststellte, daß meine Augen sich nicht getäuscht hatten und konnte es kaum erwarten, endlich nach dem ersehnten Heimweg fragen zu können. Es war ein sehr nettes Frauchen mit großem, schwarzen Mischlingsrüden, der sich sofort brav hinsetzte und die Frau erklärte mir nicht nur die Route zur Kaserne, sondern zeigte mir auch, warum wir uns  verlaufen hatten. Sie zeichnete mit dem Fuß die Betonstraße in den Schnee und einen davon abgehenden Betonbogen, der ebenso aussah und auf den ich gestoßen bin, als ich aus dem Dorf kam. Die langgezogenen unauffälligen Kurven in den Wegen, der Schnee und letztendlich auch die Dunkelheit taten das seine dazu, außerdem haben sich in dem unübersichtlichen Gelände ohnehin schon viele Leute verlaufen. Auch die Hundebesitzerin hatte sich schon verirrt, nachdem das Militärgebiet für die Allgemeinheit geöffnet wurde. Ich bedankte mich ganz riesig für die Hilfsbereitschaft und marschierte frohen Mutes bis zur Betonstraße und dann nach links, vorbei an den Anfang des Betonbogen ... bis zur Kaserne ... wo der Irrweg begann. Erst jetzt fing ich an zu frieren und war unendlich froh, als ich daheim ankam.

Es war stockdunkel und ... minus sechs Grad kalt !!!  Ich schwor mir: Im Sommer werde ich das gesamte Militärgebiet solange durchkämmen, bis ich jeden Winkel kenne.

Irrweg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ÜBERFALL

Die Straße, auf der wir uns befanden, hat zwei rechtwinklige Kurven und wir hatten die zweite eben hinter uns gelassen, als ich auf einmal ein Geräusch hinter uns wahrnahm, welches ich nicht orten konnte. Für ein galoppierendes Pferd, nachdem es sich anhörte, war es viel zu leise und zu schnell. Mechanisch drehte ich mich um, konnte aber wegen der hohen Hecke nichts sehen. Da das Getrappel lauter wurde, nahm ich Toby instinktiv auf den Arm. Im letzten Moment, wie sich herausstellte, denn plötzlich schoß ein großer Hund (Münsterländer--Deutsch Langhaar) hinter der Kurve hervor und sprang ganz gezielt auf mich zu, um an den, völlig überraschten, Toby zu gelangen. Ich drehte ihm panisch mein Hinterteil zu, aber er versuchte einige Male, laut bellend, von vorne an mir hochzuspringen. Als er mich jedoch von der Seite richtig ansprang und ich merkte, daß mein kleiner 10kg-Freund immer schwerer wurde und ich langsam einen Drehwurm bekam, schrie ich den kontaktfreudigen Unhold laut an. Der erwünschte Erfolg, daß sein Besitzer ihn zurückpfeift, blieb aus, aber... er hielt einen Moment inne. Er überlegte wohl, ob er noch einen erneuten Versuch starten sollte. Die Entscheidung nahm ich ihm ab, indem ich, jetzt noch lauter brüllend, einen Schritt auf ihn zu ging ... uff ... er verschwand fast genau so schnell, wie er gekommen war. Verdutzt sah ich ihm nach, traute mich aber erst einen Moment später, meine „kleine Zwischenmahlzeit“  herunter zu setzen. Meine Beine zitterten und ich drehte mich noch eine ganze Weile immer wieder um, während Toby vollkommen unbeeindruckt weitermarschierte, so als wäre nichts passiert. Sonst war es mein kleiner Angsthase, der sich ständig umdrehte, wenn etwas Unheimliches zu vermuten war.

 

 WEIT UND WUNDERSCHÖN

Heute entschied ich mich, das Fischbeker Moor zu erkunden. Den langen Rundweg sind wir schon gegangen, aber von den Querwegen hatte ich abgesehen. Also begann ich kurz hinter dem Moorkrug mit dem ersten Weg, der dort endete, wo ein dichter Wald anfing. Er war eben nur für die Bauern, die rechts und links ihr Vieh weiden hatten, welches versorgt werden mußte. Auf der letzten rechten Wiese entdeckte ich Minishettlandponys, drei Erwachsene, einen Jährling und ein ganz junges Fohlen. Sofort bei meinem Näherkommen drängten sie sich an die Pforte und genossen die Streicheleinheiten. Sie sahen alle gesund und gut gepflegt aus und ich war sehr erfreut, als ich die Hufspäne auf dem Wiesenboden sah. Tatsächlich waren alle Hufe frisch beschnitten worden. Während ich mich sonst über solche Sackgassen ein bißchen ärgere, war ich diesmal glücklich, dieses kleine Paradies entdeckt zu haben. Entzückt verweilte ich, mit diesen niedlichen Geschöpfen schmusend, eine ganze Zeit und genoß diese friedliche Idylle. Auch Toby schien es nicht besonders eilig zu haben, er suchte etwas Schatten, legte sich entspannt nieder und beobachtete mein Treiben. Der zweite Pfad ähnelte dem ersten, war allerdings zum Ende hin mehr und mehr mit Dornengestüpp und Brennesseln zugewuchert und endete ebenfalls am Waldrand. Da auch dieser Weg nicht sehr lang war, hielt sich meine Enttäuschung darüber,  daß ich wieder umdrehen mußte,  in Grenzen. Wieder auf dem Hauptweg angekommen genoß ich den Anblick der üppigen riesigen Wiesen links und rechts, auf denen eine Vielzahl verschiedener Huftiere friedlich weideten. Zum Anfang und ziemlich am Ende Schafe und Ziegen, ansonsten abwechselnd, Pferde und jede Menge verschiedener Kühe (Schwarz-bunte, Braun-weiße, ganz dunkelbraune, ganz weiße französische und schottische Hochlandrinder). Man kam sich ein bißchen vor, wie in einem riesigen Tierpark. Hinter dem weitläufigen Bogen, marschierten wir den 3. Weg rechts rein, der, wie alle Querwege rechts und links von einem Knick gesäumt wurde. Nach einer ziemlich weiten Strecke endete „Der Dritte“ auf einer Wiese. Rechts weidete eine wunderschöne Stute mit ihrem Fohlen, die uns zwar etwas verwundert beäugte, sich aber ansonsten nicht um uns kümmerte. Ich beschloß über die riesige Wiese zu laufen, in der Hoffnung, am Ende irgendwie weiter zu kommen. Leider erfüllte sich Diese nicht, plötzlich stand ich vor einem breiten Graben, der mich zum Umdrehen zwang. Dieses Hin und Her kostete ungefähr 30 Minuten und der Wiesenbummel auch etwas Kraft.  Aber es war schön und irgendwie auch etwas abenteuerlich. Also probierte ich auch den 4. Querweg aus, der sich kaum von dem dritten unterschied, auch in der Länge nicht. Er endete ebenfalls in einer, nicht ganz so großen, dafür aber ungemähten Wiese. Nachdem ich mühsam, mehr stolpernd als steigend, geschweige denn gehend (Toby hatte es leichter mit seinen vier Beinen), das andere Ende erreicht hatte, standen wir, wie befürchtet, wieder an dem Graben. Als ich auf der anderen Seite einen Waldweg erspähte, glaubte ich, daß es irgendwo einen Steg oder eine kleine Brücke geben mußte. Also weiter ... bis an die Ecke ... durch das Gras, welches einem laufend wie Schlingpflanzen, die Füße festhielt, sobald man vergaß, wie ein Storch im Salatbeet zu staksen.  An der Ecke angekommen war immer noch kein Überweg zu sehen und die Wiese wurde immer matschiger trotz des trockenen Wetters. Hinter dem Zaun fing ein lichter abwärts liegender Wald an, der absolut keinen Grund für eine Brücke bot. Also wieder querfeldein zurück ... uff ... nein, für heute keine Nebenwege mehr, dieser Spaß dauerte ca. 40 Min. und ich hatte die Nase voll. Aber die Neugierde hielt nicht lange an und meine Beine hatten sich auch wieder einigermaßen erholt, also wagte ich einen letzten Versuch. Gleich am Anfang des 5. Weges stand eine gemütliche Bank und diese Einladung zum Ausruhen nahmen wir gerne an. Dieser Weg war links durch eine Böschung geschützt , hinter der sich idyllische Wiesen verbargen. Irgendwann ging ein Weg links ab, den ich aber ignorierte und weiter geradeaus lief, vorbei an drei weidenden Großponys. Bald wurde der Weg schmaler und bewachsener, aber auch immer schöner. Nach einer scharfen Linksbiegung befand sich rechts eine dichte Böschung und links hatte man  freien Blick über üppige Wiesen, auf denen vereinzelnd Pferde und Ponys zu sehen waren. Eine Reiterin kam uns auf einem Schimmelpony entgegen. Selten hatte ich jemanden so beneidet, wie in diesem Moment ... ja, jetzt vier Hufe unter dem Hintern und den sanften Wind in den Haaren wehen lassen ... vor allem nicht selber laufen müssen. Nun war auch rechts freie Sicht und eine große Wiese war notdürftig in kleine Flächen eingeteilt, auf jeder stand eine kleine zusammengeschusterte Bretterbude. Einige Pintos standen gelangweilt auf dem Sandboden und dösten vor sich hin. Irgendwie sah alles etwas verwahrlost und alles andere als einladend aus. Die Pferde waren allerdings gut genährt und dem Augenschein nach gesund. Meine Neugierde konnte nicht gestillt werden, da kein Mensch zu sehen war. Wieder machte der Weg eine Linkskurve und führte über Wiesen und Felder. In weiter Ferne konnte man die S-Bahnlinie sehen, wodurch ich nun die Bestätigung bekam, daß ich mich in der richtigen Richtung befand. Nur über die Länge des Weges konnte ich keine Angaben finden, aber als ich später einen Feldweg nach links erspähte, konnte ich die Entfernung zum Hauptweg abschätzen. Es konnte ja nur der Weg sein, den ich zuvor bei den vier Großponys verschmäht hatte. Trotzdem mir jetzt doch die Füße schmerzten, tat es mir nicht leid, daß wir die weitere Tour gewählt hatten, es wäre doch schade, diesen herrlichen Weg nicht zu kennen. Irgendwann kamen wir in einem Kleingartengelände an und ich hatte die volle Orientierung wieder. Bis nach Hause war es noch eine gute Stunde, aber immerhin kannte ich den Weg. Zugegeben ... es ist schon ein kleiner Unterschied ... 3 Stunden waren geplant ... aber es wurden etwas über 5 Stunden, wobei die unnötigen Wiesengänge doch anstrengend waren.

 

BITTE KEIN DÜNGER !

Wie so oft befand ich mich auf dem kleinen Querweg im Oberdorf, als ich einen älteren Herren, der auf seiner Auffahrt stand, einen guten Tag wünschte. Anstatt meinen Gruß zu erwidern, kam er, ziemlich rasant  auf mich zu und erklärte mir: „Nicht da gegen pinkeln, das können die Pflanzen nicht ab, die werden dann ganz braun!“ Ich blickte auf die „Lebensbäume“, welche als Hecke dienten und meinen Hund, der offensichtlich nicht die Absicht hatte, seinen wertvollen Saft an diese zu verschenken. „Tja ...“ entgegnete ich, mit gespielt ernster Mine: „dann stellen Sie doch ein Schild auf, oder stellen einen Wachmann ein!“ Meine Ernsthaftigkeit erfüllte seinen Zweck, denn ich bekam prompt eine erboste Antwort: „Na, soweit kommt´s noch!“ Leider fiel mir zu spät ein, daß ich ihm auch eine Gegenerklärung hätte geben können, nämlich: „Keine Angst, ich habe schon zu Hause uriniert. Außerdem pflege ich solche Angelegenheiten nicht in aller Öffentlichkeit zu erledigen!“ Aber das kurze Gespräch war ja auch so recht amüsant.

 

EWAS VERKLEMMT

 Am Sonntag waren Manfred und ich mit Toby unterwegs zum Panzerstützpunkt, wo auch die Schießanlagen sind, als es anfing zu regnen. Trotzdem der Regen zunahm wollten wir nicht umdrehen, liefen weiter und sahen uns alles an (d.h. ich kannte ja schon alles, aber für Manni war es doch interessant). Inzwischen goß es richtig und es wurde langsam dunkel, aber das fiel uns erst auf, als wir in einen der Tunnel der Schießanlagen stiegen. Als Manfred, der zuerst unten war, sich wegen der Dunkelheit beschwerte, erinnerte ich ihn an die Luken, durch die doch Tageslicht eindringen kann (fragt sich nur wie, wenn´s draußen schon ziemlich düster ist). Ha, ha ... erst als Manni irgendwo gegenstieß,  fiel mir nicht nur die Sitzbank wieder ein, sondern auch die Dunkelheit auf, es war wirklich stockfinster. Erst einen Augenblick später konnte man die Umrisse der Metallgestelle, mit denen man die Schießscheiben hochdrehen konnte, erkennen. Später, als wir alles angeschaut hatten, beschloß ich die Abkürzung über das dazugehörige, abgezäunte Grundstück zu nehmen, weil das Tor aufstand,  da das Haus inzwischen abgebrannt ist. Leider war die Pforte zum Jungfrauenweg notdürftig mit Draht verschlossen, so daß sich nur der eine Flügel mit einiger Mühe einen Spalt weit öffnen ließ. Toby, der Miniaturwolf und ich kleiner Stoppelhopser hatten keine Schwierigkeiten dadurch zu schlüpfen. Ich brauchte mich noch nicht einmal richtig zu bücken,  um unter den oberen Bindedraht durch zu kommen. Bei Manni (der ja größer ist als ich) sah das nicht nur anders, sondern auch ziemlich komisch aus, irgendwie steckte er auf einmal ein wenig fest und ich ... tja, ich mußte schallend anfangen zu lachen, zumal seine Glatze im Rest des Tageslichtes so herrlich leuchtete, während alles andere des Körpers mehr oder weniger in der Dunkelheit verschwand. Dafür konnte man sein Stöhnen wesentlich lauter, als das Plätschern der dicken Regentropfen auf der Straße, vernehmen. Erleichtert stellte ich fest, daß man den einen Torflügel leicht bewegen konnte und zog daran, dachte aber leider nicht darüber nach, daß sich die andere Hälfte ja mitbewegt und der Spalt so nicht größer wird sondern sich nur verschiebt. Somit schob ich den, in seiner beengten Lage befindlichen, armen Mann nun auch noch an. Na, irgendwie hat´s dann irgendwann, ohne Schäden,  doch geklappt und wir marschierten ohne Umwege heim. Während dieses Duschweges versicherte Manfred mir glaubhaft, daß er soebenbeschlossen hatte, dieses Mal auf das Pilze suchen zu verzichten. Ha, ha ... 

 

TOBY,  DER AUGENMAGNET

 Gerade wollten wir aus dem Nebenpfad auf den Heideweg einbiegen, als uns ein Radfahrer zum Warten zwang. Seine Augen blieben an Toby hängen und fixierten ihn standhaft. Auch als der Radler an uns vorbei fuhr, haftete der Blick weiterhin an dem Hund, so daß er schließlich seinen ganzen Kopf nach hinten drehen mußte. Leider bemerkte der Faszinierte nicht, wie er mit seinem Haupt auch seinen Lenker etwas nach rechts verzog und so langsam, aber schnurstracks auf den Wegrand zufuhr. Erst die drohende Genickverrenkung zwang ihn dazu, die Sehorgane wieder nach vorne zu richten. Vielleicht gerade noch rechtzeitig, um mit einer sofortigen Linkswendung vom unebenen Rand wegzukommen, aber zu spät um dem, direkt vor dem Reifen liegenden, Knüppel auszuweichen. Der Mund und die Stimme vermochten noch ein verzweifeltes „Oh ooh ... !“ auszustoßen ... dann schepperte es ... und der, eben noch, Verzauberte wurde so, etwas unsanft, buchstäblich auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Nur mit Mühe brachte ich die Frage: „Hat´s wehgetan?“ mit dem angebrachten Ernst zustande, es sah auch jetzt noch komisch aus, wie er da neben seinem liegenden Fahrrad saß und sich das Knie rieb. „Nein ... nur das Knie ein Bißchen ... ,“ antwortete er, seinen Blick wieder auf Toby gerichtet: „ ... das sind tolle Hunde, solche ... das sind die Besten ... diese ... das ist doch ein Mischling?“ „Ja, das ist ein Mischling!“ bestätigte ich, immer noch das Lachen unterdrückend. Erst bei meiner Frage, ob er alleine aufstehen könne, schaute er mich bejahend an und erhob sich etwas mühseelig, aber nun selber lachend. Er wünschte uns noch einen schönen Tag und radelte vergnügt von dannen, während ich nun endlich meinem großen Bedürfnis, dem Lachen, freien Lauf lassen konnte !!!

 

 DIE IGNORANTEN

Wir bummelten gemütlich den Fußweg entlang, als plötzlich ein großer unangeleinter Hund hinter der Kurve auftauchte und sofort auf Toby zuraste. Bevor der irgendwie reagieren konnte, hatte der Ungehorsame (auf das Rufen seines Herrchens reagierte er nicht) den Kleinen unter sich begraben und es sah aus, als wollte er ihn verspeisen. Erst beim zweiten scharfen "Aus!" spuckte der Große den Unterworfenen wieder aus. Als dann noch so ein kleiner Wichtel, wichtig bellend, angerannt kam, nahm ich meinen Freigelassenen auf den Arm. Herr und Hund marschierten weiter, als wäre nichts gewesen. Auch das Frauchen, welches, in Begleitung von Mutter oder Schwiegermutter, hinterher lief, ignorierte den Zwischenfall. Nur die Mutti erklärte mit logischer Selbstverständlichkeit: "Das macht er immer nur mit angeleinten Hunden!" Ha ha ... ich war doch tatsächlich sprachlos ... sehr zu meinem Ärgernis ... Das Einzige, was mir dazu einfiel war: "Deshalb kann ich meinen Hund doch nicht ableinen, hier an der Straße ... wie stellen Sie sich das vor ...  Der Hund ist 11 1/2 Jahre alt ... !"  Weiter kam ich nicht, denn was dann kam machte mich mundtot. Es ertönte ein lautes erbostes: "Deswegen brauchen Sie doch nicht so pampig mit mir zu reden. Es ist doch nichts passiert, oder?"  Zwar sah es nicht danach aus, aber schließlich hatte ich Toby noch nicht laufen sehen ... tja ... und statt Contra zu geben, setzte ich Toby wieder ´runter und kontrollierte seinen Gang ... gottlob ... alles in Ordnung. Das aber schien sonst niemanden wirklich zu interessieren, denn die Oma war schleunigst von dannen gezogen, hinter den anderen A... her! Wie gut, daß ich keinen Elektroschocker dabei hatte ... ich glaube, ich hätte alle platt gemacht, außer den kleinen Mitläufer, der war ja ganz unschuldig. Toby schien ziemlich unbeeindruckt und entschloß sich, doch noch in die Querstraße einzubiegen. Ich fügte mich seinem Wunsch und beruhigte mich auch bald wieder

 

 

 


 


Geschrieben: 01:32, 25.02.2010 in Spaziergänge
Kommentare (0) | Kommentieren | Link

SPAZIERGÄNGE 2010

ANSCHUB

„Aha, so geht´s auch.“ dachte ich, als ich eine rüstige Oma beobachtete. Statt den Schlitten, auf dem ihr Enkel saß, mühsam zu ziehen, schob sie ihn mit kräftigen Fußtritten vor sich her. Der kleine Mann fand das lustig und jauchzte jedesmal vor Vergnügen, wenn der Schlitten einen Satz nach vorne machte. Aber nach einem der Anstöße, kam das Gefährt auf einmal vorne hoch, kippte nach hinten über und begrub Oma´s Liebling unter sich im weichen Schnee. „Huch ... oh oh!!!“ entfuhr es der verdutzten Schieberin, aber sie reagierte prompt, zog den Schneemann zu sich und nahm ihn auf den Arm. Noch bevor dieser anfangen konnte zu weinen, lachte Oma so laut und herzhaft, das sie ihren Enkel ansteckte und er kurzerhand, ebenfalls lachend, wieder auf den Schlitten steigen wollte.  „Toll, diese Oma, außer rüstig auch noch humorvoll,“ dachte ich schmunzelnd: „hoffentlich achtet sie nun auch darauf, daß der Kleine in der Mitte und nicht zu weit hinten sitzt.“ Ja, das tat sie, zog den Schlitten jetzt aber trotzdem lieber.

 

 

EIN RUCKSACK

Es hatte wieder geschneit und auf dem „Oma-renn-weg“ waren einige Leute mit Schlitten oder Skiern unterwegs, so auch eine Familie vor mir. Sie lieferte einen harmonischen Anblick, wie aus einem Kinderbilderbuch. Der Papa zog den Schlitten, während er sich angeregt mit seiner Frau unterhielt, die neben ihm, im Gleichschritt und passend im Partnerlook, marschierte. Auf dem Schlitten saßen, warm angezogen und eifrig plappernd, die beiden kleinen, vielleicht vier und sechs Jahre alten Töchter. „Du ... Mama ... !!!“ rief die Sechsjährige. „Ja, was ist denn?“ fragte die Mutter, sich umdrehend.  „Wir hätten einen Rucksack mitnehmen sollen!“ platzte die Kleine ideenreich heraus. „Oh ja ...!“ entgegnete ich laut von ganz hinten: „mit leckerem heißen Kakao!“ Darauf fingen die beiden Eltern an zu lachen und die Mutter meinte: „Ja das ist ´ne gute Idee, den gibt´s zu Hause und ´ne heiße Badewanne auch! Wir haben es ja nicht mehr weit!“  „Ja gut! Aber morgen nehmen wir einen Rucksack mit, nä ... Mama!“ vergewisserte sich die Tochter. „Ja, wenn wir morgen wieder rodeln gehen, dann machen wir das!“ versicherte jetzt der Papa. Die Antwort schrie geradezu nach der nächsten Frage: „Gehen wir denn morgen wieder rodeln ... Papa?“ „Ja ... mal sehen ... ich weiß noch nicht ...!“ druckste der Vater und das Mädchen hakte nach: „Warum weißt Du das denn noch nicht ... Papa!“ Nun mischte sich die Mama helfend ein: „Na, wir müssen doch erstmal gucken, ob morgen überhaupt noch genug Schnee da ist. Aber auf jeden Fall nehmen wir beim nächsten Mal einen Rucksack mit. Ganz bestimmt!“ Und der Papa fügte schnell hinzu: „Was wollen wir denn alles einpacken?“ Die Antwort der Tochter konnte ich nicht mehr abwarten, mein Weg führte nach rechts. Ob es den Eltern gelungen ist, sich der Festlegung des nächsten Rodeltermins zu entziehen? Auf jeden Fall mußte ich schmunzeln, bei der Vorstellung, den Schlitten als Picknicktisch zu entfremden.

 

 

EIN GEFALLENER KOFFER

Es lag immer noch Schnee, aber die Gehwege waren freigeräumt. Ich entschied mich, durch die verschiedenen Siedlungen zu bummeln, denn in der Heide herrschte Glatteis. Um diese Jahreszeit sind die Straßen sonntags fast menschenleer. Ein vorbeifahrender Kleinwagen, in dem ein junges Pärchen saß, hielt kurz vor uns, auf der Fahrbahn an. Der Mann stieg aus der Beifahrertür und ging um das Auto zum Kofferraum. Doch gerade als er diesen öffnen wollte, fuhr die Frau an, um einige Meter weiter wieder zu bremsen. Der Jüngling marschierte lächelnd hinterher und versuchte sein Glück erneut, aber wieder setzte seine Freundin das Auto für eine kleine Strecke in Bewegung und wartete, bis der Nachlaufende sie eingeholt hatte und wiederholte das Spielchen zum dritten Mal. Diesmal ließ sie ihn die Klappe öffnen, aber als er nach dem gewünschten Gegenstand greifen wollte, parkte sie erneut ein Stückchen weiter. Der Kerl trug es mit Humor und nahm abermals die Verfolgung auf, wieder vergebens. Nochmal rollte das kleine Auto davon und er ging ganz gemütlich nach. Nun ließ sie ihren Freund bis, zum Greifen, nah an den offenen Kofferraum und ... zack ... mit einem Satz schoß das Gefährt weiter vorwärts. Allerdings schoß jetzt auch das, von dem Geduldigen begehrte, Gepäckstück aus dem Laderaum direkt vor dessen Füße. Als sich der rote Koffer, durch den Aufprall, jetzt auch noch von alleine öffnete und die vielen kleinen, einst sortierten, Teile sich nun über die ganze Straße verteilten fing ich an zu lachen. Während die Verursacherin, sich etwas beschämt die Augen zuhielt, nachdem sie das, von ihr verursachte, Malheur bemerkt hatte, blickte der humorvolle Kleinteilbesitzer, amüsiert grinsend, um sich.  Aber als er mit dem Aufsammeln anfangen wollte und dabei sein Blick auf Toby fiel, mußte er schallend lachen: „Hahaha, da guck mal, da muß sogar der Hund lachen!“ Erst, als auch die Frau nicht mehr inne halten konnte, stellte ich fest, daß mein kleiner Vierbeiner sich, in aller Ruhe, an den Rand des Gehweges gesetzt hatte und äußerst belustigt das ganze Geschehnis betrachtete. Durch den fehlenden oberen Reißzahn sah es wirklich so aus, als wenn er über diese Situation grinsen würde, zumal er abwechselnd auf den, immer noch lachenden, Zweibeiner und die unzähligen herumliegenden Teilchen blickte.

 

 

 


Geschrieben: 01:39, 24.02.2010 in Spaziergänge
Kommentare (0) | Kommentieren | Link

EINKÄUFE

 

SCHNEE  IM  BAUMARKT

Neulich war ich im Baugeschäft um Moltofil zu kaufen. Während ich mein Augenmerk auf das, im Regal stehende, Produkt hielt (zwecks Preisvergleich), schüttelte ich das Paket, welches ich in meiner Hand hielt, gedankenverloren ... aber kräftig. Daß ein Kunde vor mir seine Neugierde befriedigt hatte, indem er den Karton aufgerissen hatte, bemerkte ich erst, als ich im Pudernebel stand, mehr oder weniger weiß wie ein Schneemann. Ups, wie peinlich, denn dieses Zeug ließ sich nicht so leicht abklopfen, außerdem war auch der Boden gleichmäßig bedeckt.  Also floh ich erstmal um die nächste Ecke. Das Fluchen zu unterdrücken, damit niemand etwas merkt, war einfach. Dafür fiel es mir um so schwerer, nicht schallend zu lachen, als mir spontan das ganze Mißgeschick noch mal durch den Kopf  ging und ich an mir heruntersah.   So ein kräftiger Regenguß kann auch seine guten Seiten haben; daheim war ich wieder sauber.

 

UNTYPISCHE VERPACKUNG

Der Flachbildfernseher, den ich vor 2 Monaten kaufte, hat seinen Geist aufgegeben, so daß ich ihn umtauschen mußte. Da ich den Pappkarton entsorgt hatte, verfrachtete ich ihn, sorgfältig in Luftpolsterplastikfolie eingehüllt, in eine Plastiktüte und brachte ihn zur Information im Discounter. Da diese Fernseher federleicht sind, hob ich ihn mit einer Hand über die Ladentheke mit den Worten: „Der ist leider kaputt gegangen !“ Schweigend nahm die Verkäuferin mir das Objekt ab, stellte es auf der anderen Seite ab und gab mir eine Plakette. „Nein, ich will den hier nicht deponieren, der muß umgetauscht werden; ist defekt !“ Die Mimik der Frau veränderte sich schlagartig in Verwunderung und bei einem Blick in die Tüte fing sie an zu lachen: „Das habe ich noch nie erlebt, daß mir einer seinen Fernseher in einer Plastiktüte bringt, aber die Dinger sind ja nun wirklich handlich und leicht !“ Anstandslos bekam ich mein Geld zurück und da es den gleichen nicht mehr gab, holte ich einen urtümlichen schweren Kasten. Ich hatte Glück im Unglück ... es gab welche im Angebot und ich sparte 50.--€. Eigentlich paßt er auch viel besser in seine vorgesehene Ecke und ich kann noch eine Kleinigkeit ´draufstellen.

 
EINKAUFSWAGEN

Als ich mir von  Rückzahlung, außer dem Fernseher,  noch einige andere Sachen leistete und sich in meinem Einkaufswagen außer 3 Kartons nichts anderes befand, wurde meine Geduld gefragt und selten habe ich so gerne gewartet. Ich stand vor einem Regal und verglich das Preis- Leistungsverhältnis um mein Geld sinnvoll unter die Leute zu bringen. Das Produkt sagte mir nicht zu und ich wollte mit meinem Vehikel weiterziehen, als ... eine Frau auf meine Kartons einen Weiteren gestellt hatte, diesen öffnete und den darin befindlichen Artikel sorgfältig unter die Lupe nahm. In aller Seelenruhe lehnte ich meine Arme auf den Griff meines Wagens und schaute zu. Während das Auspacken und inspizieren ziemlich zügig von statten ging, erwies sich die Schachtel beim Wiedereinpacken jedoch als erheblich zu klein und nahm dem entsprechend Zeit in Anspruch. Amüsiert beobachte ich, wie die, langsam genervte, Dame das Teil endlich wieder, mehr oder weniger fachgerecht, im Karton verstaute. Dann fragte ich sehr höflich: „Entschuldigung, sind sie jetzt fertig ? Dann könnte ich nämlich weiter einkaufen!“ Die Arme erschrak so sehr, daß ihr der Karton beinahe aus der Hand gefallen wäre. Als sie in mein grinsendes Gesicht blickte, beruhigte sie sich schnell wieder, mußte selber lachen und versicherte mir,  daß sie mich gar nicht bemerkt hatte. Mein Einkaufswagen sah aus  wie vom Personal, bis zum Auspacken,  erst mal dort abgestellt, meinte sie.


Geschrieben: 01:41, 12.12.2009 in Einkäufe
Kommentare (0) | Kommentieren | Link

GEMISCHTES

EIN GANZ NORMALER MORGEN

Da mein Wecker irgendwann seinen Geist aufgegeben hatte, habe ich es mir angewöhnt, stattdessen mein Handy mit ans Bett zu nehmen und obwohl ich schon seit längerem wieder einen Wecker besitze, blieb das so. Neulich wurde ich vom Handy aus dem Tiefschlaf gerissen und stellte erschrocken fest, daß ich um 1 ½ Stunden verschlafen hatte. In dem Glauben das es meine Freundin ist nahm ich schlaftrunken mit den Worten: „Hallo Hase (das ist ihr Spitzname), hast Du gut geschlafen ?“ ab. Prompt kam eine unerwartete Antwort: „Amt für Berufsbildung ... Sind sie Frau ... ?“ Völlig verdutzt bejahte ich, allerdings nicht ohne darauf hinzuweisen, daß ich nicht beabsichtige eine Umschulung zu machen. Erst als sie mich nach meinem Sohn fragte, begriff ich häppchenweise. Es ging um Bafög und sie wollte wissen, ob seine Adresse richtig ist, weil die Post schon 2 mal zurückkam.

Tja, nun war ich wach ... dachte ich, stand auf und schnappte mir die 5 Plastikschälchen mit den sortierten Körnchen für Taube Csomó, meinem jüngsten Familienmitglied, welches schon auf dem Balkontisch saß und sehnsüchtig wartete. Eilig öffnete ich die, etwas klemmende, Tür mit einer, statt wie sonst, mit beiden Händen. Während sich diese ohne Wiederstand öffnete, entglitten alle 5 Schälchen samt Körnchen und geschroteten Erbsen und Mais aus der anderen Hand. Welch ein lustig buntes Allerlei verteilte sich, ironisch klickend, in alle Himmelsrichtungen über den Fußboden. Und mein Hund, von dem untypischen Geräusch und meinem Fluchen neugierig geworden, stand mittendrin und begutachtete das, was ein gesittetes Taubenfrühstück werden sollte, wobei er mit seinen  vier Pfoten auch die letzten Winkel und Ecken sorgfältig dekorierte. Eine halbe Stunde später war alles halbwegs in den Urzustand zurückversetzt und ich servierte die längst überfällige Mahlzeit, wie üblich, unter den Balkontisch.

Um dem hungrigen Csomó zu demonstrieren, daß er nun endlich essen könnte, trat ich eilig ein paar Schritte zurück und ... in die große Wasserschüssel hinter mir, die eigentlich als Vogelbadewanne  und nicht zum Füße waschen gedacht war ... brrrr ... kalt ... und naß, also ... erstmal trockene Socken.

Nachdem Ehepaar Matz (meine Vögel) ebenfalls ihren Morgensnack erhalten hatte, übermannte mich der Kaffeedurst und ich ließ Geschwister Wutz (die Meerschweinchen) erstmal weiter nach Frühstück pfeifen. Leider hatte ich die Kaffeemaschine nicht, wie sonst immer abends, vorbereitet und mußte dieses jetzt unter Zeitdruck machen. Dummerweise war mein Kaffeelöffel unauffindbar, statt wie gewohnt in der Kaffeedose. Not macht erfinderisch, dachte ich und beschloß erstmal den Maßlöffel aus der Futterdose  zu nehmen. Au, was für ein fataler Fehler ... bei dem Herausholen der Dose, die in dem Bord zwischen den Geschwistern Wutz steht, bekam ich deren Protest, des Wartens auf Futter, in voller Lautstärke zu hören. Diesem schrillen, durchdringenden Pfeifen konnten meine Ohren unmöglich Stand halten ... also, doch erst die „Wutzen“ füttern.

Auf einmal fiel mir der mögliche Ort des Verbleibens meines Kaffeelöffels ein ... die Befürchtung bestätigte sich ... : am Nachmittag zuvor hatte ich die Kaffeedose aufgefüllt ... und ... vergessen vorher den Löffel herauszunehmen. Nein, das wollte ich mir in der Hektik nicht antun, also doch den Meerschweinchenlöffel, bevor mir auch noch das ganze Kaffeepulver in der Küche ´rumfliegt. Als ich nun endlich, um die Zeit wo andere Menschen Mittag essen, mit dem Frühstücken anfangen wollte, inzwischen selber halb verhungert, da ... klingelte das Telefon ...

Diesmal meldete ich mich vorsichtshalber mit meinem Nachnamen, und die Antwort: „Hallo, hier ist Hase ! Warum bist  Du denn so förmlich ... ? Bist Du schon wieder vom Hundespaziergang zurück ... ?“

 Uff ... !!!

 

STRUMPFZIEHER

Unter anderem spendierte ich mir ein paar Winterstiefel, in die ich mich sofort verliebte. Zu Hause stellte ich fest, daß sie leicht, weich und warm sind, weder drücken noch scheuern und zudem wirklich ganz passabel aussehen. Wie für mich geschaffen, dachte ich, und zog sie gleich am nächsten Tag zum 2 ½ stündigen Hundespaziergang an.

 Leider brauchte ich glatt eine halbe Stunde länger für die gleiche Tour, da ich mir ständig die Socken wieder hochziehen mußte. Ich zog die Socken über die Thermohose, das nützte gar nichts. Auch über die Stiefelschächte zerrte ich sie, ohne Erfolg ... zu guter letzt knotete ich einen Zipfel eines Strumpfes mit dem Schnürband des Stiefels zusammen, das hatte wenigstens einseitigen Erfolg, denn den anderen Socken konnte ich trotz allem Kraftaufwand nicht dazu überreden,  noch einen Millimeter länger zu werden, damit er mit dem Schuhband verschnürt werden konnte.

Ich gab den armen Rutschenden die Schuld, schmiß diese, nun ganz Ausgeleierten,  in den Müll und zog mir am nächsten Tag neue Socken an. Leider mußte ich feststellen, daß die wahren Schuldigen meine Stiefel

sind , die seitdem nur noch „Strumpfzieher“ heißen. Gottlob habe ich nicht aufgegeben und festgestellt, daß die Strumpfzieher nicht klauen, wenn man längere Strümpfe über eine Legginshose zieht, welche man bei kaltem Wetter ja ohnehin unter dem üblichen Beinkleid tragen sollte.

 

"DER UMZUG" IN KÜRZE ...

Der „schnelle Umzug“ meines Sohnes,  von Bernburg nach Hamburg.
Um
9.00 Uhr früh waren wir von Hamburg Harburg losgefahren nach Winterhude, um Toby (meinen Hund) bei Manni abzuliefern und ein altes Sofa, sowie eine Spiegelkommode einzuladen, die in Bernburg auf dem Sperrmüllhof ihre letzte Ruhe finden sollten. Das ist einfacher und nicht so zeitaufwendig, als hier durch Hamburg zu kurven. Ich war ziemlich sicher, den Weg nach Bernburg ebenso zügig hinter mich zu bringen, wie beim letzten Umzug. Leider hatte ich nicht mit einer Baustelle mitten in Magdeburg gerechnet. Das Umleitungsschild war sehr groß, nur leider nicht präzise. Geradeaus (hätten wir fahren müssen) war gesperrt und so verwies das Umleitungsschild großzügig gleich auf zwei Ersatzrichtungen "links oder rechts" ha, ha ... freie Auswahl also. Wir entschieden uns für links und folgten der Umleitung brav dem Zick-Zack, lange ... lange ... durch enge Gassen ... bis an eine Mündung, an der kein Schild mehr stand, auch kein Wegweiser ... Ob links oder rechts, alles gleich schmal. Da half nur noch "durchfragen". Gottlob erwiesen sich die Magdeburger als äußerst erklärungsbereit und so beschrieb uns jeder einen etwas anderen Weg, was uns, wenn auch erst nach langer, langer Zeit und einigem Hin und  Her schließlich doch auf den rechten Weg brachte. Die Wegbeschreibungen der Bernburger zum  Receyclinghof waren gottlob identisch und wir waren erleichtert, denn die Zeit war, durch die unfreiwillige Magdeburger Stadtrundfahrt, nun verdammt knapp geworden. Deshalb verzichteten wir auch darauf, die übergroße Matratze noch aus Marios Wohnung zu holen,  die eigentlich auch das Zeitliche segnen sollte. Zehn Minuten vor Ladenschluß erreichten wir frohen Mutes das Gelände, aber leider ... den verkehrten Wertstoffhof, dieser war nämlich nur für Baustoffe. Der zuständige Mann erklärte uns den Weg zum richtigen Hof (der lag zwei Dörfer weiter) ganz genau und verabschiedete uns mit dem Hinweis, daß wir heute dort nichts mehr abladen könnten, weil die jetzt auch schließen. Also Gas geben und auf ein Wunder hoffen, ha... wir fanden unser Ziel ohne Probleme und ... die Tore waren noch auf, auch zwei Autos kamen ´rausgefahren und noch ein drittes ... ha, die haben noch auf, das schaffen wir! ... Wenn nicht ... nein ... der Fahrer des dritten PKW´s stieg aus und schloß die Tore vor unseren Nasen ... nein, jetzt nicht aufgeben ... probieren geht über studieren und zu verlieren haben wir nichts. Hektisch drehte ich die Scheibe ´runter und wurde energisch an die Uhrzeit erinnert ehe ich etwas sagen konnte. Tja, nun konnte ich nur noch meinen (irgendwo vergrabenen) Charme spielen lassen, so mit Augenaufschlag, klein und hilflos, ... dem Mann seine Macht und Stärke spüren lassen, ha ha ...flehentlich erklären: ... verkehrter Hof , nicht gefunden, kein Platz für die anderen Möbel und LKW morgen früh in Hamburg wieder abliefern usw... usw... ! Hm... ich weiß nicht, woran es letztendlich lag, aber ich hatte ihn schon milder gestimmt. Als er nun noch hörte, das es nur zwei Sachen sind öffnete er die Tore wieder, wies uns einen Container zu und fuhr wieder in Richtung Tor.
Nach dem Abladen zeigte Mario erstaunt auf einen anderen Container um den sich eine ganze Traube riesiger Vögel tummelte. Völlig fasziniert und ziemlich ungläubig starrte nun auch ich auf diese beeindruckende Menge von Bussarden, welche sich über den Inhalt hermachten. Überwältigt und magisch angezogen hafteten meine Augen  auf dieses respektvolle Spektakel, ich wollte diesen Anblick irgendwie in mich hineinziehen, diese kraftvolle Wildnis und Schönheit dieser Tiere, einfach unbeschreiblich. Mario, dem diese Vielzahl eher Unbehagen einflößte, löste mich aus meinem Bann und erinnerte mich an den wartenden Gnädigen, der am Tor wartete.
Statt der erwarteten Rechnung, bekamen wir die besten Wünsche für den Umzug und begaben uns zurück nach Bernburg in Marios Wohnung. Durch die Riesenmatratze konnten wir nur mit Quetschen und Drücken alles verstauen, aber ... geschafft. Auf dem Rückweg umfuhren wir Magdeburg und hatten bis auf die blendende Sonne keinerlei Probleme, auch die Hitze hatte nachgelassen. Viele bummelnde LKW´s hatten wir vor uns, aber unser Zeitplan war eh schon mehr als durcheinander und so spielte das auch keine Rolle mehr. Da wir in Hamburg nach dem Abladen noch ein Sofabett irgendwo aus Wandsbek holen und dieses in Winterhude gegen einen Schrankraumteiler, Manfred samt Toby tauschen und in Neugraben bei mir wieder abladen mußten um dann den leeren LKW wieder in  Harburg abzugeben, hatte ich sowieso schon eine Nachtschicht eingeplant. Also war jetzt die beste Gelegenheit etwas auszuspannen. Bei Uelzen kamen wir noch einmal auf den Hundertwasser-Bahnhof zu sprechen, auf den der arme Mario schon mal drei Stunden auf einen Zug warten mußte. Das einzigste Kaffee war sauteuer und die Zeit ging nicht ´rum. Ich hörte amüsiert zu und genoß es einfach, hinter dem Lenkrad zu sitzen und so über die Landstraße zu fahren. Die Sonne ging langsam unter, es war bei
21.30 Uhr ´rum. Mario machte mich auf einen Blitz aufmerksam, den ich nach einem Blick auf´s Tacho nicht mir zuordnete, da ich gerade mal 90 km/Std. fuhr. So kamen wir irgendwann nachts in Winterhude an. Bis zum Aufladen des Raumteilers, der einfach zu lang war, lief alles wie am Schnürchen. Ich nahm kurzerhand ein Stück Seil und band damit, die ein Stück offen stehenden, Türflügel fest, damit die beim Fahren nicht ganz aufklappen. Es war schließlich dunkel, da fiel das nicht so auf und wegen den paar Zentimetern ist es einfach zu schade, den Schrank zu zersägen. Außerdem hätten Manfreds Nachbarn sich bestimmt (nicht freundlich) bedankt für den Lärm mitten in der Nacht. Das Problem war damit schnell gelöst. Weniger zügig erwies sich die vorletzte Fahrt von dort nach Neugraben. Ich verließ mich (mehr oder weniger) auf die beiden Männer (viele Köche verderben den Brei), tja und dann begann erneut eine Irrfahrt, diesmal allerdings durch Hamburg und gottlob nicht so langwierig und aussichtslos wie in Magdeburg. Die beiden entdeckten doch immer wieder irgend etwas Bekanntes und so gelangten wir dann irgendwann auf die neue Elbbrücke. Jetzt übernahm ich lieber selber den Pat des Wegweisers und verfranste mich in Harburg. Irgendwie landete ich im Industriegebiet und das wollte mich mehr ´rauslassen. Der Stadtplan war aber nur für Hamburg City und so versuchte ich mein Glück mit Orientierungssinn und Gefühl. Wahrscheinlich war es nur mein Glück, welches mir ein Schild mit der Aufschrift "nach Neugraben" an den Straßenrand stellte. Wie gut, das es Nacht war und man deshalb ungestraft mitten auf der Straße wenden konnte, um sich nicht noch mehr zu verfahren und davon machte ich in dieser Nacht reichlich Gebrauch. Der gesamte Rest war dann nur noch ein Kinderspiel. Gegenüber von StarCar entdeckten wir sogar eine Bushaltestelle, dessen Linie direkt zum Neugrabener Bahnhof fuhr. Ha, ha ... und wir sind den gestrigen Morgen mit der S-Bahn gefahren und fast ´ne 3/4 Std. zu Fuß gelatscht, damit fing die Zeitverzögerung eigentlich an. Um ca. 6.00 Uhr fuhr der Bus und nach einem Entspannungskaffee zu Hause begaben wir uns um 7.00 Uhr zur Ruhe. Meine beiden Jungs campierten für die paar Stunden im Wohnzimmer und ich stellte erneut fest, wie sehr ich mein Bettchen doch liebe. Um 6.00 Uhr am Vortag hatte ich es verlassen und nun war ich endlich wieder ´drin.
Einige Wochen später bekam ich Post ... ein schönes Foto (wie Manni entzückt feststellte) aber leider ein sehr teures. Aufgenommen am13.07.09 um 21.24 Uhr hinter Uelzen beim Fahren außerhalb geschlossener Ortschaft in einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/Std mit einer Geschwindigkeit von 86 km/Std, für 143,50 €. Das Foto wollte ich Euch im Anhang mitsenden, konnte es aber leider nicht wiederfinden. Das war der Blitz, den Mario bemerkt hatte. Die Geschwindigkeitsbegrenzungsschilder habe ich leider nicht gesehen. Wie gut, daß ich eine Stromrückzahlung bekommen habe, auch wenn die für andere Sachen gedacht war ... nun, dafür gibt´s ja auch einen Spruch: "Wie gewonnen, so zerronnen!"  ... Aber das Foto ist wirklich lustig! Ganz entspannt grinsend sitze ich da.

 

WIEDERSPENSTIGES BETT

Morgens, gleich nach dem Aufstehen, habe ich meinen Weihnachtsschmuck aus dem Bettkasten geholt. Dabei bin ich ganz schön in Schwulitäten gekommen. Also: mein Bett ist am Kopf- und Fußteil verstellbar. Bestimmt kennt Ihr das Prinzip auch: man muß das erhöhte Teil erst ganz bis zum Anschlag nach oben heben, bevor es sich wieder in die Waagerechte senken läßt. Nun, bei meinem Kopfteil war das kein Problem, aber das riesige Restteil wehrte sich hartnäckig. Also räumte ich die gesamte Bettwäsche und zum Schluß auch die schwere und sperrige Matratze ´runter. Leider half mir das auch nicht weiter und ich sah zu guter Letzt keinen anderen Ausweg mehr, als selber in den Bettkasten ´rein zu klettern und es mit meinem Rücken hoch zu stemmen, damit es endlich entrastet und sich nach unten bewegt. Aber der erwünschte Erfolg blieb aus . . . nicht einen Zentimeter. Dafür schossen die Bilder, welche ich mit meinem Hinterteil anstieß, um so schneller von der Wand. Verzweifelt kroch ich wieder  ´raus, um einen Augenblick später abermals, jetzt mit einem Hammer bewaffnet, heinein zu klettern und mit dem Schlagwerkzeug auf die Scharniere zu klopfen, in der Hoffnung, das sich die evt. Verklemmung löst. Fehlanzeige ... nichts ging. Vor lauter Verzweiflung drückte ich, laut schimpfend : "Du verdammtes Scheißding, nun geh´ endlich nach unten !!!" mit aller Wut dieses verfluchte Mistteil nach unten ... es bewegte sich ... oh Wunder ... ganz freiwillig in die gewünschte Richtung. Betend kroch ich wieder aus meinem beengten Stauraum und drückte, hoffend, erneut ... und ... ja, es ging.
Kopfschüttelnd, aber erleichtert, stellte ich den Grund für diese überflüssige und kraftraubende Aktion fest. Beim Kopfende funktioniert es nur so, wie oben angegeben, bei dem unteren Teil braucht man nur drücken, weil es gar nicht stufenverstellbar und wahrscheinlich nur zum Ein- und Auspacken gedacht ist. Na, nun sagt mal ehrlich ... das muß einer Dummen doch gesagt werden, oder?

Geschrieben: 01:50, 11.12.2009 in Gemischtes
Kommentare (0) | Kommentieren | Link

ARZTBESUCHE, KUREN USW

 ERSTER BESUCH BEI DER RENTENVERSICHERUNG

Bei der Rentenversicherung war es recht amüsant, zumal ich anfangs gar nicht so recht wußte, was mich dort erwartet. Auf dem Schreiben stand: Nachuntersuchung nach einer Rehabilitation. Ich fand es komisch, daß ich einen ausgefüllten Fragebogen und alle Arztberichte, sowie Röntgenaufnahmen usw. der letzten 2 Jahre mitbringen sollte. Die eine Frage, die ich im Bogen nicht beantwortet hatte: „Warum haben sie den Antrag gestellt?“ stellte mir die Ärztin nun mündlich, dabei handelte es sich um berufliche Reha. Ha . . . lustig, ich konnte mir gar nichts darunter vorstellen und mich alleine schon deswegen nicht daran erinnern,  einen solchen Antrag gestellt zu haben.

Aber gut so, jetzt überlegen die sich, wie es unter Berücksichtigung meiner Behinderungen, beruflich weiter gehen soll. Auf diese Weise kann mich das Arbeitsamt bis auf Weiteres nicht mehr nerven. Die nette junge Ärztin stellte mir eine Menge Fragen bezüglich meines Wohlbefindens, meiner Kindheit und meiner Arbeitsstellen. Danach zitierte sie meine Angaben auf ein Diktiergerät, ziemlich genau zu meinem Leidwesen, denn ich hatte einen Tierarzt, bei dem ich nur acht Wochen in Stellung war, mit Arschloch betitelt. Sie diktierte: „Das war ein A . . . loch!“ und grinste mich dabei an. Danach kam die körperliche Untersuchung, bei der ich mich auf die Pritsche legen sollte. Das Kopfteil ließ sich  nicht nach oben bewegen, also probierte sie es nach unten, das funktionierte. Prima . . . geht doch, nun mit Schwung wieder nach oben und . . . das Teil schnellte ohne Wiederstand nach oben . . . und die riesige Pinnwand, welche an der Wand hing . . . noch schneller nach unten, mich unter sich begrabend. Frau Doktor fragte, sich den schmerzenden Ellbogen, der etwas abbekommen hatte, haltend, ganz erschrocken: „Oh Gott, oh Gott, ist etwas passiert?“ Worauf ich grinsend, aber wahrheitsgemäß, antwortete: „Ich glaube nicht, das Teil sieht heil aus und die Pinnadeln und Zettel, die herumfliegen, werden ´s auch überleben.“ Etwas später, nachdem die Munition des Fallgeschosses eingesammelt war, kam auch der Humor der Ärztin zurück.

Sie erzählte mir von einem Zahnarztbesuch, wo ein großes, beruhigendes Bild an der Decke des Behandlungszimmers angebracht war,  um die Patienten von eventueller Angst abzulenken. Als sie nun mit Mundsperre gezwungen aufgerissenem Mund die Behandlung über sich ergehen ließ, mußte sie „wortlos“ zusehen wie sich das, über dem Behandlungsstuhl haftende, optische Beruhigungsobjekt wie von Geisterhand löste und zwischen dem Zahnklempner, seiner Helferin und ihr danieder krachte.

Wir lachten noch eine ganze Weile und machten Witze über das Malheur.


Geschrieben: 21:48, 7.12.2009 in Kuren, Arztbesuche usw
Kommentare (0) | Kommentieren | Link

KINDER, KINDER...

Die ersten Episoden, mit denen wir meine Mutter beglückten, kann ich leider nur von ihren Erzählungen übernehmen, da ich daran keine Erinnerungen mehr habe !

 

Unterröcke    (ca. 1964, da trug man sowas noch)

Kinder verfügen über eine ausgesprochen gute Beobachtungsgabe, vor allem, wenn sie lange Weile haben. Das bekam auch meine Mutter zu spüren, als sie mit mir beim Schlachter in der Warteschlange stand. Während sie interessiert die angepriesenen Wurstprodukte unter die Lupe nahm, inspizierte ich, sicher in der Kinderkarre untergebracht, die Gegebenheiten in meiner Augenhöhe,  oder besser gesagt: Augentiefe. Viel Auswahl gab´s da ja nicht und so begnügte ich mich damit, den Damen, die um mich herum standen, unter die Kleider zu schauen und deren Unterröcke mit dem meiner Mutter zu vergleichen. Immerhin machte ich nach einer Weile und einigen Exemplaren endlich eine sehr interessante Entdeckung, die ich auch gleich, etwas undeutlich aber ausreichend verständlich, lauthals verkündete:  . . .  „Mama, die Tante hat ja gar keinen Unterrock an !!!“

 

Lieber guter Weihnachtsmann

Endlich war es soweit, der Weihnachtsmann war da und ich, als die Ältere, sagte mein kleines Gedicht ohne Stocken auf. Meine Schwester jedoch stotterte, den Blick gebannt auf des Weihnachtsmanns Stiefel gerichtet, mühsam die vier kleinen Sätze zusammen. Sehr zur Verwunderung meiner Eltern, denn eigentlich war ich doch mit Abstand die Schüchternere von uns Beiden. Aber der Weihnachtsmann war gnädig, er gab uns die Geschenke und verschwand wieder. Noch etwas überrascht stellte meine Schwester fest: " Du Mama ... Der Weihnachtsmann hat aber dreckige Schuhe an!!!" setzte sich auf das Dreirad, welches der Mann mit den Dreckstiefeln gebracht hatte und radelte vergnügt durch die Wohnung: "Lieber guter Weihnachtsmann ... schau mich nicht so böse an ...!" Woher sollte sie auch wissen, daß meine Mutter dem Weihnachtsmann vorher gesagt hatte: Mach aber Deine Schuhe ein bißchen dreckig, damit es so aussieht, als wenn Du schon lange unterwegs bist!"

 

 

 
Onkel Jupp

Meine Eltern hatten sich getrennt und meine Mutter war mit meiner Schwester und mir nach Niederbayern umgezogen. Irgendwo (damals gab´s noch kein Internet) hatte sie jemanden kennengelernt und nun stand ein gemeinsamer Sonntagsausflug mit „Onkel Jupp“ bevor. Onkel Jupp hieß er also, . . . aber diese dürftige Auskunft befriedigte meine Neugierde keineswegs. Da half nur fragen: „Mama, wie sieht der denn aus, der Onkel Jupp ?“ Ups . . . das schien eine schwierige Frage zu sein, da meine Mutter die Antwort mit der gleichen Frage begann: „Tja, wie sieht der eigentlich aus, der Onkel Jupp . . . Nun, er ist größer als ich . . . hat braune Haare . . . hat blaue Augen . . . ja, und trägt eine Brille . . . Hmm, . . . hübsch ist er nicht . . . nein . . . nein, er ist gar nicht schön . . . aber er ist ganz, ganz lieb !!!“ Die Beschreibung reichte mir, so konnte ich mir eine Vorstellung machen, von dem, was mich erwartet.

Der langersehnte Sonntag kam und wir warteten, wie immer von Mama „hübsch“ angezogen auf den „Onkel Jupp“. Nach der Begrüßungszeremonie, wie immer brav mit Knicks, nahmen wir,  schön der Reihe nach, in der Karosse des Onkels Platz und es ging endlich los. So eine Autofahrt ist ja eigentlich interessant, aber ich nutzte nach einiger Zeit lieber die Gelegenheit, mein eigenes Urteil über das Aussehen von Onkel Jupp zu fällen. Da ich hinter Onkel Jupp saß, konnte ich, mit etwas Geschick, sein Gesicht genauestens und ausgiebig im Rückspiegel betrachten. Irgendwie muß ich einen anderen Sinn für Schönheit gehabt haben, wie meine Mutter und mein Urteil fiel ganz entschieden zu Gunsten für Onkel Jupp aus. Das mußte auch ganz deutlich verkündet werden: „Du, Mama ! . . . So häßlich, wie Du gesagt hast, ist Onkel Jupp aber gar nicht !“

Nun, ich hab` keine Ahnung woran es gelegen hat, aber es war der erste und letzte Ausflug mit Onkel Jupp, wir habe ihn nie wieder gesehen. 

 

Verwechslung

Wir wohnten zur Miete in einem Haus direkt am Stadtplatz im zweiten Stock. Im Erdgeschoß befand sich ein Lederwarengeschäft und das erste Stockwerk bewohnte der Eigentümer „Herr Dammisch“ (Name geändert) mit seiner Frau, der gleichzeitig Inhaber des Ladens und unser Vermieter war. Ein recht griesgrämiger Geselle, der ständig mürrisch an uns vorbeilief und unsere  freundlichen Begrüßungen nur mit einem, in den Bart gemurmelten, „Grüß Gott“ erwiderte, wenn er uns nicht ganz ignorierte.

Immer wieder beschwerte er sich wegen dem „kaum zu ertragenen“ Lärm, den wir Kinder angeblich verursachten. Dabei vermieden wir, auf Grund der ständigen Ermahnungen unserer Mutter, ohnehin schon jegliches Toben oder Laufen und schlichen wie Katzen in der Wohnung herum. Außerdem hielten wir uns ohnehin fast den ganzen Tag an der frischen Luft auf. Es war wohl der, aus dem Waschbecken gefallene Ball, der uns an diesem Abend den erneuten Besuch des Herrn Dammisch bescherte und in uns Kindern Rachegelüste erweckte.

Jeden Nachmittag liefen wir beim Spielen mehrmals am Schaufenster des Geschäftes vorbei. Wir hatten uns angewöhnt, täglich um die gleiche Zeit, unsere Stupsnasen an die Schaufensterscheibe zu pressen um den Blickkontakt mit dem lieben Herrn Dammisch, dem Bruder des Grisgrams, aufzunehmen. Immer wenn der uns entdeckte, winkte er uns freundlich lächelnd zu und wir erwiderten freudig lachend.

An diesem Tag wählten wir aber absichtlich einen späteren Zeitpunkt um mit dem „bösen Herrn Dammisch“ auf die gleiche Weise Kontakt aufzunehmen. Allerdings wollten wir ihm nicht zuwinken, sondern unsere Zungen ausstrecken, so weit wir konnten und ganz, ganz lange. Durch die dunkelgelbe Folie hinter der Schaufensterscheibe, die zum Schutz der Lederwaren vor der Sonne, gespannt war, brauchte man eine Weile, bis man eine Person hinter der Ladentheke ausmachen konnte. „Ich hab` ihn !“ jubelte meine Schwester und legte los. Im gleichen Moment entdeckte ich ihn auch, hielt aber erschrocken inne, denn es war nicht das Ekelpaket, welchem meine Schwester bereits ihren Butterlecker entgegenstreckte . . . es war unser „lieber Dammisch“ . . . Au weia . . . und nun? . . .

Nach langer reiflicher Überlegung kamen wir zu dem Entschluß, meiner Mutter die ganze Geschichte zu beichten und auf Gnade zu hoffen. Wie befürchtet blieb die Gnade aus und es gab eine ganz gehörige Standpauke, allerdings blieben diesmal unsere Hosenböden verschont. Dafür mußte meine Schwester ganz alleine zu unserem versehentlichen Opfer, dem lieben Herrn Dammisch, gehen und sich entschuldigen. Er wohnte mit seiner Frau ebenfalls in unserem Stock, gleich gegenüber. Ich durfte sie nicht „unterstützen“ weil ich meine Zunge doch vor Schreck beinahe verschluckt hatte,  statt sie auszustrecken. Oh je . . . ein schluchzendes Häufchen Elend, schlich von dannen, . . . die Füße schienen zentnerschwer zu sein. Bei mir waren es nicht die Füße, die schwer waren, sondern mein Herz. Mir tat es so leid, und es war doch soooo ungerecht. Ich konnte doch nichts dafür, daß ich den Irrtum gerade noch rechtzeitig bemerkt hatte.

Mir kam es wie eine Ewigkeit vor, bis meine Schwester endlich zurückkam. Eilig rannte ich zur Tür um sie zu trösten . . . aber . . . das war gar nicht nötig. Freudestrahlend stand sie da . . . mit einem großen Karton unter dem Arm . . . „Guck ´mal Mama ! Ich hab` mich entschuldigt . . . und die haben mir das alles geschenkt! Ich soll´ s mit Bixi teilen! Herr Dammisch hat gesagt, er hat gar nicht gesehen, daß ich ihm die Zunge ´rausgestreckt habe !!!“

Tja, was des einen Freud, ist des anderen Leid. Während wir beiden Mädels uns hocherfreut über die vielen kleinen Geschenke hermachten, mußte meine Mutter bestimmt erstmal ihre fehlgeschlagene Erziehungsmaßnahme verdauen.

 


Geschrieben: 20:14, 18.11.2009 in Kinder... Kinder !
Kommentare (0) | Kommentieren | Link

INTERNET!

WAS IST EIN LINK?

Endlich hatte ich auch Internet. Anfangs irrte ich, mehr oder weniger ziellos, wie in einem Labyrinth, darin herum. In dieser Zeit freute ich mich am meisten über das ICQ, mit dem ich jeder Zeit Kontakt mit meinen Kindern halten kann, zumal die Anwendung sehr einfach (sozusagen: idiotensicher) ist.       

Als mein Sohn (23 Jahre) ein (von mir gesendeten) Smilie als "Assi" betitelte, machte ich ihn darauf aufmerksam, daß ich diesen niedlich finde und er doch immer nur die beiden Gleichen hatte. Das läge daran, daß er unten keine Smilies in der Leiste hat, klärte er mich auf.

"Aha, dann fliegen die aus Deiner Vorstellung heraus in den Text ? " flachste ich fragend.

"Nein, ich gebe sie mit der Tastatur ein!   Drücke mal:  Strg und .... ! " antwortete er geduldig und ergänzte belehrend: " Das ist ein  LINK "

Gespannt gab ich die Buchstabenreihe ein und war ganz entzückt, als mich der grinsende Smilie anblickte. Sofort wiederholte ich das nochmal, tauschte aber einen Buchstaben durch einen Anderen aus und staunte über den traurigen Smilie, welcher mich nun ansah. Stolz sendete ich die beiden gelben Mondgesichter mit der Bemerkung:

" Aaah, so ... das ist also der " Link"   Hmm, dann ist das bestimmt der " Rechts" ? Erwartungsvoll wartete ich ab und die Antwort kam promt:

" Oh, mom ...... !"  

Ups ... diese Aussage kannte ich schon, sie signalisiert: Denkfehler !  (Genau heißt das: Oh Mom(ent) Mama, wie bringe ich Dich jetzt auf die richtige Spur) und die Aufklärung kam wie immer gleich hinterher:

"Das z.B.: http://www.free-blog.in/....../..... ist ein "Link" ! "

Das ist auch eine Möglichkeit dazu zu lernen, mußte ich lachend feststellen !!!

 

KOSTENLOSE "BOHNENSUPPE" IM INTERNET

Da saß ich nun an meinem PC vor dieser Taste „Bestätigen“.  Alles hatte gut funktioniert, ich meldete mich bei neu.de an, beantwortete ziemlich viele, diverse Fragen und  bestätigte die Richtigkeit meiner Antworten. Dann wartete ich auf die angekündigte E-Mail. Als diese kam, verließ mich der Mut und ich beschloß, alles noch einmal in Ruhe zu überdenken.

Eigentlich war ich mir ja gar nicht so sicher, daß ich eine feste Beziehung eingehen möchte, zumal mein Leben jetzt endlich in einer ruhigen festen Bahn lief.  Aber es fehlt eben doch das gewisse Etwas und man kann ja mal so ganz unverbindlich gucken, ganz relaxt und langsam.

Also schickte ich die Bestätigungsemail, einige Tage später, frohen Mutes ab und erhielt auch gleich einige Vorschläge zur Anschauung sozusagen. Weil ich es recht interessant fand, stöberte ein wenig darin herum und stolperte über die Anzeige: „Machen sie Ihren kostenlosen Persönlichkeitstest“. „Kann ja nicht schaden.“ dachte ich und legte los. Nach einigen Fragen blickte ich auf eine Skala von 1-100%, deren Markierung auf 1 stand und meine Befürchtung bestätigte sich. Ich antwortete und antwortete und die Skala kroch nur millimeterweise in Richtung 100%. Aber aufgeben und auf morgen verschieben ... nein ... dann muß ich ja nochmal von Vorne anfangen. Also ergab ich mich meinem Schicksal, hielt eisern bis zum Ende (welches lange auf sich warten ließ) durch und bestätigte alles ordnungsgemäß. Dabei fiel mir auf, daß dieser Test von Partner.de durchgeführt wurde, aber das war ja eigentlich auch egal. Mit einem erleichterten Seufzer beendete ich das Programm, irgendwann am frühen Morgen.

Am nächsten Abend: Eigentlich wollte ich nur nachsehen, ob mir meine Freundin gemailt hatte.  Aber als ich meinen Posteingang aufschlug, traf mich fast der Schlag und ich prüfte erstmal, ob ich wirklich auf der richtigen Seite war. Ganze 17 Eingänge ... uff ... , so war das eigentlich nicht geplant ... ich war zugeschüttet. Irgendwie kam ich mir vor wie eine einsame Erbse in einem großen Topf, in dem auf einmal Bohnensuppe gekocht wird. Dazwischen ein paar wenige Mails von neu.de und Partner.de ... die Speckstücke in der Suppe ... die mich darüber informierten, daß schon einige Nachrichten von Kontaktsuchenden ... den Bohnen ... vorlagen.

Na prima ... eigentlich wollte ich doch nur mal probieren ... vielleicht ein bißchen naschen ... nun schwamm ich mitten drin ... in der Bohnensuppe ... und war auf einmal satt.

Um der ganzen Sache irgendwie Herr (äh ... Frau) zu werden, sortierte ich alles in:  gelesen, ungelesen und melden ein. Viele wanderten gleich in den Mülleimer (bzw. Komposthaufen) oder ich „sperrte“ sie einfach und die Begrüßungstexte usw. wanderten in den Ordner „Anbieter“. Doch irgendwie kamen während dieser Aktion immer neue Meldungen und lenkten mich ab, so daß ich nur schwerlich vorwärts kam, aber ich näherte mich doch irgendwann dem Ende.

Als ich am Abend darauf statt 17 nun 24 Nachrichten vorfand, änderte ich meine E-Mail-Adresse und verbannte dadurch sozusagen die gesamte Suppenküche in ein anderes Zimmer, welches ich hinter mir abschließen kann. Dort habe ich nun im Laufe der Woche mehrere Ordner angelegt ... lauter kleinere Töpfe also ... und habe es endlich geschafft ... jetzt herrscht Ordnung!!! Ein Notizblock notiert die gelesenen Nachrichten, sowie die gelöschten Kandidaten, damit ich nicht 2mal dasselbe bearbeite. Jetzt macht die ganze Sache richtig Spaß und seitdem ich mit einigen Herren Kontakt aufgenommen habe, ist es auch ein wenig spannend ... ich nasche!

Mittlerweile habe ich Übung im Umgang mit den beiden Vermittlungsagenturen. Hier einige Unterschiede in Kürze. Bei neu.de erhält man nur Grundinformationen über den Gesuchten, kann aber unbegrenzt mailen und chatten. Wenn man wissen möchte, was der Andere genau für Partnerwünsche hat, dann muß man einen Paß kaufen, der Geld kostet. Bei Partner.de bekommt man einen ausführlichen Bericht über den eventuellen Partner, incl. einer psychiatrischen Auswertung über Ähnlichkeiten und Abweichungen. Das hilft beim Ein- bzw. Aussortieren.  Wenn man kein VIP-Mitglied ist (diese Mitgliedschaft ist kostenpflichtig), wird einem kein Foto gezeigt, von den erhaltenen E-Mails kann man nur die ersten paar Worte lesen und man darf nur 1 E-Mail pro Kontaktperson senden. Es empfiehlt sich daher, bei Interesse gleich seine private E-Mail-Adresse zu schicken, damit der Andere zurückmailen kann.  Ansonsten

... viel Spaß und nicht erschrecken !!!  Eigentlich schmeckt die Suppe !!!

 

NACHTRAG

Bei Partner.de habe ich meine Mitgliedschaft gekündigt. Da lohnt sich die Mühe nicht, zumal man seine private E-mail-Adresse ja auch nicht so gerne an Personen weitergibt, die man eigentlich gar nicht kennt.

Außerdem habe ich inzwischen festgestellt, daß man im dem Menue "Mein Konto" in aller Ruhe aussuchen kann, über welche Aktivitäten man mit einem E-Mail informiert werden möchte. So lasse ich mir jetzt nur noch eingegangene E-mails anzeigen, das hält sich in Grenzen und erspart mir die gesamte Suppenküche.

""
Statistiken
 


Geschrieben: 01:38, 13.11.2009 in Internet
Kommentare (0) | Kommentieren | Link